Richard Falck

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Richard Falck

Richard Falck (* 7. Mai 1873 in Landeck in Westpreußen; † 1. Januar 1955 in Atlanta, Vereinigte Staaten) war ein deutscher Mykologe. Sein botanisch-mykologisches Autorenkürzel lautet „Falck“.

Nach einer Ausbildung zum Apotheker studierte Jahn seit 1900 an der Universität Breslau bei Oscar Brefeld bis zur Promotion 1902. 1905 wurde er dessen Nachfolger, 1910 zum Professor für Technische Mykologie an der Forstakademie Hannoversch Münden berufen. Als Jude und Demokrat stand er in der Weimarer Republik bereits seit 1920 unter erheblichen antisemitischen Anfeindungen und Boykottmaßnahmen der Studenten und Kollegen, die bis zur Aufhebung der Vorlesepflicht 1929 durch den preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Heinrich Steiger führten. 1921 wurde gegen seine Stellung ein zweiter Mykologe, Eduard Jahn, berufen. Ein erster Fluchtversuch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme scheiterte am 28. März 1933 am Verbot der Behörden, die Stadt zu verlassen. Sein Haus wurde von Studenten überwacht, sein Assistent Otto Reis verhaftet, später deportiert. Bereits vor seiner offiziellen Beurlaubung am 3. Mai 1933 sowie Entlassung als Beamter am 24. August 1933 emigrierte er 1933 über Rom nach Palästina, später weiter in die Sowjetunion und in die USA. 1946 fand er in Tiberias und von 1950 an bis zu seinem Tod in Atlanta eine Anstellung. Das deutsche Wiedergutmachungsverfahren mit Zahlung der Bezüge an einen emeritierten Professor verzögerte sich bis 1954.

Falck leistete viel zur Bekämpfung des Hausschwamms und fand 1923 gemeinsam mit Edgar Wedekind einen Schimmelpilz, der wie Penicillin Heilwirkung hatte.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Cultur der Oidien und ihre Rückführung in die höhere Fruchtform bei den Basidiomyceten. Aus dem pflanzenphysiologischen Institut der Universität Breslau. Nischkowsky, Breslau 1902 (Dissertation, Universität Breslau, 14. Juni 1902).
  • 12 Hefte Hausschwammforschungen. 1907–1937 (Hauptwerk).
  • Ernst Späth, Karl Jeschki: Über das Sparassol. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft (A and B Series). 57, 1924, S. 471–474, doi:10.1002/cber.19240570320. (Literaturbericht)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]