Riksantikvarieämbetet

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SchwedenSchweden Riksantikvarieämbetet
— RÄA —
Aufsichts­behörde(n) Kulturministerium
Bestehen seit dem 20. Mai 1630
Hauptsitz Stockholm
Koordinaten 59° 20′ 2,8″ N, 18° 5′ 24,7″ OKoordinaten: 59° 20′ 2,8″ N, 18° 5′ 24,7″ O
Generaldirektor Lars Amréus (seit 2012)[1]
Mitarbeiter rund 400
Website raa.se

Riksantikvarieämbetet (RAÄ; deutsch Reichsantiquaramt oder Zentralamt für Denkmalpflege) ist Schwedens zentrale Verwaltungsbehörde im Bereich des kulturellen Erbes und für Denkmalpflege. Es hat seinen Hauptsitz in Stockholm, doch ist eine Übersiedelung nach Gotland geplant. Am Zentralamt arbeiten etwa 400 Mitarbeiter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Institution wurde am 20. Mai 1630 von Gustav II. Adolf von Schweden gegründet, nachdem sein Interesse an Antiquitäten unter anderem durch seinen Lehrer, den Runenforscher Johannes Bureus geweckt worden war. Vorbild für diese Einrichtung war ein dänischer Erlass aus dem Jahr 1622, der dazu diente „opsöge og antegne alleslags Antiquiteter og Documenter“ (deutsch: „Aufspüren und zusammentragen von Antiquitäten und Dokumenten jeglicher Art“), mit dem der dänische Runenforscher und Archivar Ole Wormius beauftragt war.[2] Bureus bereiste also das Land, untersuchte Runensteine, sammelte Münzen und alte Chroniken, Gerichtsbücher, Briefe und Manuskripte. Unter der Leitung von Bureus wurden rund 1600 antike Monumente erforscht. Das Zentralamt für Denkmalpflege ist verbunden mit den Staatlichen historischen Museen schwedisch Statens historiska museer (Staatliches historisches Museum, Königliches Münzkabinett), gemeinsam unterhalten sie die Bibliothek der Königlichen Akademie für Schöne Literatur, Geschichte und Altertumskunde schwedisch Kungliga Vitterhetsakademiens bibliotek.[3]

Nach der Einrichtung dieser Behörde 1630 wurde in Schweden 1662 ein Denkmalschutzgesetz erlassen und die Universität Uppsala richtete eine Professur für Altertümer ein.[4]

Die Aufgaben des Zentralamts für Denkmalpflege sind der Schutz, die Dokumentation und die Pflege von kulturell bedeutungsvollen Objekten, Orten und Umgebungen. Das umfasst Einsätze zum Schutz von Denkmälern, Forschung und Forschungsinformation, Pflege und Konservierung sowie archäologische Untersuchungen. Das Zentralamt für Denkmalpflege ist dem Kulturministerium zugeordnet.

Riksantikvarieämbetet

Liste der Reichsarchivare seit 1630[5]

Name Zeitraum
Johannes Bureus 1630–1648
Georg Stiernhielm 1648–1651
Johan Axehielm 1652–1657
Laurentius Bureus 1657–1665
Olof Verelius 1666–1675
Jacob Reenhielm 1675–1678
Johan Hadorph 1679–1693
Johan Peringskiöld 1693–1719
Johan Fredrik Peringskiöld 1720–1725
Johan Helin 1725–1750
Carl Reinhold Berch 1750–1777
Gudmund Jöran Adlerbeth 1778–1793
Johan David Flintenberg 1793–1795
Georg Frans Tihleman 1795–1802
Jonas Hallenberg 1803–1819
Carl Birger Rutström 1820–1826
Name Zeitraum
Johan Gustaf Liljegren 1826–1837
Bror Emil Hildebrand 1837–1879
Hans Hildebrand 1879–1907
Oscar Montelius 1907–1913
Carl Bernhard Salin 1913–1923
Otto Janse 1918–1923
Sigurd Curman 1923–1946
Martin Olsson 1946–1952
Bengt Thordeman 1952–1960
Gösta Selling 1960–1966
Sven B.F. Jansson 1966–1972
Roland Pålsson 1972–1987
Margareta Biörnstad 1987–1993
Erik Wegræus 1993–2003
Inger Liliequist 2003–2012
Lars Amréus 2012

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Ausgaben, herausgegeben vom Zentralamt für Denkmalpflege in Stockholm

  • Bengt Edgren, Joachim Wesseloh: Eketorp. Das befestigte Dorf auf Öland. 1985, ISBN 91-7192-458-2.
  • Bengt Edgren, Katharina Weigarth, Joachim Wesseloh: Die Tiere in Eketorp. 1988, ISBN 91-7192-727-1.
  • Anders Ödman: Glimmingehus. 2001, ISBN 91-7209-208-4.
  • Leif Anker, Gunilla Litzell, Bengt A. Lundberg: Welterbestätten in Schwedwn. 2002, ISBN 91-7209-256-4.

Zeitschrift: Schwedische Kulturdenkmäler. OCLC 594031180

  • Gunnar Svahnström: Die Kirchen von Visby. 1986, OCLC 257847431.

Digitalisierungen
Mit der Erlaubnis des Amtes digitalisierte die Universitätsbibliothek Stockholm im Jahr 2011 die Reihe Sveriges runinskrifter (Schwedische Runeninschriften), die aus mehreren Bänden besteht. Das Projekt Runeberg übernahm diese und bearbeitete sie 2012 neu, damit sie korrekturgelesen werden konnten.

  • Sven Söderberg: Sveriges runinskrifter. Band 1: Ölands runinskrifter. Norstedt, Stockholm 1906 (runeberg.org).
  • Erik Brate, Elias Wessén, Ragnar Kinander, Hugo Jungner, Elisabeth Svärdström, Sven B. F. Jansson: Sveriges runinskrifter. Band 2: Östergötlands runinskrifter. Norstedt, Stockholm 1911 (runeberg.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Riksantikvarieämbetet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Swedish National Heritage Board. In: raa.se. Abgerufen am 18. Juli 2018 (englisch).
  2. Adolf Schück: Gustav Adolfs kulturgärning. In: KarlI Våhlin (Hrsg.): Ord och Bild / Fyrtioförsta årgången. 1932, S. 561–573, hier 571 (schwedisch, runeberg.org).
  3. Wolfgang Undorf: Kungliga Vitterhetsakademiens bibliotek – Bibliothek der Königlichen Akademie für Schöne Literatur, Geschichte und Altertumskunde. In: Bernhard Fabian, Günter Kükenshöner (Hrsg.): Handbuch deutscher historischen Buchbestände. Dänemark und Schweden. Georg Olms Verlag, Hildesheim 2003, ISBN 978-3-487-41768-4, S. 180–186 (fabian.sub.uni-goettingen.de).
  4. Denkmalschutz und Denkmalpflege: Eine kurze Chronik. In: Die Welt. Axel Springer, 17. April 2015 (welt.de).
  5. Riksantikvarieämbetets historia. In: raa.se. Abgerufen am 18. Juli 2018 (schwedisch).