Reinhard Hugershoff

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Carl Reinhard Hugershoff (* 5. Oktober 1882 in Leubnitz, Amtshauptmannschaft Zwickau; † 24. Januar 1941 in Dresden) war ein deutscher Geodät und Luftbildpionier sowie Hochschullehrer an der Technischen Hochschule (TH) Dresden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugershoffs Familie kam aus dem südwestsächsischen Raum. Seine Mutter war die Tochter eines Leubnitzer Oberschaffners, der Großvater väterlicherseits war Musikdirektor in Chemnitz und Zwickau. Durch die Arbeit des Vaters Albin Huggershoff (1855–1910) als Maschinenmeister im Dresdner Militärwasserwerk kam die Familie in die sächsische Landeshauptstadt.

Nach dem Abitur in Dresden-Neustadt studierte Hugershoff Geodäsie an der TH Dresden von 1903 bis 1906 bis zum Diplom und promovierte 1907. Er nahm 1907/09 an der 2. Frobenius-Expedition nach Inner-Afrika teil. Dort machte er Routenaufnahmen, astronomische und hydrographische Messungen. Seit 1910 lehrte er Mathematik, Vermessungskunde, Meteorologie, Photogrammetrie an der Forstakademie Tharandt und der TH Dresden, 1910 als Privatdozent, 1911 als außerordentlicher Professor, 1912 als Lehrstuhlinhaber in Tharandt, 1931 als Lehrstuhlinhaber an der TH Dresden. Im Ersten Weltkrieg förderte er die militärische Ermittlung von Zielpunkten und Planunterlagen aus photographischen Aufnahmen von Erd- und später Luftstandpunkten. An den Neuschöpfungen photogrammetrischer und geodätischer Apparaturen der Jahre 1920–31 hatte er großen Anteil. Seit 1931 war er auch wissenschaftlicher Mitarbeiter des Unternehmens Carl Zeiss Jena. 1940/41 wurde er als Professor für Vermessungswesen und Photogrammetrie in die Bauingenieur-Abteilung der TH Dresden versetzt. Seit 1930 war Hugershoff Mitglied der NSDAP und im November 1933 unterzeichnete er das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler. Mit der Nahbildmessung versuchte er die Rassenforschung zu unterstützen.

Erfindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Hugershoffs Erfindungen gehören terrestrische Aufnahmekammern, Luftbildkammern für Platten und Filmbänder, Fortschaltmechanismen, vollautomatische Reihenbildner und Überdeckungsregler für Luftaufnahmen, besonders das Universalauswertegerät Aerokartograph (1926), das erstmals den Folgebildanschluss ganzer Bildreihen möglich machte (Aerotriangulation). Sonderkonstruktionen waren der stereometrische Messtisch zur kontinuierlichen Aufzeichnung von Schichtlinien in Anblick des Geländes, ein selbstreduzierendes Tachymeter für Entfernungs- und Höhenunterschiedsmessung, ein Auswertegerät nach dem Prinzip der Doppelprojektion (Aerosimplex) als Vorläufer des Mehrfachprojektionsgerätes Multiplex (1932), welches im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle spielte und lange die Grundlage der Kartenherstellung vieler Staaten bildete.

Den Leistungen Hugershoffs zu Ehren erinnert heute die Hugershoff Cove in der Antarktis an ihn.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundlagen der Photogrammetrie aus Luftfahrzeugen, 1919
  • Tierkundliche Anwendungen der Nahbildmessung und ihre Ausgestaltung, 1938

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]