Richard Freund (Politiker, 1891)

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Richard Freund (* 25. November 1891 in Wien; † 28. Januar 1974 ebenda) war ein österreichischer Politiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Richard Freund besuchte die Volks- und Bürgerschule, und absolvierte danach eine Lehre zum Seidenfärber. Als Arbeiter trat er somit in jungen Jahren traditionellerweise der Gewerkschaft und der SPÖ bei. 1912 fand er Arbeit bei den k.k. österreichischen Staatsbahnen, wo er als Hilfsarbeiter beschäftigt wurde, zunächst als Wagenputzer arbeitete und später für den Verschub der Triebwagen verantwortlich zeichnete. Obwohl im Februar 1934 die Gewerkschaften verboten wurden, engagierte sich Freund auch weiterhin bis 1938 aktiv in deren Sinn. Mehrfach wurde Freund verhaftet, wurde jedoch ebenso oft nach kurzer Zeit wieder entlassen.

Schon früh betrieb er Opposition zum Nationalsozialismus, und trat gegen einen „Anschluss“ Österreichs an Deutsches Reich auf. Er hatte Verbindungen zu einer Gruppe Sozialisten, die in Salzburg operierten, und wie er Widerstand leisteten. Als diese Gruppe im Frühjahr 1943 von der Gestapo verhaftet wurde, wurde auch Freund am 17. Mai 1943 festgenommen, und in einem Prozess, der am 9. Februar 1944 vor dem Volksgerichtshof in Berlin abgehalten wurde, wegen Nichtanzeige eines hochverräterischen Vorhabens zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. 1945 wurde er auf einen Todesmarsch in die Justizanstalt Stein geschickt, um dort exekutiert zu werden; der Einmarsch der Alliierten rettete sein Leben.

Richard Freund ging nach dem Zweiten Weltkrieg in die Politik. Bereits im Dezember 1945 wurde er als Abgeordneter des Wiener Bezirks Margareten Mitglied des Bundesrats, ein Amt, das er bis März 1953 innehatte. Während dieser Zeit leitete er von Juli bis Dezember 1950 als Präsident des Bundesrates jenes hohe Gremium des Staates. Im März 1953 wurde er als Abgeordneter in den Nationalrat gewählt, und konnte seinen Sitz bis Juni 1959 halten.

Richard Freund starb im Jänner 1974, im Alter von 82 Jahren, in Wien.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karla Nieraad: Familienbande. In: Lillian Gewirtzman, Karla Nieraad (Hg): Nach dem Schweigen. Geschichten von Nachfahren. Ulm 2016, ISBN 978-3-86281-105-2, S. 39–42. (Über Richard Freund in der Familienüberlieferung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Adolf VögelPräsident des Österreichischen Bundesrats
1. Juli 1950 – 31. Dezember 1950
Jakob Mädl

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)