Ritzel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ritzel (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als Ritzel wird das im Durchmesser kleinere und antreibende der beiden Zahn- oder Kettenräder in einem Zahnrad- , Zahnriemen- oder Kettengetriebe bezeichnet.[1]

Infolge seiner Kleinheit ist es manchmal kein eigenständiges Rad, sondern bildet mit seiner Getriebewelle eine Einheit (Ritzelwelle).

Beim Kettenantrieb des Fahrrads ist das Ritzel abweichend vom Sprachgebrauch nach DIN das angetriebene Rad.

Arbeitsmaschinen, Motorfahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Differentialgetriebe: Kegelradritzel treibt Tellerrad an

Die Antriebsmotoren für Arbeitsmaschinen und Motorfahrzeuge im Maschinen- bzw. Fahrzeugbau haben i.d.R. eine höhere Drehzahl als die angetriebenen Wellen. Insofern ist hier das Ritzel meistens das antreibende Rad im Getriebe (bei mehrfacher Übersetzung ins Langsame jeweils erneut).

In nebenstehender Abbildung treibt das kleinere Kegelrad-Ritzel (links der beiden Kegelrollenlager) das größere Tellerrad am Eingang eines Differentialgetriebes an.

Räderuhr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritzel (Trieb) einer Räderuhr mit nur 6 Zähnen auf einer Ritzelwelle

Bei den Räderuhren ist für das kleinere Rad einer Zahnrad-Getriebestufe der Begriff Trieb üblich. Ritzel ist hier ein veralteter Begriff. Es ist i.d.R. das angetriebene Rad. Die Übersetzung ins Schelle ist hier besonders groß, was nur mit einer speziellen Zahnform – nicht mit der im Maschinenbau üblichen Evolventenverzahnung – möglich ist. Die Zähnezahl des Ritzels darf im Minimum 6 sein (13 bei Evolventenverzahnung).[2]

Fahrrad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Fahrrad wird die Bezeichnung nach DIN niemals verwendet. Ein einzelnes Zahnrad am Hinterrad nennt man meist Zahnkranz, seltener Ritzel. Die Gesamtheit der Zahnkränze heißen Zahnkranzpaket, Kassette oder Ritzelpaket. Über das vorn am Tretlager befindliche Kettenblatt und einen hinteren Zahnkranz wird zur Kraftübertragung eine Kette geführt. Das antreibende vordere Zahnrad am Fahrrad wird niemals Ritzel genannt, selbst wenn es kleiner als das getriebene Rad ist.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Gressmann, Franz Beck, Rüdiger Bellersheim: Fachkunde Fahrradtechnik. 1. Auflage, Verlag Europa Lehrmittel, Haan-Gruiten, 2006, ISBN 3-8085-2291-7
  • Fritz Winkler, Siegfried Rauch: Fahrradtechnik Instandsetzung, Konstruktion, Fertigung. 10. Auflage, BVA Bielefelder Verlagsanstalt GmbH & Co. KG, Bielefeld, 1999, ISBN 3-87073-131-1
  • Richard Hallet: Fahrrad-Wartung-Pflege-Reparatur. 1. Auflage, BVA Bielefelder Verlag GmbH & Co. KG, Bielefeld, 2003, ISBN 3-87073-308-X
  • Rob van der Plas: Die Fahrradwerkstatt – Reparatur und Wartung Schritt für Schritt. 1. Auflage, BVA Bielefelder Verlaganstalt, Bielefeld, 1995, ISBN 3-87073-147-8

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIN 868 3.1.2: „Das kleinere der beiden Räder eines Radpaares wird als Ritzel oder Kleinrad …, das größere als Rad oder Großrad bezeichnet (DIN 868 3.1.2).“
  2. Siegfried Wetzel: Uhrwerktechnik und Feinwerktechnik
  3. Zahnkranzpaket auf Fahrradmonteur.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]