Eigenjagd

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Eine Eigenjagd ist ein Jagdbezirk, in dem der Eigentümer oder alleinige Nutznießer nicht nur das Jagdrecht besitzt, sondern auch das Jagdausübungsrecht unmittelbar selbst besitzt.

Eigenjagd in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigenjagd oder Eigenjagdbezirk nennt man alle zusammenhängenden land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbaren Grundstücke, die einer Person oder Personengemeinschaft gehören und - zusammen - eine bestimmte Mindestgröße (in Bayern z. B. 81,755 Hektar) erreichen. Wenn der Grundeigentümer die öffentlich-rechtliche Voraussetzung für die Jagd, den Jagdschein, besitzt, kann er in seinem Eigenjagdbezirk jagen. Ansonsten kann er den Eigenjagdbezirk an einen oder mehrere Jäger verpachten.

Eigenjagd in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In anderen Ländern, wie z. B. der Schweiz, ist das Jagdrecht dagegen ein nicht-grundstückgebundenes, sondern hoheitliches Recht, siehe Jagdrecht. Das heißt, der hoheitliche Staat (in der Schweiz die Kantone) verfügt über die Jagdberechtigung und nicht einzelne privilegierte Grundeigentümer. Nach dieser Rechtsauffassung sind Wildtiere herrenlos bzw. unterstehen der staatlichen Hoheit, ohne staatliche Berechtigung ist kein privates Eigentum an ihnen möglich.

Eigenjagd in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jagdrecht ist in Gesetzgebung und Vollziehung Landessache, so dass sich die Organisation der Jagd nach den Jagdgesetzen der jeweiligen Bundesländer richtet.

Diese Landesjagdgesetze gehen allesamt auf die Jagdreform durch Kaiser Franz Josef zurück, der das Jagdrecht auf fremdem Eigentum aufhob und an das Grundeigentum band: wer mehr als 200 Joch zusammenhängenden Grund besaß, durfte das Jagdrecht selbst ausüben (Eigenjagdrecht), andernfalls musste es verpachtet werden. Diese ursprünglich 115 ha wurden dabei in einigen Landesjagdgesetzen modifiziert: neu zu schaffende Eigenjagden müssen in Tirol eine zusammenhängende Grundfläche von 200 ha, im Burgenland sogar eine von 300 ha aufweisen.

Eigenjagd in Südtirol[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Regionalgesetz 131 von 1964 in Südtirol war ein „Gesetz zur Schaffung der Reviere von Rechts wegen“. In diesem Rahmen wurden 14.158 Hektar in Südtirol als Eigenjagden konzessioniert. [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Südtiroler Jagdverband Chronik der Jagd
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