Richard Dixon Oldham

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Richard Dixon Oldham

Richard Dixon Oldham (* 31. Juli 1858 in Dublin; † 15. Juli 1936) war ein britischer Geologe und Mitglied der Royal Society. Er machte die erste eindeutige Identifizierung der getrennten Ankünfte von P-Wellen, S-Wellen und Oberflächenwellen auf Seismogrammen und vermutete die Existenz eines flüssigen Erdkerns.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war der Sohn des Geologen Thomas Oldham, besuchte zunächst die Rugby School in der englischen Grafschaft Warwickshire und später Royal School of Mines, eine staatliche Ausbildungsstätte für Bergbaukunde in London.[1]

1879 ging er zum Geological Survey of India. Er schrieb über 40 Publikationen über Themen wie heiße Quellen, die Geologie des Son-Tals und der Struktur des Himalaya und der Ganges-Ebene. Sein bekanntestes Werk handelte von der Seismologie. Sein Bericht über das Assam-Erdbeben von 1897 ging weit über Berichte von früheren Erdbeben. Es enthielt eine Beschreibung der Chedrang-Verwerfung mit einer Dislokation von bis zu 35 Metern. Sein wichtigster Beitrag zur Seismologie war die erste eindeutige Identifizierung der getrennten Ankünfte von P-Wellen, S-Wellen und Oberflächenwellen auf Seismogramme. Da diese Beobachtungen mit der Theorie der elastischen Wellen übereinstimmte, zeigten sie, dass man die Erde als elastischen Körper ansehen konnte.[2][3]

Im Jahr 1903 trat Oldham aus der Geological Survey of India, wegen Krankheit, aus und kehrte in das Vereinigte Königreich zurück. Im Jahr 1906 analysierte er die seismischer Ankunftszeiten der verschiedenen aufgezeichneten Erdbeben. Er folgerte aus den Laufzeitunterschieden, dass die Erde einen Kern hatte, und schätzte seinen Radius auf das 0,55-fache des Radius der Erde.[1][2]

Im Jahr 1908 wurde er mit der Lyell-Medaille ausgezeichnet, im Jahr 1911 wurde er Mitglied der Royal Society[4], und war von 1920 bis 1922 Präsident der Geological Society of London[4], er starb am 15. Juli 1936

1893 bearbeitete er den Manual of the geology of India von H. D. Medlicott und W. T. Blanford neu.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b W. Bragg: Tribute to deceased fellows of the Royal Society. In: Science. 84, Nr. 2190, 1936, S. 539–546. bibcode:1936Sci....84..539B. doi:10.1126/science.84.2190.539. PMID 17834950.
  2. a b Oldham, Richard Dixon (=  Complete Dictionary of Scientific Biography), Band 10. Charles Scribner’s Sons, 2008, S. 203.
  3. Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der TU Braunschweig; Oldham, Richard Dixon
  4. a b C. Davison: Richard Dixon Oldham. 1858-1936. In: Obituary Notices of Fellows of the Royal Society. 2, Nr. 5, 1936, S. 111–113. doi:10.1098/rsbm.1936.0008.