Quix

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Pagerdienst Quix. Für weitere Bedeutungen, siehe Quix (Begriffsklärung).

Quix war ein von 1995 bis 2000 betriebener Pagerdienst in Deutschland.

Quix News 5 Pager

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 startete der Dienst, betrieben von MINIRUF GmbH aus Hannover. Gründungsgesellschafter waren Vebacom (40 Prozent), RWE Telliance (40 Prozent, später zu o.tel.o verschmolzen), sowie Tele Danmark (20 Prozent). 1998 stand der Dienst kurz vor dem Aus, die Einstellung des Dienstes war für das Jahresende geplant.[1] Es fand sich dann jedoch ein Käufer, die Hörmann GmbH, ein Spezialanbieter von Pagingdiensten im Rettungsdienst. Die MINIRUF GmbH wurde unter Beibehaltung ihres Namens übernommen.[2] Hörmann war damals am Konkurrenten "TeLMI/DFR" beteiligt und wollte die Aktivitäten von TeLMI, Quix und T-Mobil/Qbic in einer Gesellschaft zusammenzufassen. Diese Pläne scheitert jedoch an dem Nein der Gesellschafter und der Aufsichtsbehörde.

Die zunehmende Verbreitung des Mobiltelefons und die vergleichsweise hohen Gebühren (1996: Grundgebühren zwischen 19,90 DM und 39,90 DM) machten Quix zunehmend unattraktiv. Im Juli 2000 wurde dann allen Teilnehmern die endgültige Einstellung des Dienstes zum Jahresende postalisch mitgeteilt.[3] Mitte Dezember 2000 erhielten die Nutzer eine Textnachricht, dass der Service eingestellt und der Quix Pager binnen 14 Tage keine Nachrichten mehr empfangen wird.

Es verblieben zwei Konkurrenten auf dem Markt, Deutsche Funkruf GmbH und eMessage. Die Deutsche Funkruf GmbH stellt jedoch ihren Dienst "TeLMI" nur etwa ein Jahr später, am 3. Januar 2002, ebenfalls ein, sie war insolvent gegangen.[4] Nur eMessage verblieb mit ihren Diensten Scall, Skyper und Cityruf am Markt.

Technische Details[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Netz wurde in fünf verschiedene "Quix-Regionen" eingeteilt, in welchen die Nachrichten jeweils ausgesendet wurden. Zur Auswahl standen die Zonen 2, 3, 4/5, 6/7, 8/9, wobei die Zonen jeweils der zweiten Stelle der Vorwahl entsprachen, z. B. lag Donauwörth (0906) in der Zone 8/9. Bundesweiter Empfang konnte gegen Gebühr (April 1997: 9,90 DM/Monat) gebucht werden.

Mit den Empfängern Quix News 1 bis News 4 konnte kostenlos der Info-Dienst dpa-News empfangen werden. Quix News 5 empfing zusätzlich Sport-Info; Quix Ultra zusätzlich Sport-Info, Börsennews und Wettervorhersagen. Das BRAVO Quix, das vorrangig für Jugendliche gedacht war, konnte die sogenannten "BRAVO-News" empfangen, z. B. Neuigkeiten über CDs usw.

Erreichbar war Quix unter der Vorwahl 0165. Die anschließende Ziffer entschied über den gewünschten Service.

0165-1-Quix-Nummer-1 Tonruf 1
0165-1-Quix-Nummer-2 Tonruf 2
0165-3-Quix-Nummer Textnachrichten (vergünstigt, wenn das "Partner-Paket" gebucht war)
0165-4-Quix-Nummer Zahlennachrichten/Sprachbotschaften
0165-6-Quix-Nummer Textnachrichten (bis zu 120 Zeichen über einen Telefon-Operator)

Unter der 0165-5-Quix-Nummer war das "Quix-Service-Menü" erreichbar, unter der man die Sprachbotschaften abhören sowie die Quix-Region ändern konnte.

Nachrichten konnten auch per Fax, Modem, T-Online (BTX) und testweise Internet übermittelt werden. Bezahlen musste jedoch immer der Sender der Nachricht. Die Software zur Übermittlung wurde von Fetsch Informatik GmbH aus Eberbach/Neckar Mitte der 1990er entwickelt.

Es wurde das Protokoll der POCSAG benutzt und auf 448,475 MHz gesendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. teltarif.de Meldung vom 9. September 1998
  2. teltarif.de Meldung vom 9. November 1998
  3. teltarif.de Meldung vom 24. Juli 2000
  4. teltarif.de Meldung vom 3. Januar 2002