Pterocarpus erinaceus

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Pterocarpus erinaceus
Blühender Pterocarpus erinaceus

Blühender Pterocarpus erinaceus

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Dalbergieae
Gattung: Pterocarpus
Art: Pterocarpus erinaceus
Wissenschaftlicher Name
Pterocarpus erinaceus
Poir.

Pterocarpus erinaceus ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Pterocarpus eraniceus ist eine von 35 Pterocarpus-Arten und ist unter den englischen Handelsnamen 'Kosso', 'Vène' sowie African rosewood bekannt.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenstand

Bei Pterocarpus erinaceus handelt es sich um einen Baum, der Wuchshöhen von bis zu 12 Meter und Stammdurchmesser von bis zu 1 Meter erreicht. Größere Exemplare bilden leichte Brettwurzeln. Die schwarzgraue Rinde ist im Anschnitt rot und blättert in dicken, 7-10 cm Stücken ab. Die Äste sind grau und glatt, die jungen Zweige kurz behaart.[1]

Die wechselständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die Fiederblättchen sind meistens elliptisch bis oval, rund an der Basis und an der Spitze stumpf oder nur leicht zugespitzt. Die Blättchen sind an der Unterseite sehr kurz behaart und besitzen eine sehr feine, dünne Nervatur.[1]

Die traubigen Blütenstände sind bis zu 20 cm lang und befinden sich an den Triebspitzen. Die Zweige der Blütenstände sind dicht und ebenfalls kurz behaart. Einzelne Blüten haben schlanke Halme, die länger sind als der Blütenkelch, welcher breit becherförmig ausgeformt ist. Die asymmetrischen Blüten sind blassgelb und die Blütenblätter sehr knittrig. Blütezeit ist von November bis Februar.[1]

Die Früchte sind flache Flügelnüsse, am Rand geflügelt und in der Mitte mit kräftigen Borsten besetzt.[2]

Verbreitung & Schutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pterocarpus erinaceus ist in Savannen der Sudan- und Guineazone im tropischen Westafrika verbreitet.[2] Die Art unterliegt seit dem 2. Januar 2017 dem international geltendem Washingtoner Artenschutzabkommen. Grund für die Aufnahme in die Liste geschützter Hölzer ist der intensive Raubbau in den Verbreitungsgebieten, wie z. B. Guinea-Bissau oder Nigeria.[3]

Holzbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Makroskopisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zuwachszonengrenzen innerhalb der Jahrringe sind undeutlich bzw. nicht erkennbar. Das Kernholz ist braun bis gelb, mit dunklen Farbstreifen (bräunlich-violett). Das helle Splintholz setzt sich farblich deutlich vom Kernholz ab. Das Holz hat keinen charakteristischen Geruch und ist schwer und hart. Es ist gerade bis leicht wechseldrehwüchsig.[4]

Mikroskopisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Holz ist halbring- bis zerstreutporig, wobei der Früholzporenring mehrreihig und die Poren selbst gruppiert angeordnet sind. Die Holzstrahlen sind einreihig und im Stockwerkbau angeordnet. Das Axialparenchym ist häufig in Bänder gegliedert und diese Parenchymbänder sind deutlich breiter als die Holzstrahlen.[4]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das als „Afrikanischer Palisander“ oder "Kosso" bekannte Holz findet sowohl im Innen- als auch im Außenbereich Anwendung. Es wird im Konstruktionsbereich als Holz für Pfosten, Stangen und Pflöcke, sowie für den Fenster- und Türrahmenbau eingesetzt. Im Innenbereich gilt es aufgrund seiner ansprechenden Optik als sehr begehrtes Möbelholz und wird unter anderem zu Stühlen, Schränken, Tischen, aber auch Wandverkleidungen und Fußböden verarbeitet.[5] China gilt unter den Einfuhrländern als Hauptimporteur, da die Holzart u. a. im Hongmu-Möbelbau sehr begehrt ist.[6]

Viehfutter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grünen Blätter und die unreifen Samenhülsen sind sehr schmackhaftes Viehfutter. Selbst die herabgefallenen, welken Blätter werden von Schafen, Ziegen und Rindern gefressen. Das Blattwerk wird in Teilen Westafrikas am Ende der Trockenzeit herabgeschnitten und als Mastfutter verwendet oder auf Märkten weiterverkauft. Einige Farmer mit Viehbesitz pflanzen diese Baumart um für ihre Viehzucht über eine alternative Futterquelle zu verfügen.[5]

Harze und Gerbstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Schneiden der Rinde wird ein blutroter Saft abgesondert, der zu einem Harz eintrocknet, dem sogenannten „Kino“, „Kino de Gambie“ oder „Dragon-blood“. Es wird u. a. verwendet um Baumwolle zu färben: In Westafrika wird das getrocknete pulverisierte Harz benutzt um Stoffe zu lasieren indem es mit einem Schlegel eingedroschen wird. Auch werden Stoffe in das zermahlene, mit Wasser vermengte Färbemittel getunkt, getrocknet und anschließend in Palmöl gerieben um eine dunkel-violette Färbung zu erzeugen. Das Holz selbst wird auf Märkten als Färbeholz verkauft. Flache Stücke des Stammholzes, harzreiche Wurzelteile oder Kugeln aus Wurzel- oder Rindenstücken mit Palmöl geformt werden als Haar- oder Körperpflegeprodukte bzw. Färbemittel angeboten. Die Rinde kommt gelegentlich beim Gerben zum Einsatz.[5]

Medizinische Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blätter des Baumes werden für die Zubereitung von Abführ- und Fiebermittel verwendet. Die Rinde dient zur Wundauflage bei chronischen Geschwüren, zur Behandlung von Scherpilzflechten, Gonorrhoe oder zum Gurgeln bei Zahn- oder Mundraumbeschwerden. Rinde und Harz werden zudem bei Harnröhrenausfluss, sowie als stopfendes Mittel bei starkem Durchfall benutzt. Die zerriebene Wurzel wird mit Tabak gemischt und als Hustenheilmittel in der Pfeife geraucht.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c R.W.J.Keay, C.F.A. Onochie, D.P.Stanfield: Nigerian Trees Volume II. Hrsg.: Federal Department of Forest Research Ibadan Nigeria. Nigerian National Press Ltd., 1964.
  2. a b Arbonnier, M. 2002: Arbres, arbustes et lianes des zones sèches d’Afrique de l’Ouest. CIRAD, MNHN, ISBN 2-85653-546-1
  3. Hinweise zur Umsetzung der Beschlüsse der 17. CITES Vertragsstaatenkonferenz (September/Oktober 2016) bezogen auf Rosenholz- und Palisanderarten. Abgerufen am 19. Dezember 2017.
  4. a b Gerald Koch: Holzartendatenbank “macroHOLZdata”, entwickelt 2008 am Thünen Institut für Holzforschung in Hamburg, erhältlich als CD am Thünen Institut, Kontaktdaten: Gerald Koch, Thünen-Institut.
  5. a b c d F.E.M. Booth, G.E. Wickens: Non-timber uses of selected arid zone trees and shrubs in Africa. In: FOOD AND AGRICULTURE ORGANIZATION OF THE UNITED NATIONS (Hrsg.): FAO CONSERVATION GUIDE. Band 19. Rome 1988.
  6. The Rosewood Racket. Abgerufen am 19. Dezember 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pterocarpus erinaceus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien