Reinhart Maurach

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Reinhart Maurach (* 25. März 1902 in Simferopol/Russland; † 11. Juni 1976 in Gardone/Italien) war ein deutscher Jurist.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits während des Studiums der Rechts- und Staatswissenschaften kam Maurach mit dem Osteuropa-Institut in Breslau in Berührung. Während seines Studiums wurde er Mitglied der AMV zu Würzburg.[1] 1926 wurde er dort Abteilungsleiter und blieb dem Institut trotz anderer Tätigkeiten bis 1940 verbunden. 1930 wurde er Richter, 1940 Dozent an der Universität Breslau und wurde 1941 zum außerordentlichen Professor an der Universität Königsberg berufen. Dort gründete er das „Institut für osteuropäisches Recht“.

Das Ostrecht, vor allem das russische Recht, war neben dem Strafrecht vorrangiger Gegenstand seiner wissenschaftlichen Arbeit, die er ab 1948 in München fortsetzte, wo er Ordinarius der Juristischen Fakultät wurde. Er engagierte sich in zahlreichen ostwissenschaftlichen Vereinigungen und Institutionen. So war er 1957 maßgeblich an der Gründung des Instituts für Ostrecht in München beteiligt, fungierte als Vorstand des Vereins und zugleich als dessen Wissenschaftlicher Leiter. Daneben profilierte er sich als Strafrechtsexperte. Als Emeritus lehrte er bis kurz vor seinem Tod auch an der Hochschule für Politik (München).

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maurach veröffentlichte regelmäßig in der „Zeitschrift für das Ostrecht“ sowie ab 1934 auch in dem Nachfolgeorgan „Zeitschrift für das osteuropäische Recht“. 1939 veröffentlichte er den Band „Russische Judenpolitik“. Nach 1945 war er als Herausgeber und Mitherausgeber mehrerer juristischer Fachzeitschriften tätig und schrieb Standardwerke zum Allgemeinen und Besonderen Teil des Strafgesetzbuches.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Russische Judenpolitik, München 1938
  • zus.mit Peter-Heinz Seraphim und Gerhart Wolfrum: Ostwärts der Oder und Neiße, Tatsachen aus Geschichte - Wirtschaft - Recht, Hannover, Wiss. Verlagsanstalt von Schroedel-Siemau, 1949, 136 S., 17 Tabellen, 10 Karten, Illustriert
  • Abegg, Julius Friedrich Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 1, Duncker & Humblot, Berlin 1953, ISBN 3-428-00182-6, S. 6 f. (Digitalisat).
  • Handbuch der Sowjetverfassung, 1955
  • 50 Jahre Sowjetrecht (mit Boris Meissner), Stuttgart 1969
  • Deutsches Strafrecht (Band 1: Allgemeiner Teil, Band 2: Besonderer Teil), Stuttgart 1958

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verband Alter SVer (VASV): Anschriftenbuch und Vademecum. Ludwigshafen am Rhein 1959, S. 84.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]