Qassimiut

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Qassimiut (Bewohner des Versammlungsplatzes)
K'agssimiut
Qassimiut (1906)
Qassimiut (1906)
Kommune Kommune Kujalleq
Distrikt Qaqortoq
Geographische Lage 60° 47′ 0″ N, 47° 10′ 0″ WKoordinaten: 60° 47′ 0″ N, 47° 10′ 0″ W
Qassimiut (Grönland)
Qassimiut
Einwohner 24
(1. Januar 2017)
Gründung 1834
Zeitzone UTC-3

Qassimiut (2017)

Qassimiut [ˈqasːimiutˢʰ] (nach alter Rechtschreibung K'agssimiut) ist eine grönländische Siedlung im Distrikt Qaqortoq in der Kommune Kujalleq.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qassimiut ist die westlichste Siedlung der Kommune Kujalleq und liegt etwas abgelegen auf einer Insel direkt am Ozean. Südlich mündet der Ikersuaq (Bredefjord). Die nächstgelegenen Orte, Qaqortoq und Narsaq liegen jeweils 61 km entfernt in südöstlicher bzw. östlicher Richtung.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qassimiut wurde 1834 als Udsted gegründet. 1919 lebten 128 Personen in Qassimiut. Sie lebten in 21 Wohnhäusern. Dazu gab es eine Wohnung für den Udstedsverwalter. Das Gebäude wurde 1850 errichtet, maß 80 m² und hatte drei Zimmer. Der Laden war 45 m² groß und im Ort befand sich ein 1852 errichtetes Speckhaus mit Proviantlager. Alle drei Gebäude waren aus Stein gebaut. Im Ort befand sich zudem eine Fassbinderei und ein Pulverhaus. Die Kapelle war rund 40 m² groß und hatte im Obergeschoss ein knapp 11 m² großes Schulzimmer, in dem ein ausgebildeter Katechet unterrichtete. Die Bewohner lebten hauptsächlich von der Robbenjagd. 1938 wurde ein neuer Laden und ein Lagergebäude errichtet. 1940 wurde eine Kirche gebaut, die von Helge Bojsen-Møller entworfen wurde. Außerdem wurden später ein Salzhaus und ein Fischhaus errichtet. 1960 lebten bereits 199 Menschen in Qassimiut. 1970 war die Zahl auf 173 zurückgefallen.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Qassimiut dominiert der Dorschfang. Die Fischbestände vor Ort sind gut. Die Fischfabrik im Ort wurde kürzlich renoviert.[3]

Infrastruktur und Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qassimiut hat einen Hafen auf einer Halbinsel im Süden des Dorfs. Über den Heliport Qassimiut ist der Ort an den Luftverkehr angeschlossen. Innerhalb von Qassimiut führt eine Straße vom Hafen durch den Ort zum Heliport.

Der Müll in Qassimiut wird mit einer Verbrennungsanlage entsorgt. Nukissiorfiit versorgt den Ort über ein 2010 renoviertes Kraftwerk mit Strom sowie über die Aufbereitung von Wasser aus einem kleinen See nordwestlich in einem 2009 modernisierten Wasserwerk mit Trinkwasser. Ölöfen gewährleisten die Wärmeversorgung.[3]

Bebauung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Qassimiut befinden sich etwa 40 Häuser, von denen viele aufgrund der starken Abwanderung leerstehen. Hier wurde das erste Altenheim Grönlands errichtet,[4] das jedoch aufgrund von Schimmelbefall seit 2016 geschlossen ist. Es gibt eine Pilersuisoq-Filiale, eine Kirche, eine Schule, ein Versammlungsgebäude und ein Sanitärgebäude. Es wird erwägt die Schule mangels Schülern zu schließen. Im alten Schulgebäude ist eine Werkstatt und das Dorfbüro untergebracht. In Qassimiut gibt es zahlreiche alte Gebäude, von denen viele als erhaltenswürdig eingestuft sind.[3]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Qassimiut ist der Ort Grönlands, der am stärksten unter Bevölkerungsschwund zu leiden hat. In den letzten 40 Jahren sind 87 % der Bevölkerung geschwunden. Während Qassimiut 1977 noch das fünftgrößte der elf Dörfer Südgrönlands war, ist es heute nach Kangerluk das zweitkleinste Dorf des gesamten Landes.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Qassimiut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 35 f.
  3. a b c Qassimiut bei kujalleq2017.odeum.com
  4. Qassimiut in Den Store Danske
  5. Einwohnerzahl Qassimiut 1977–2018 bei bank.stat.gl