Robert Runcie

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Robert Runcie
Grabmal von Robert Runcie bei St. Albans

Robert Alexander Kennedy Runcie, Baron Runcie MC PC (* 2. Oktober 1921 in Liverpool; † 1. Juli 2000 in St Albans) war von 1980 bis 1991 Erzbischof von Canterbury und Primas der Church of England.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn eines Elektroingenieurs und ehemalige Presbyterianer diente während des Zweiten Weltkriegs als Panzerkommandant bei den Scots Guards und wurde 1945 mit dem Military Cross ausgezeichnet. 1951 wurde er zum Priester geweiht und 1970 zum Bischof von St. Albans ernannt. Robert Runcie galt als passionierter Schweinezüchter.

Erzbischof von Canterbury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Wahl stellte einen Bruch mit den Traditionen dar, weil in der Regel der Erzbischof von York in dieses Amt gewählt wird, doch der damalige Inhaber dieses Postens, Stuart Blanch, hatte eine Wahl abgelehnt. Während seiner Amtszeit geriet er mehrfach in Konflikte mit der konservativen Regierung Margaret Thatchers. Dabei ging es neben Einwänden gegen chauvinistische Töne im Zusammenhang mit dem Falklandkrieg vor allem um seine Kritik an den marktliberalen Reformen der britischen Regierung, insbesondere zur Zeit des großen Bergarbeiterstreiks von 1984–85. In der von Runcie geförderten kirchlichen Studie Faith in the City forderte die Church of England 1985 zu einer sozialpolitischen Umkehr auf, um die Verarmung und den Zerfall der Innenstädte einzudämmen. Angesichts der weitgehenden Lähmung der Labour Party als Oppositionskraft galt die Church of England zeitweise als einflussreichste Gegnerin der Thatcher-Regierung, die wiederum der Kirche ein zu starkes politisches Engagement unterstellte.

Internationale Bekanntheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde vor allem über die Grenzen der Anglikanischen Kirche bekannt, indem er am 29. Juli 1981 in der Londoner St Paul’s Cathedral den Vermählungsgottesdienst des Prince of Wales mit Lady Diana Spencer leitete.

House of Lords[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Runcie war von 1973 bis 1991 als geistlicher Lord Mitglied des House of Lords. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Erzbischofs von Canterbury wurde er 1991 als Baron Runcie, of Cuddesdon in the County of Oxfordshire, zum Life Peer erhoben und konnte so bis zu seinem Tod im Jahr 2000 Mitglied des Oberhauses bleiben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Christian Schütt: Chronik 1979. Chronik Verlag, Gütersloh 1992, ISBN 3-611-00172-4, S. 40
  • Humphrey Carpenter, Robert Runcie. The Reluctant Archbishop, London 1999. ISBN 978-0340571071.
  • Peter Itzen, Streitbare Kirche. Die Church of England vor den Herausforderungen der Moderne, Baden-Baden 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VorgängerAmtNachfolger
Edward JonesBischof von Saint Albans
1970–1980
John Bernard Taylor
Frederick Donald CogganErzbischof von Canterbury
1980–1991
George Leonard Carey