Revierjagdsystem

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In Staaten mit Revierjagdsystem ist das Jagdrecht an Jagdbezirke oder -reviere gebunden.

Deutschland und Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland und Österreich, die beide republikweit das Revierjagdsystem kennen, ist das Recht zu jagen an den Grundbesitz gekoppelt. Die Jagd wird in Jagdbezirken oder Jagdrevieren ausgeübt. Der Grundstückseigentümer ist Inhaber des Jagdausübungsrechtes und übt dieses selbst aus, oder er verpachtet es an eine natürliche Person, einen Jagdscheininhaber.

Für Deutschland wird die zusammenhängende Mindestfläche zur Jagdausübung im Bundesjagdgesetz § 4 festgelegt. So entsteht ein Eigenjagdbezirk nach § 7 BJagdG mit mindestens 75 ha. Wo kein solcher besteht, bilden die Grundbesitzer eine Jagdgenossenschaft und legen ihre Flächen zu einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk (§ 8) zusammen. Mindestens 150 ha sind hier erforderlich.[1] Die Länder können in ihren Landesgesetzen abweichen.

Siehe auch: Jagdrecht (Deutschland) und Jagdrecht (Österreich).

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz ist die Jagd ein Regal des Staates, d. h. des Kantons, weshalb man hier unter Revierjagdsystem nicht genau dasselbe wie in Deutschland und Österreich versteht. In denjenigen Kantonen der Schweiz, die das Revierjagdsystem kennen (von West nach Ost: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Solothurn, Aargau, Luzern, Zürich, Schaffhausen, Thurgau und St. Gallen), umfassen die Einzelreviere in der Regel das Gebiet einer politischen Gemeinde. Diese Reviere werden an Jagdgesellschaften verpachtet, in denen nur die Pächter und deren Gäste jagen dürfen. Im Gegensatz hierzu dürfen in denjenigen Kantonen, die das Lizenzjagdsystem kennen, die Patentnehmer im ganzen Gebiet des jeweiligen Kantons jagen.

Siehe auch: Jagdrecht (Schweiz)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ilse Haseder, Gerhard Stinglwagner: Knaurs Großes Jagdlexikon, Augsburg 2000, Stichwort: Jagdsysteme, S. 437, ISBN 3-8289-1579-5.
  • Florian Asche: Das tapfere Schneiderlein. Deutsches Reviersystem. In: Deutsche Jagd-Zeitung, 4/2008, S. 6–8.
  • Rudolf Gürtler: Gefahr für das Reviersystem? In: Jagd in Tirol, 10/2011, S. 16–22.
  • Mark G. von Pückler: Reviersystem, Jagdrecht und Jagdausübungsrecht, Auskehranspruch. Problem Jagdbezirke (1). Rechts-Service für Jäger in Ost und West. In: Wild und Hund, 9/1991, S. 46–48.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Haseder, Stichwort: Jagdbezirke, S. 385 f.