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Referenzmodell

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Als Referenzmodell wird die abstrahierte Beschreibung von in der Realität vorkommenden Gegebenheiten, Vorgängen oder Verfahren bezeichnet. Diese umfasst beispielsweise die logischen, zeitlichen, räumlichen und dinglichen Zusammenhänge und dient der Optimierung, Vereinfachung, Standardisierung oder auch Dokumentation der beschriebenen Objekte in der Praxis wie auch in Software-Programmen und Datenbanken. Ein Referenzmodell kann als idealtypisches Modell bzw. Entwurfsmuster für die Klasse der zu modellierenden Objekte betrachtet werden. Der Begriff Referenzmodellierung wird hauptsächlich in den Sozialwissenwissenschaften, insbesondere der Wirtschaftswissenschaft, verwendet.

Aufbauend auf abstrakte Referenzmodelle können konkrete, spezialisierte Modelle oder Entwurfsmuster (etwa als Grundlage für die Konstruktion oder die Entwicklung von Software-Programmen) erstellt werden.

Ein Grund für die Entwicklung von Referenzmodellen ist die Wiederverwendbarkeit von bestehenden Modellen, was eine Kostenreduktion bei der Modellerstellung mit sich bringt. Weiterhin ist die einfache Modifizierbarkeit von Vorteil, da sie zur Erfüllung neuer bzw. geänderter Anforderungen oder zur Anpassung der Modelle an spezifische Anforderungen und unterschiedliche Benutzergruppen beitragen kann. Außerdem kann sie für die generelle Beschreibung von Systemen zum Beispiel bei der Systemauswahl als Vergleichsstandard genutzt werden.

Begriffsabgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Metamodell unterscheidet sich das Referenzmodell dadurch, dass das Metamodell die Möglichkeiten der betreffenden Modellart definiert, während das Standardmodell nur ein konkretes Modell ist. Das Metamodell stellt also den Baukasten bereit; das Referenzmodell ist ein einzelnes, beispielhaftes Werk aus den Elementen dieses Baukastens.[1]

Der Übergang zum Standardmodell ist fließend. Während Referenzmodelle als Beispiele angelegt sind, die man an die eigenen Bedürfnisse anpassen soll, sind Standardmodelle mehr oder weniger verbindlich und dementsprechend Anpassungen nicht, oder nur beschränkt, vorgesehen.[2]

Arten und Einsatzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Standardsoftware-Referenzmodelle beschreiben Strukturen, Funktionen und Abläufe, die in Standardsoftware zum Einsatz kommen.
  • Softwareunabhängige Branchenreferenzmodelle dienen der Beschreibung von branchenspezifischen Prozessen und Strukturen.
  • Einsatzgebiete: Referenzmodelle werden als Ausgangspunkt der Entwicklung eines spezifischen Unternehmensmodells genutzt, um damit die Modellierung zu vereinfachen. Sie dienen, mit Hinblick auf die Unterstützung bei der Einführung von Standardanwendungssoftware, der Dokumentation. Im Bereich des Benchmarking vergleicht man Referenzmodelle mit Vorgängen in tatsächlichen Unternehmen, um Verbesserungspotentiale zu erkennen. Referenzmodelle dienen auch der Sammlung von Erfahrungswissen.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ausführliche Übersicht über existierende Referenzmodelle findet sich in dem vom Institut für Wirtschaftsinformatik (IWi) in Saarbrücken gepflegten Referenzmodellkatalog.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Referenzdatenmodelle: Grundlagen effizienter Datenmodellierung - Alexander Hars - Google Books. In: books.google.de. S. 15, abgerufen am 14. August 2015.
  2. Transaktionen und Workflows – Prozessstandardisierung und Prozessmodelle. In: vsis-informatik.uni-hamburg.de. Abgerufen am 14. August 2015.


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