Löbstedt

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Löbstedt
Stadt Jena
Koordinaten: 50° 57′ 5″ N, 11° 36′ 44″ O
Höhe: 140 m ü. NN
Fläche: 90 ha
Einwohner: 773 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 859 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1922
Postleitzahl: 07743
Vorwahl: 03641
Löbstedt (Thüringen)
Löbstedt

Lage von Löbstedt in Thüringen

Der Dorfkern mit Blick auf die Kirche.
Der Dorfkern mit Blick auf die Kirche.

Löbstedt ist ein Stadtteil der kreisfreien Stadt Jena in Thüringen.

Lage und Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löbstedt liegt etwa 3 Kilometer nördlich des Stadtzentrums und westlich der Saale. Wiederum westlich von Löbstedt liegt das Rautal, das durch sein großes Vorkommen von Winterlingen bekannt ist.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 88 und die Bahntrasse Berlin-München tangieren den Stadtteil. Nächstgelegener Bahnhof ist der Bahnhof Jena-Zwätzen in benachbartem, gleichnamigen Stadtteil. Die Straßenbahn-Linien 1 und 4 führen vom Stadtzentrum mit einer Haltestelle ("Löbstedt") nach Zwätzen. Die Trasse durch Löbstedt ist einspurig und weitet sich nur an der Haltestelle Löbstedt in 2 Spuren auf. Für die Verlängerung der Straßenbahnstrecke von Zwätzen bis Himmelreich und damit ebenso für den zweispurigen Ausbau der Trasse durch Löbstedt liegt seit November 2017 Baurecht vor. Die Bauarbeiten hierfür haben am 26. September 2018 begonnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1218 wurde das Dorf Löbstedt erstmals urkundlich genannt.[1]

Im Jahr 1536 bestand noch der Bierzwang, d. h. Bier durfte nur in einem von der Gemeinde begrenzten Bereich („Biermeile“) ausgeschenkt werden, um unliebsame Konkurrenz auszuschalten und die Einfuhr auswärts hergestellter Biere zu verhindern. Die Wirte durften nur einheimisches Bier ausschenken. Den Bierzwang übten auf dem Lande die Herrschafts- und Klosterbrauereien aus. Diese Vorschriften der Gemeinden und Städte fielen, wenn noch vorhanden, gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Zu besagter Zeit kamen an einem Pfingstmontag 200 Bürger aus Jena nach Löbstedt, um den hiesigen Einwohnern die Bierfässer zu stehlen.[2]

Im Jahre 1998 wurde das Löbstedter Brauhaus abgerissen. Heute befindet sich an diesem Ort ein Spielplatz für Kinder. Eine Gedenktafel erinnert an das einzige Löbstedter Brauhaus.

Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 22. September 2002 hat der Ortsteil Jena-Löbstedt einen Ortsteilbürgermeister und Ortsteilrat (bis 2003 noch als Ortsbürgermeister und Ortschaftsrat bezeichnet), der sich um die kulturellen Belange und die Pflege des Brauchtums im Ortsteil kümmert. Erster Ortsteilbürgermeister war Gerhard Seifert, und seit 2004 bis heute ist es Karsten Seifarth.

Die Dorfkirche St. Marien-Magdalena[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Marien-Magdalenen-Kirche

Am 31. Juli 1712 wurde die St.-Marien-Magdalenen-Kirche eingeweiht.[3]

Städtische Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben zwei Kindergärten befindet sich in Löbstedt auch die Grundschule Am Rautal sowie das Carl-Zeiss-Gymnasium.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Löbstedt (Jena) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 169
  2. Jonathan Carl Zenker: Historisch-topographisches Taschenbuch von Jena und seiner Umgebung besonders in naturwissenschaftlicher u. medicinischer Beziehung. Mit dem Plane von Jena und einem geognostischen Profile. Frommann, Jena 1836, S. 154.
  3. Inschrift an der Kirche