Pullman-Karosserie

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Bisher sind außer der DIN 70010 keine weiteren Quellen angegeben. --DF5GO • 22:50, 7. Dez. 2012 (CET)
Mercedes-Benz S 600 Pullman

Die Pullman-Karosserie ist eine Bauform für Auto-Karosserien. Im Gegensatz zu nachträglich verlängerten Stretch-Limousinen sind Autos mit Pullman-Karosserie bereits ursprünglich so konzipiert und gefertigt.

Im Automobilbau stand der Begriff Pullman (häufig auch als Pullmann geschrieben) für luxuriöse Automobile. Eine Begriffsdefinition findet sich in der deutschen Norm DIN 70010 „Systematik der Straßenfahrzeuge“ vom April 1978, die mit der internationalen Norm ISO 3833–1977 „Road vehicles - Types - Terms and Definitions“ abgestimmt ist. Nach dieser Norm ist eine Pullman-Limousine ein Personenkraftwagen

  • mit geschlossenem Aufbau
  • mit festem, starrverbundenen Dach
  • mit vier oder mehr Sitzen in zwei oder mehr Sitzreihen
  • mit vier oder sechs seitlichen Türen
  • mit sechs oder mehr Seitenfenstern

Erstmals tritt der Begriff bereits im März 1959 im deutschen Normenwerk auf, nämlich in DIN 70011 „Aufbauten für Personenkraftwagen; Benennungen und Begriffe“. Darin wurden 5 oder mehr Sitze unabhängig von ihrer Anordnung und eine „Trennwand mit Kurbel- oder Schiebefenster zwischen Vorder- und Hintersitzen“ verlangt.

Ein deutschsprachiges Nachschlagewerk von 1952 unterscheidet zwei Pullman-Aufbauten, die im Einzelnen umschrieben werden als:

  • Pullman-Limousine: Geschlossener Aufbau, 2–3 Sitzreihen, 4–8 Sitze, 4 Türen, Trennscheibe hinter Fahrersitz. In europäischen Ländern üblich.
  • Pullmann-Cabriolet: 2 Sitzreihen, 4–7 Sitze, 4 Türen. Völlig zu schließendes und zu öffnendes Verdeck mit versenkbaren Seitenscheiben und Trennscheibe hinter dem Fahrersitz. In Deutschland, Frankreich und Großbritannien üblich.[1]

Der Fachbuchautor Halwart Schrader führt in einem Nachschlagewerk zu dem Stichwort „Pullman“ aus:

  • Als Pulmann-Limousine (so genannt nach den luxuriös eingerichteten Eisenbahnwagen des amerikanischen Industriellen George Mortimer Pullman) pflegte man bis Ende der dreißiger Jahre jene Personenwagen zu bezeichnen, die über zusätzliche Notsitze im Fond verfügten und somit mindestens sieben Personen Platz boten sowie eine Separationsscheibe aufwiesen.[2]

Ursprung des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name leitet sich von der Firma Pullman Palace Car Company und dessen Gründer dem US-Amerikaner George Mortimer Pullman ab. In der Pionierzeit des Automobilbaus wurden Autos vom Autohersteller meist nur als Fahrwerke mit Motor ausgeliefert. Die Pullman Palace Car Company war eines der Unternehmen, die die Aufbauten fertigten. Firma und Gründer wurden allerdings ab 1858 vor allem durch komfortable Schlafwagen (Pullmanwagen) bekannt. Die Strahlkraft des Namens Pullman blieb über die Jahrhundertwende noch so groß, dass der Industrielle A. P. Broomell die 1905 gegründete Automarke für Luxuswagen ebenfalls Pullman nannte.

In der Gegenwart wird der Name Pullman vorwiegend für den Mercedes-Benz Pullman verwendet, diese Fahrzeuge werden seit 1963 bis heute produziert.

Beispiele für Fahrzeuge mit Pullman-Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kraftfahrzeuge in Wort und Bild – 100 Autos. Verlag für Handel und Wirtschaft – Müller & Co., Abt. Auto und Kraftrad, 1. Auflage. München 1952. S. 7 (Kapitel: Die wichtigsten Personenwagenaufbauten).
  2. Halwart Schrader: Oldtimer-Lexikon: Geschichte, Marken, Technik von A–Z. BLV Verlagsgesellschaft, 2. Auflage. München, Wien, Zürich 1981. ISBN 3-405-11934-0, S.  115 (Stichwort: Pullman).