Rimschweiler

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Rimschweiler
Wappen der ehemaligen Gemeinde Rimschweiler
Koordinaten: 49° 13′ 4″ N, 7° 22′ 31″ O
Höhe: 232 m ü. NHN
Einwohner: 1930 (2010)
Eingemeindung: 22. April 1972
Postleitzahl: 66482
Vorwahl: 06332
Karte
Lage in Zweibrücken

Rimschweiler ist ein Stadtteil von Zweibrücken, einer Stadt in Rheinland-Pfalz unweit der Grenzen zu Frankreich und zum Saarland.

Auf der Gemarkung liegt auch der Weiler Heidelbingerhof.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rimschweiler befindet sich in der Westricher Hochfläche und liegt am Ufer des Hornbachs im Hornbachtal. Der Stadtteil liegt zwei Ortschaften nördlich der französischen Grenze und zwei Ortschaften westlich an der saarländischen Grenze.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rimschweiler liegt westlich der Zweibrücker Stadtmitte und grenzt direkt an diese an. Im Nordwesten grenzt Rimschweiler an den Stadtteil Ixheim, im Westen an Althornbach und im Nordosten an Contwig an.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ufer des Hornbachs befinden sich fluviatile Sedimente, welche im Westen zu unterem Buntsandstein der Pfalz und dann in unteren Muschelkalk übergehen. Im Osten des Hornbachs gehen die fluviatile Sedimente in mittleren und oberen Buntsandstein der Pfalz über, danach in unteren Muschelkalk.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname auf „-weiler“ gehört zu einem Ortsnamentypus, der im Frühmittelalter häufig gewählt wurde. Gottfried von Rimeswilre verwaltete um 1200 eine Prekarie des Klosters Wadgassen.[1] Rimschweiler hatte stets die gleiche Landeszugehörigkeit wie Zweibrücken.

Das Dorf Rimschweiler gehörte bis zur Französischen Revolution zur Schultheißerei Ixheim im pfalz-zweibrückischen Oberamt Zweibrücken.[2] Ab 1793 wurde das Linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg französisch besetzt. Von 1798 bis 1814 gehörte Rimschweiler zum Kanton Neuhornbach im Departement Donnersberg. Im Jahr 1802 lebten 194 Einwohner im Ort (mit Heidelbingerhof), davon 165 Reformierte, 23 Lutheraner und sechs Katholiken.[2]

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Rimschweiler von 1817 an zum Landkommissariat Zweibrücken im Rheinkreis, ab 1862 zum Bezirksamt Zweibrücken und von 1939 an zum Landkreis Zweibrücken.

Das 20. Jahrhundert traf die Einwohner mit dem Bau des Westwalls ab 1936/37, der Evakuierung 1939/40 und erneut 1944/45, schließlich dem Durchzug der Hauptkampflinie 1945. Als 1951 Gelände für die Anlegung des Flugplatzes beschlagnahmt wurde, ging neben Ackerland auch der Gemeindewald verloren. Bei der Verwaltungsreform wurde Rimschweiler am 22. April 1972 nach Zweibrücken eingemeindet.[3]

Der Heidelbingerhof geht auf eine Siedlung namens Heidelbingen zurück. Ortsnamen auf „-ingen“ gehören dem Frühmittelalter an. Im Jahr 1298 schenkte Ritter Bertram von Zweibrücken seine Güter zu Heydelbingen dem Nonnenkloster in Zweibrücken.[4]

Am 7. Januar 1986 kollidierten über dem Kirschbacherhof zwei Jets der US Air Force des Typs McDonnell F-15 Eagle. Eine Maschine zerschellte im Ortskern von Rimschweiler und setzte Gebäude in Brand. Die zweite Maschine stürzte in einen Wald einige hundert Meter oberhalb der evangelischen Kirche. Bei dem Absturz wurden ein Zivilist aus Rimschweiler getötet und vier Zivilisten verletzt. Einer der beiden Piloten kam ums Leben, der andere wurde leicht verletzt.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Stadtteil Rimschweiler wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören 15 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt die direkt gewählte Ortsvorsteherin.[6]

Für weitere Informationen zum Ortsbeirat siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Zweibrücken.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsvorsteherin ist Isolde Seibert (SPD). Sie wurde bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 82,23 % wiedergewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Rimschweiler

Das Wappen wurde am 14. Februar 1952 verliehen. Der Löwe ist dem Wappen der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken entnommen, die das Gebiet bis 1793 beherrschten. Der Bischofsstab verweist auf das Kloster Hornbach, die im Mittelalter viele Besitztümer im Ort hatte. Der Helm verweist auf die mittelalterlichen Ritter, die ihren Besitz im Dorf hatten, von denen aber kein Wappen bekannt ist. Das Wappen ist geteilt in Rot und Gold, links ein goldener, nach links gebogener Bischofsstab, bedeckt mit einem silbernen (blau schimmernden) Ritterhelm, rechts ein roter, blau bewehrter und gezungter Löwe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TUS 1894 Rimschweiler e.V ist einer der größten Vereine im Ort. Er unterhält einen Fußballplatz, eine Sporthalle, sowie ein Sportheim.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am zweiten Wochenende im September findet die Kirchweihe („Rimschwiller Kerb“) statt. Diese wird durch die Straußbuben und -mädchen, Vereine, Wirtschaften und privat Personen gestaltet.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Bundesstraße 424. Es besteht Anschluss an die Buslinien 221 und 226 (Fashion Outlet) der Verkehrsgesellschaft Zweibrücken[10], sowie der Buslinien 235 und 236 der DB Regio Bus Mitte.

Von 1913 bis 1967 besaß Rimschweiler einen Bahnhof an der inzwischen stillgelegten Hornbachbahn.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Gehring, Richard Hudlet: Zweibrücker Höfe. Hermann Gehring, Selbstverlag, Blieskastel 1997, S. 80.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carl Pöhlmann: Regesten der Grafen von Zweibrücken aus der Linie Zweibrücken, bearbeitet durch Anton Doll, Speyer 1962, S. 11, Nr. 27. Vgl. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz, Speyer 1991, S. 390
  2. a b Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Band 4, F. C. Neidhard, 1837, S. 146 f. (Google Books)
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 183 (PDF; 2,8 MB).
  4. Rudolf Buttmann: Quellen zur Geschichte des Reuerinnenklosters, der Kapelle am Marienstein und der Pfarrkirche zu Zweibrücken, Regesten Nr. 62 und 62a. In: Westpfälzische Geschichtsblätter, 16. Jahrgang, Zweibrücken 1912, Nr. 5. Vgl. Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz, Speyer 1991, S. 197
  5. Informationen und Augenzeugenberichte zum Absturz (Memento vom 21. Dezember 2007 im Internet Archive) (englisch)
  6. Stadt Zweibrücken: Hauptsatzung. (PDF) § 2 und § 5. 18. November 2018, abgerufen am 26. Oktober 2019.
  7. Stadt Zweibrücken: Ergebnis Ortsvorsteher Rimschweiler 2019. Abgerufen am 26. Oktober 2019.
  8. TUS Rimschweiler: Vereinsgeschichte. Abgerufen am 4. Oktober 2021.
  9. Zweibrücken: Rimschweiler. Abgerufen am 4. Oktober 2021.
  10. VRN: Liniennetzplan Stadt Zweibrücken. (PDF) 6. Oktober 2020, abgerufen am 4. Oktober 2021.