Rautal (Thüringen)

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Winterling-Edellaubholzwald im Rautal bei Closewitz

Das Rautal ist ein landschaftliches Gebiet und befindet sich östlich von Closewitz, einem Stadtteil im Norden von Jena in Thüringen. Es wird vom Steinbach und seinen Nebenarmen durchflossen. Der Steinbach hat sich tief in den Muschelkalk bis in den darunter liegenden Buntsandstein eingegraben.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der tief eingeschnittene Steinbach im Rautal bei Jena

Das Rautal gehört zum Jenaer Stadtgebiet. Es liegt im Norden von Jena. Westlich des Rautals liegt Closewitz und im Osten liegt der Jenaer Stadtteil Löbstedt. Südlich des Rautales verläuft die Straße Rautal als Kreisstraße K-15.

Flächennaturdenkmal "Winterling - Edellaubholzwald"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rautal im Closewitzer Forst ist vor allem durch sein großartiges Vorkommen von Winterlingen bekannt, deren Blütenmeer alljährlich im Februar den Frühling ankündigt. Hier befindet sich das wahrscheinlich größte natürliche Vorkommen an Winterlingen in Mitteleuropa. Die Fläche, auf der diese Frühblüher wachsen, ist durch das Flächennaturdenkmal „Winterling – Edellaubholzwald“ geschützt. Das Flächennaturdenkmal hat eine Größe von ca. 4,5 Hektar.

Der Wald setzt sich aus den Baumarten Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Spitzahorn (Acer platanoides), Esche (Fraxinus excelsior), Sommer-Linde (Tilia platyphyllos) und Rotbuche (Fagus sylvatica) zusammen. Weiterhin befindet sich am Oberhang des geschützten Gebietes eine als Flächendenkmal geschützte Stieleiche (Quercus robur).

Historie und Entwicklung des Winterlingbestandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Winterlinge im oberen Rautal

Der Winterling ist im 17. Jahrhundert zusammen mit südländischen Rebstöcken in die damals angrenzenden Weinberge Jenas gelangt. Dies wurde erstmals 1803 erwähnt. Durch das günstige Klima des Jenaer Talkessels und die naturnahe Zusammensetzung des Waldbestandes wurde und wird seine natürliche Ausbreitung gefördert. Betrug die Fläche, auf der der Winterling wächst, im Jahre 1960 0,2 Hektar, so ist sie heute bereits auf über einen Hektar angewachsen.

Weitere Frühblüher, die im Rautal wachsen, sind u.a. Stinkende Nieswurz, Leberblümchen und das Kleine Schneeglöckchen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rautal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 57′ 31,5″ N, 11° 35′ 45,7″ O