Robert Schneider (Maler, 1944)

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Robert Schneider (* 29. Juli 1944 in Buchheim, Gemeinde March (Breisgau) bei Freiburg im Breisgau; † 21. Februar 2021 in Hamburg) war ein deutscher Maler und Zeichner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneider wuchs auf einem kleinen Bauernhof auf, der nur noch zur Selbstversorgung bewirtschaftet wurde. Die Erziehung war konfliktbeladen, deshalb verließ er früh sein Elternhaus. In den 1960er Jahren bereiste er Europa und entdeckte dabei seine Neigung zur Kunst. Nach seiner Rückkehr ins Badische heiratete er und bekam einen Sohn und hatte seit 2005 eine Enkeltochter. Schneider lebte und arbeitete in Hamburg, wo er im Februar 2021 im Alter von 76 Jahren starb.

Arbeitsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlachthof I, 1985, Acryl auf Leinwand, 140 × 110 cm, im Besitz des Künstlers.

Beeinflusst von surrealistischen Motiven und den politischen Diskussionen um 1968 entdeckte Schneider für sich die gegenständliche Malerei mit ihren inhaltlichen und engagierten Positionen.

Es entstanden Bilder, die sich mit dem Menschen und seinen Hinterlassenschaften beschäftigten, ohne diesen zu zeigen. Es folgten Umzüge nach Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg. Die mit den Ortswechseln verbundenen positiven Anregungen führten später zur „Jahrhundertreflexion“. Dieses malerische Nachdenken und die Analyse des vergangenen Jahrhunderts zeigte Schneider exemplarisch an jeweils besuchten Orten, wie Bitterfeld, Kattowitz, Auschwitz, Verdun, Bremen-Farge und Baku/Aserbaidschan. Während dieser Arbeitsreisen entstanden vor Ort unzählige Skizzen und Fotos als Arbeitsgrundlage. Im Atelier wurden die Eindrücke verdichtet und dem Aussagehintergrund unterworfen. Das Ergebnis waren die von 1991 bis 2002 entstandenen Zyklen. Schneider gab sich jedoch nicht mit der Bestandsaufnahme zufrieden, sondern setzte die Reihe mit apokalyptischen Visionen ins 21. Jahrhundert fort. Dazu gehören der Zyklus Öl und vor allem die Serien Fisch und Fleisch: die Materie wird zur Metapher. Diese in zwölf Jahren entstandene Jahrhundertreflexion[1] bildet Schneiders Hauptwerk. Daneben umfasst sein Œuvre auch Einzelbilder, Triptychen und kleine Serien.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnee I, 2003, Acryl/Lwd., 110 × 180 cm. Im Besitz des Künstlers.

Jahrhundertreflexion:

  • Bitterfeld (1991–1993)
  • Śląsk/Oberschlesien (1993–1996)
  • Öl (1999–2001) Baku, Aserbaidschan
  • Auschwitz (1996–1997)
  • Fisch (1997–1999)
  • Verdun (2001–2002)
  • Bunker Valentin (2002) Bremen-Farge
  • Fleisch (2002–2005)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunstsignale, Mensch & Industrie, Patriotische Gesellschaft von 1765. Katalog. Hamburg 1987.
  • 200 Jahre Französische Revolution. Katalog. Staatliche Kunsthalle Berlin. 1989.
  • Robert Schneider. Katalog. Studio Galerie. Hamburg 1990.
  • Robert Schneider. Bitterfeld. Katalog. Kunsthalle Wilhelmshaven [u. a.] Bremen 1997.
  • Robert Schneider. Malerei. Zeichnung. Katalog (polnisch). Muzeum Śląskie. Katowice 1997.
  • Robert Schneider – Slask/Oberschlesien. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung im Schlesischen Museum Katowice/Polen. Katowice 1997.
  • Robert Schneider. Auschwitz. Katalog. Bremen 1998.
  • Werkabbildungen in: Türk; Klaus: Bilder der Arbeit. Eine ikonografische Anthologie. Wiesbaden. 2000.
  • Die zweite Schöpfung – Bilder der industriellen Welt. Ausstellungskatalog des Deutschen Historischen Museums im Martin-Gropius-Bau, Berlin 2002.
  • Der Weltkrieg 1914–18. Ereignis und Erinnerung. Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin 2004.
  • Klaus Türk: Robert Schneiders Jahrhundert-Reflexion. Video. Wuppertal 2007.
  • Jörg Meissner: Orte der Erinnerung. Verdun als Schauplatz der Geschichte und Sinnbild der Kunst im Werk des Malers Robert Schneider. In: Kat. Der Erste Weltkrieg und die Kunst. Landesmuseum Oldenburg 2008, S. 218–229 u. 237.
  • Bilderschlachten. 2000 Jahre Nachrichten aus dem Krieg. Katalog. Technik-Medien-Kunst, Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück 2009.
  • Feuerländer – Regions of Vulcan.Katalog. LVR-Industriemuseum Oberhausen, Ruhr 2010, Kulturhauptstadt Europas 2010.
  • Karin von Maur: Zwischen Farbe und Form. 60 Jahre Kunst in und aus Baden-Württemberg. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2013.
  • Martin Bayer: Von Flandern bis Verdun: Schlachtenlandschaften des Ersten Weltkriegs in der Gegenwartskunst. In: Christian Stachelbeck (Hrsg.): Materialschlachten 1916. Ereignis, Bedeutung, Erinnerung. Verlag Ferdinand Schönigh, Paderborn 2017.
  • Stefan Borchardt (Hg.): Franz Radziwill und die Gegenwart: Landschaft Technik Medien. Katalog zur Ausstellung, Kunsthalle Emden, 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Robert Schneider – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Schneiders Jahrhundertreflexion, bilder-der-arbeit.de, abgerufen am 1. März 2021