RPG-2

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
RPG-2
RPG-2 Granatwerfer
Allgemeine Information
Name: RPG-2
Land: Sowjetunion
Produktionsperiode: ab 1947
Maße
Gesamtlänge: 1494 mm
Länge Abschussrohr: 950 mm
Länge Granate: 500 mm ohne,
670 mm mit Treibladungspatrone
Gewicht:
(ungeladen)
2,75 kg
Gewicht Granate: 1,84 kg
Gewicht Granate (ohne Treibladungspatrone): 1,62 kg
Technische Daten
Kaliber Rohr: 40 mm
Kaliber Granate: 80 mm
Funktionsweise: reaktive (rückstoßfreie)
Waffe zum Verfeuern von
Panzergranaten
Typ PG-2
Visierreichweite: 150 m
Effektive Kampfentfernung: 150 m
Feuergeschwindigkeit: 4–6 Schuss/min
Mündungsgeschwindigkeit
der Granate (V0):
85 m/s
Durchschlagsleistung 180 mm RHA

Die RPG-2 (russisch РПГ-2) war eine sowjetische Panzerabwehrwaffe. Die Abkürzung RPG steht für rutschnoi protiwotankowij granatomjot, zu deutsch etwa „Hand-Granatwerfer zur Panzerabwehr“. Das englischsprachige „Rocket-Propelled Grenade“ ist ein Backronym.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges beruhten sowjetische Infanteriewaffen zur Panzerabwehr auf dem Prinzip klassischer ballistischer Panzerbüchsen, also großkalibriger Schusswaffen mit gezogenem Lauf. Die Wirkung der Geschosse im Kaliber 14,5 mm (und später auch 20 mm) war gegenüber der Panzerung moderner Kampfpanzer jedoch ungenügend. Den Ausweg aus dieser Sackgasse boten reaktive (rückstoßfreie) Waffen mit Hohlladungsgefechtskopf.

Auf der Grundlage von Entwicklungen, die bereits in der Vorkriegszeit begonnen hatten, aber auch beeinflusst durch die deutsche Panzerfaust, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die RPG-2 entwickelt.

Die Vorteile des reaktiven Granatwerfers waren einerseits der Wegfall des schwer beherrschbaren Rückstoßes von Panzerbüchsen sowie andererseits die erhöhte panzerbrechende Wirkung bei gleichzeitig geringerem Gewicht.

Die Waffe wurde in verschiedenen Staaten in Lizenz produziert, darunter China und Nordvietnam. Die Vietnamesische Volksarmee bezeichnete sie als B-40 und setzte sie in großer Zahl im Vietnamkrieg ein.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkung des Geschosses gegen Panzerungen beruht nicht auf seiner Wucht, sondern auf dem Prinzip der Hohlladung. Die Granate war in der Lage, beim Auftreffen Stahlpanzerplatten einer Stärke von 180 mm zu durchdringen.

Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die panzerbrechende Leistung erwies sich bald als nicht mehr ausreichend. Vor allem aber wurde bemängelt, dass die Flugbahn der Granate nicht sehr gestreckt war, was das präzise Anvisieren des Zieles erschwerte. Diese Nachteile wurden mit dem verbesserten Nachfolgemodell der Waffe, der RPG-7, beseitigt. Deren Granate hatte mit einem Raketentriebsatz eine flachere Flugbahn und eine höhere Durchschlagswirkung.

Nachbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksrepublik China fertigte eine Kopie der RPG-2 als Modell 56 40/80 mm. Die Durchschlagskraft soll etwas höher als bei der RPG-2 sein.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günter Wollert, Reiner Lidschun, Wilfried Kopenhagen: Schützenwaffen. (1945–1985). In: Illustrierte Enzyklopädie der Schützenwaffen aus aller Welt. 5. Auflage. Band 1+2. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1988, ISBN 3-89488-057-0, Waffen, S. 179.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Wollert, Reiner Lidschun, Wilfried Kopenhagen: Schützenwaffen. (1945–1985). In: Illustrierte Enzyklopädie der Schützenwaffen aus aller Welt. 5. Auflage. Band 1+2. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1988, ISBN 3-89488-057-0, Waffen, S. 422–423.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]