Ring-Café (Leipzig)

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Ring-Café Leipzig (2009)

Das Ring-Café Leipzig befindet sich im Mittelteil der Leipziger Ringbebauung. Diese dominiert den südöstlichen Ring und umfasst die Häuser Roßplatz 1–14. Das gesamte Architekturensemble steht als Dokument der DDR-Architektur unter Denkmalschutz.[1] Seine zentrale Lage direkt am City-Ring lässt die Angliederung an das Leipziger Zentrum zu.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grundstein für die Ringbebauung und somit auch für das Ring-Café wurde am 29. August 1953 durch Walter Ulbricht (1893–1973) gelegt.[2] Zur Ausführung kam ein Entwurf des Entwurfsbüros für Hochbau Leipzig, unter Architekt Rudolf Rohrer (1900–1968).[2] Ausführender Baubetrieb war der VEB Bau-Union Leipzig.[2]

Aufbau und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ring-Café wurde am 13. Januar 1956 feierlich eröffnet. Es war mit 540 Plätzen damals das größte Café der DDR[3] und bestand aus vier Teilen: dem Tages-Café und der Mokkadiele im Erdgeschoss und dem Konzertcafé mit separater Bar im ersten Obergeschoss. Des Weiteren gab es vor dem Tages-Café unten einen großzügigen Freisitz sowie vor dem Konzertcafé oben eine große Terrasse.[4] Alle Räume waren mit edlen Materialien ausgestattet und erzeugten den Eindruck eines gediegenen Hauses, das allerdings jedem zugänglich sein sollte. Die technische Ausstattung genügte den Ansprüchen der 1950er Jahre vollends; man verfügte beispielsweise über eine automatisch öffnende Tür vom Kellnergang in den Gastraum[5], aber auch über automatische Kühltische und -schränke.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Veranstaltungen im Ring-Café waren die Leipziger Moderevuen, welche sich durch getanzte Modenschauen auszeichneten. Darüber hinaus gab es auch Unterwäschemodenschauen, Tanztees und Faschingsbälle. Wohl jeder größere Leipziger Betrieb hielt Betriebsfeiern im Ring-Café ab; auch die Frauentagsfeiern waren recht „lebhaft“.[6]

In den 1990er und frühen 2000er Jahren gab es etliche Versuche, das Ringcafé in seiner alten Pracht wiederzubeleben.

Seit 2003 nutzt eine Freie evangelische Gemeinde Teile des Ring-Cafés für ihre Veranstaltungen.[7]

Seit 2017 findet im Mai im Ring-Café eine vom ehemaligen Thomaskantor Georg Christoph Biller (* 1955) organisierte, dem in der Nähe des heutigen Ring-Cafés verstorbenen Komponisten Max Reger (1873–1916) gewidmete „Regeriade“ statt.[8][9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Lindert, Matthias Schulz: „…am besten war der Krebscocktail…“. Geschichten und Geschichte zum 55. Geburtstag des Leipziger Ringcafés. KBB e.V., Leipzig 2011, ISBN 978-3-00-033635-5.
  • Leipzig: Wohngebäude auf dem Roßplatz. In: Deutsche Architektur. Jg. 2, Nr. 6, 1953, ISSN 0011-9865, S. 300.
  • Horst Riedel (Red.: Thomas Nabert): Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. PRO LEIPZIG, Leipzig 2012, ISBN 978-3-936508-82-6, S. 502.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmalschutz Objekt-ID 09290549
  2. a b c Ralf Koch: Leipzig und Dresden. Städte des Wiederaufbaus in Sachsen. Stadtplanung, Architektur, Architekten 1945–1955. Leipzig 1999 (Leipzig, Universität, Dissertation, 1999).
  3. Horst Riedel (Red.: Thomas Nabert): Stadtlexikon Leipzig von A bis Z. PRO LEIPZIG, Leipzig 2012, ISBN 978-3-936508-82-6, S. 502
  4. Rudolf Rohrer: Die Neubauten am Roßplatz in Leipzig. In: Deutsche Architektur. Jg. 4, Nr. 3, 1955, S. 100–107.
  5. Rudolf Rohrer: Ring-Café in Leipzig. In: Deutsche Architektur. Jg. 5, Nr. 12, 1956, S. 513–515.
  6. Lindert, Schulz: „…am besten war der Krebscocktail…“. 2011, passim.
  7. Ring-Café. FeG Leipzig, abgerufen am 7. Januar 2015.
  8. I. Regeriade. Abgerufen am 17. März 2018.
  9. Regeriade 2018. Abgerufen am 17. März 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ring-Café – Sammlung von Bildern

Koordinaten: 51° 20′ 9,1″ N, 12° 22′ 49,6″ O