Raimonds Pauls

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Raimonds Pauls, 2008

Ojārs Raimonds Pauls (russisch Раймонд Вольдемарович Паулс/Raimond Woldemarowitsch Pauls; * 12. Januar 1936 in Riga) ist ein sowjetisch-lettischer Komponist.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium an der Lettischen Musikhochschule arbeitete Pauls seit 1965 als Leiter des Rigaer Bühnenorchesters. Seine Bekanntheit war zunächst auf seine Heimatrepublik beschränkt. Unter anderem arbeitete er hier mit der in Lettland sehr bekannten Sängerin Nora Bumbiere zusammen. Der Song Listja scholtyje (Gelbe Blätter, 1975) wurde zum ersten seiner ostblockweit gespielten Hits. Danach schrieb Pauls die Musik für einige Filme, die zum Teil dank diesem Umstand, zu Kassenschlagern wurden Dolgaja doroga w djunach (Ein Langer Dünenweg), Strely Robin Guda (Die Pfeile des Robin Hood). Die Musicals Sister Carry und Sherlock Holmes folgten.

Zu einem Megastar stieg er jedoch 1983 auf, nachdem er für die Popdiva Sofia Rotaru die Lieder Gde ty ljubow? (Wo bist du, Liebe?) Tanez na barabane (Tanz auf der Trommel), Ossoby Drug (Besonderer Freund), sowie für die Sängerin Alla Pugatschowa die Songs Million alych ros (Eine Million scharlachrote Rosen), Maestro und Starinnyje tschassy (Die antike Uhr')' schrieb. Diese Lieder hatten in der ganzen Sowjetunion überwältigenden Erfolg. Um die Namen Rotaru, Pugatschowa und Pauls entwickelte sich ein Kult, der in diesem Maße dem Land noch unbekannt war.

Ende 1980er der Jahre trennten sich die Wege der beiden Künstler, Pauls begann die Zusammenarbeit mit den Sängern Laima Vaikule und Waleri Leontjew. 2002 gewann seine Protegée Marija Naumova den Eurovision Song Contest. Er war von 2002 bis 2010 an den Veranstaltungen jaunais vilnis zur Förderung musikalischer Talente beteiligt.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1988 leitete Raimonds Pauls das Lettische Staatskomitee für Kultur und 1991 wurde er zum ersten Kultusminister des unabhängigen Lettland. Ab 1993 bekleidete er das Amt des Beraters des Staatspräsidenten für Kultur. 1999 kandidierte er sogar für das Amt des Staatspräsidenten. Von 1998 bis 2010 war er Abgeordneter im lettischen Parlament.[2] Von 1997 bis 2000 war er Vorsitzender der Jaunā partija (deutsch: Neue Partei), „ohne wirklich in der Politik aktiv zu werden“.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://zinas.nra.lv/latvija/19682-raimonds-pauls-aiziet-no-jauna-vilna.htm
  2. http://www.diena.lv/sabiedriba/politika/pauls-nav-parregistrejies-tp-noguris-no-politiskajam-intrigam-720809
  3. Axel Reetz: Die Entwicklung der Parteiensysteme in den baltischen Staaten. Vom Beginn des Mehrparteiensystems 1988 bis zu den dritten Wahlen. Surbir, Wittenbach/SG 2004, S. 116.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Raimonds Pauls – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien