Farge

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Farge ist seit 1939[1] ein Ortsteil des Bremer Stadtteils Blumenthal im Stadtbezirk Nord. [2][1]

Am 31. Dezember 2014 hatte das 539 ha große Farge 2.820 Einwohner.[3] Farge erlangte Bedeutung durch die dortige Bautätigkeit des NS-Regimes und die dafür eingerichteten Zwangsarbeiterlager.

Streckenverlauf der Bahnstrecke Bremen-Farge–Bremen-Vegesack mit der Endstation Bremen-Farge

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstsiegel der Gemeinde Farge im Kreis Osterholz 1939, mit Unterschrift des Bürgermeisters Kühlke
Gebäude der ehemaligen Stuhlrohrfabrik von 1893, im heutigen Gewerbegebiet Bernhardt-Ring in Farge
Stuhlrohrfabrik, Seitenansicht (2017)

Der Ortsname Farge deutet auf die Nähe zur Weser und die Existenz einer Fähre, die auch noch heute existiert (Schwerlastfähre Farge-Berne). Der Name Farge ist erstmals 1586 belegt. Nach dem Ersten Bremisch-Schwedischen Krieg 1654 kam das Gebiet als Herzogtum Bremen unter schwedische Hoheit, 1715 wurde es Teil des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg (später als Kurfürstentum Hannover bezeichnet). Die von den 1850er Jahren bis um 1914 rasch wachsende eigenständige Gemeinde Farge gehörte zum Landkreis Blumenthal und damit bis 1866 zum Königreich Hannover, danach bis 1939 zur preußischen Provinz Hannover. 1932 wurde Farge mitsamt dem aufgelösten Kreis Blumenthal dem Landkreis Osterholz zugeordnet. Am 1. November 1939 wurde die Gemeinde Farge als Ortsteil von Blumenthal aufgrund der Vierten Verordnung über den Neuaufbau des Reichs aus dem Regierungsbezirk Stade ausgegliedert und in die Freie Hansestadt Bremen eingegliedert.[1]

Ausgehend von vier Bauernhöfen entwickelte sich das Dorf vorwiegend längs des Weserufers. Um 1853 bestand es aus 39 Strohdach-Häusern von Bauern und Kahnschiffern. 1852 hielt die Industrie ihren Einzug. 1853 wurde in Farge mit englischem Kapital, englischen Arbeitern und unter einem englischen Direktor die Steingutfabrik Witteburg am Weserufer errichtet, in der englischer weißer Ton verarbeitet wurde. Für die englischen Arbeiter wurden in der heutigen Koloniestraße Werkswohnungen gebaut, zehn Doppelhäuser mit Ziegeldächern, ähnlich den damaligen englischen Arbeitersiedlungen. Sie existieren heute (2018) noch. Die Fabrikation wurde 1953 eingestellt, die Fabrik-Gebäude wurden bis 1965 spurlos beseitigt. 1884-1888 wurde die private Farge-Vegesacker Eisenbahn gebaut, hauptsächlich für den Güterverkehr zur Steingutfabrik Witteburg in Farge, und zur 1883 gegründeten Bremer Wollkämmerei in Blumenthal. 1893 wurde hinter dem Bahnhof ein Fabrikgebäude von der Firma Vereinigte Holzindustrie Frankenthal errichtet, zur Verarbeitung von Erlen- und Pappelstämmen zu Kisten-, Sperr- und Furnierholz – die Gebäude stehen aktuell (2018) teilweise leer. Von 1907 bis 1940 wurde dort Rattanrohr aus Indonesien bearbeitet, mit maximal 500 Beschäftigten der Hanseatischen Stuhlrohrfabrik Rümcker & Ude/Bergedorf.

1904 wurde eine evangelische Kirche gebaut, die Farger Kapelle, 1908 ein Friedhof angelegt und 1910 ein Kirchengemeindehaus errichtet. Im Jahr 1916 wurde der Bau des Kohle-Kraftwerks Unterweser begonnen, unter Einsatz von Zwangsarbeitern (Kriegsgefangene des 1. Weltkriegs). Das Kraftwerk ging 1924 mit 12 Megawatt Turbinenleistung ans Netz (die Leistung wurde in den 1950er Jahren auf etwa 150 Megawatt erweitert). 1919 wurde der Gemeinderat erstmals in freier, allgemeiner und gleicher Wahl gewählt.

Auf Veranlassung der Sozialdemokraten in den Nachbargemeinden Rekum und Farge und unter Mitwirkung von Johann Kroog wurde die stark verschuldete Gemeinde Rekum mit der besser gestellten Gemeinde Farge 1923 fusioniert. Am 30. Januar 1923 beschloss die Gemeinde Farge „ihren Gemeindeverband durch Aufnahme der Gemeinde Rekum zu erweitern.“ Richard Taylor (1868-1953), Ortsvorsteher von Farge seit 1917, missbilligte dieses Vorgehen: „Die Idee der Zusammenlegung von Rekum und Farge kann keine glückliche genannt werden, da die Einwohner der beiden Gemeinden grundverschieden sind. Rekum hat alte sesshafte Familien und gehört zur Kirchengemeinde Neuenkirchen. Die Einwohner von Farge dagegen sind in der Mehrzahl durch die Industrie von ganz Deutschland zugezogen und gehören kirchlich zu Blumenthal.“[4] Die Eingemeindung wurde vom Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover am 28. Juli 1923 mit Wirkung zum 1. August 1923 genehmigt[5] und von Taylor und dem Gemeinderat vollzogen. Taylor blieb bis 1937 Ortsbürgermeister der so vergrößerten Gemeinde Farge im Regierungsbezirk Stade. Er war ursprünglich Kupferstecher in der Steingutfabrik Witteburg, wie sein Vater.[6]

Farge während des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend-Freizeitheim Farge 2012

1933 kam in Farge die NSDAP auf ähnliche Weise an die Macht wie im Gemeinderat in Aumund[7] und in der Bremischen Bürgerschaft.[8] Erste Versammlungen der NSDAP fanden vor 1931 in der Gastwirtschaft von Olaf Lübsen (heute: Rekumer Straße 116) in Rekum statt. Die Ortsgruppe Farge der NSDAP wurde am 10. Oktober 1931 in Rekum, in der Gaststätte von Theodor Brandhorst (heute: Rekumer Str. 12) gegründet, unter Mitwirkung von Martin Kroog (NSDAP-Ortsgruppenleiter von Schwanewede), Wilhelm van Dyk, Heinz Köpp (Sparkassenangestellter), Helmut Funk, Hugo Heldt (Schlosser), Hans Kühlke (Ingenieur), Hellmut Weber aus Otze bei Hannover und Hitlerjunge Johann Segelken. Ortsgruppenleiter wurde Hans Kühlke (1904–1959). Ein SA-Musikzug wurde vom Sturmführer Wilhelm Leopold aufgebaut, finanziell unterstützt von Hellmut Weber mit 50 RM. Im Oktober 1932 gaben 14 SA-Musikanten ein erstes Konzert unter Dirigent Gustav Teuber. Geprobt hatten sie bei Heinrich Schulken (NSDAP) in der Rekumer Str. 156. Am 15. Januar 1933 "stand Farge zum ersten Male unter dem Zeichen des Hakenkreuzes".[9]

Am 12. März 1933 fand in Farge die letzte Gemeinderatswahl statt- schon unter unfreien Bedingungen. Für die NSDAP (4 Sitze) zogen Heinrich Umlauf (Hauptlehrer), Carl Braunschweiger (Viehhändler), Wilhelm van Dyk (Schriftsteller) und Johann Dietrich Trüper (Bauunternehmer) in den Gemeinderat ein. Für die Liste Bürgerliche Einheit(4 Sitze) waren es Theodor Michelsen (Malermeister), Gerhard Töllner (Landwirt), Fritz Beckmann (Bäckermeister) und Georg Mumme (Wollnachseher). Für die SPD (5 Sitze) wurden Diedrich Schwanewede (Schiffbauer), Georg Stolte (Dachdecker), Johann Kroog (Gemeindeangestellter), Heinrich Greve (Schlosser) und Otto Pommerening (Schmied) in den Gemeinderat gewählt, für die KPD (2 Sitze) waren es Wilhelm Faust (Schiffbauer) und Karl Meyer (Arbeiter). Die KPD-Vertreter wurden sofort ausgeschlossen - infolge der reichsweiten Kommunistenverfolgungen mittels der Reichstagsbrand-Verordnung vom 28. Februar 1933. Bürgermeister Taylor (parteilos) blieb im Amt, Gemeindesekretär Johann Kroog (SPD) wurde am 30. Juni 1933 entlassen. Das Eigentum des Arbeiterturnvereins “Frei Heil” wurde von der Gemeinde beschlagnahmt. Die Ebert-Straße, Liebknecht- Straße und Bebel-Straße wurden umbenannt in Tannenstr (heute Heinrich-Steffens-Str.), Kapellenstr.(heute Kapellenstr), und Wasserweg (heute Wasserweg). Die SA- und NSDAP-Ortsgruppen mit Gemeindepastor Stiasny in SA-Uniform (SA Mitglied seit 1932) feierten am 1. November 1933 in der Kapelle Farge das Gedenken an den Hitler-Putsch in München von 1923.[10][11] 1937 ersetzte der NSDAP-Landrat von Osterholz Richard Taylor als Bürgermeister durch NSDAP-Ortsgruppenleiter Hans Kühlke. Mit der Eingliederung von Farge in die Freie Hansestadt Bremen am 1. November 1939 endete Kühlkes Amtszeit und die kommunale Selbstverwaltung in Farge. Seit dem 1. April 1940 wurde Farge durch die neu gebildete "Dienststelle Blumenthal der Hansestadt Bremen mit dem Sitz im Ortsteil Blumenthal und seiner Nebenstelle Farge"[12] verwaltet (mit Unterstützung durch "Beigeordnete" aus Farge). Diese Organisationsstruktur wurde im Prinzip bis in die Gegenwart beibehalten.

1938/39 wurde unter Beteiligung der Farger Hitler-Jugend (und mit einem Baukostenzuschuss von 14.000 RM der NSDAP) ein Heim für die Hitler-Jugend gebaut (Architekt Prof. Eduard Scotland), dessen Innenausstattung kriegsbedingt nicht fertiggestellt wurde. Es wurde im 2. Weltkrieg zur Unterbringung von Flak-Soldaten genutzt (Flak-Stellungen gab es am Quetschenberg an der Grenze zu Neuenkirchen, und Am Eispohl an der Grenze zu Rönnebeck), danach als Wohngebäude und nach 1960 als städtisches Jugend-Freizeitheim (Heimleiter Kurt Walter). Von 1940 bis 1945 produzierten Zwangsarbeiter für die Firma Weser-Flug in den Gebäuden der ehemaligen Stuhlrohrfabrik Rüstungsgüter.

Anhänger und Gegner des NS-Regimes in Farge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die NSDAP-Anhängerschaft war zahlenmäßig nicht besonders groß: bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 erhielt die NSDAP nur 674 von 1797 Stimmen. Daher war die Zahl der NSDAP-Blockwarte - darunter Georg Taylor, Sohn von Richard Taylor – auf 24 beschränkt, gerade ausreichend für die Überwachung von 115 der über 500 Haushalte in Farge.[13] Die Farger SA-Männer gehörten zunächst zur SA-Standarte 411 Wesermünde. Nach 1939 bildeten sie den „Sturm“ Nr. 5 der „SA-Standarte“ Nr. 29.[14][15] Über die NS-Organisationen SS, NSV, NSBO, DAF, KdF, NS-Frauenschaft, HGO etc. im Ort und ihre Aktivitäten ist so gut wie nichts bekannt. Das Regime organisierte Jugendliche von 14- 18 Jahren quasi zwangsweise in der Hitlerjugend (HJ) einschließlich Bund Deutscher Mädel (BDM). Schulkinder von 10-14 Jahren wurden als Jungvolk (Jungen) und Jungmädel organisiert. Sie mussten sich eine Uniform kaufen und an wöchentlichen Dienstterminen teilnehmen (u. a. Marschieren üben, „Geländedienst, Schießdienst“ absolvieren). HJ und Jungvolk waren in Farge aktiv. Die HJ veranstaltete Zeltlager, u. a. 1938 nach dem "Anschluss Österreichs" am Ossiacher See in Österreich. Im leerstehenden Haus Weserstraße Nr. 40 (1939 abgerissen) betrieb der „Landdienst der Hitlerjugend Gebiet 7 Nordsee Mädelgruppe“ 1935-1939 eine Gemeinschaftsunterkunft für jugendliche Helferinnen in der Landwirtschaft. Von der HJ indoktrinierte Kinder und Jugendliche bewarfen die KZ-Häftlinge im Ort (s. u.) gelegentlich mit Steinen.[16]

Erklärte Gegner des NS-Regimes waren überwiegend Kommunisten. Sie wurden vor allem von der NS-Justiz verfolgt. Wilhelm Faust (* 1891) wurde als Funktionär der (am Tag nach dem Reichstagsbrand aufgelösten und verbotenen) KPD vom 3. März bis 29. August 1933 in Schutzhaft verschleppt.[17] Er hatte für die Kommunalwahlen am 12. März 1933 kandidiert. Er wurde zusammen mit seinem KPD-Genossen Karl Meyer in den Farger Gemeinderat gewählt - ein Zeichen des Protests gegen die Unterdrückung der Kommunisten nach dem Reichstagsbrand. Meyer und Faust wurden sofort aus dem Gemeinderat ausgeschlossen. Im November 1936 wurden sechs Farger Kommunisten von Nachbarn bei der Gestapo denunziert, inhaftiert und im August 1937 vom Sondersenat des Hanseatischen Oberlandesgerichtes Hamburg in Bremen zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen bis zu 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt: das Ehepaar Frida (* 1893) und Peter (* 1888) Besing, Alfred Hinz (1895-1955), Adolf Funke (* 1897), Erich Ukrow (* 1896) und (vermutlich Andreas) Nelson. Die Urteile ergingen wegen Vorbereitung zum Hochverrat, die Angeklagten hatten Radio Moskau gehört.[18]

Herbert Leßner (1907-1967), Pastor der reformierten Kirche in Farge, wurde am 14. April 1938 von der Gestapo verhört (in der Gestapo-Zentrale Wesermünde im Regierungsbezirk Stade, dem Farge damals noch angehörte) und für 8 Tage in Schutzhaft genommen. Er hatte sein 'Nein' bei der Volksabstimmung vom 10. April 1938 von der Kanzel gepredigt.[19]

Der Kommunist Claudius Gosau, Lokomotivführer bei der Firma Gottlieb Tesch/Wifo und wohnhaft im Lager Tesch „Am Schützenplatz“, wurde am 17. September 1943 von der Gestapo verhaftet. Er hatte der NS-Kriegspropaganda widersprochen und war von Arbeitskollegen denunziert worden. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt, wurde er am 6. März 1944 in Brandenburg-Görden hingerichtet.

Von den Anhängern der anderen, seit dem 14. Juli 1933 ebenfalls von der Hitler-Regierung verbotenen Parteien ist nicht bekannt, ob sie von NS-Verfolgungsmaßnahmen betroffen waren. Judenverfolgungen gab es nicht.[20]

Bautätigkeit der Hitler-Regierung in Farge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitteilung der Gestapo Bremen betreffend die Gefangenenlager in Farge
Einnahmen und Ausgaben eines Konzentrationslagers mit 400 Häftlingen, Aufstellung durch die SS 1944 in Bremen

Die Bautätigkeit der Hitler-Regierung erfolgte ohne direkte Mitwirkung von Farger NSDAP und Gemeinderat. Die zu Bauzwecken von der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft mbH (Wifo) und dem Oberkommando der Kriegsmarine erzwungenen Landverkäufe von mehr als 600 ha erfolgten von privat; 6,6 ha Gemeindeeigentum erwarb die Wifo 1939 von der Gemeinde Farge für ca. 0.30 RM pro Quadratmeter. Die vom Reichswirtschaftsministerium 1934 gebildete Wifo errichtete ab Mitte der 1930er Jahre unter dem Tarnnamen Wasserberg ein Tanklager in der Farger Heide. Anfang 1939 kam das Kriegsmarinetanklager Farge der deutschen Kriegsmarine[21] an der Grenze zu Neuenkirchen/Schwanewede als weitere Baumaßnahme hinzu. Im Sommer 1943 wurde im Ortsteil Rekum mit dem Bau der U-Boot-Bunkerwerft Valentin begonnen.[22] Auf allen diesen Großbaustellen beschäftigten die über 100 beauftragten Firmen (u. a. Wayss & Freytag, Hermann Möller (Wilhelmshaven), Lenz-Bau, Robert Kögel (Köln), August Reiners, Gottfried Stehnke (Osterholz-Scharmbeck), Siemens-Schuckert Werke AG, AOK Osterholz, Kieserling, Grün & Bilfinger, Gottlieb Tesch (Berlin), Krupp AG (Rheinhausen), Dyckerhoff & Widmann (Hamburg), Carl Duve (Bremen-Farge), Gebrüder Neumann (Norden), Habermann & Cluckes (Berlin))[23] seit 1941 überwiegend Zwangsarbeiter, Häftlinge und Kriegsgefangene. Diese waren in Barackenlagern untergebracht [24], im seit 1943 bestehenden KZ Farge, im Arbeitserziehungslager Farge[25] auf dem Gelände des Marinegemeinschaftslagers Neuenkirchen[26], und in Kriegsgefangenenlagern. Es gab 1944 zwei- bis dreimal mehr Lager-Häftlinge als Einwohner in Farge und Umgebung.

Die Bauunternehmen zahlten nach Lohngruppen. Meister erhielten einen Stundenlohn von 1.29 RM, Vorarbeiter erhielten 1.05 RM, Facharbeiter 0.95 RM, Hilfsarbeiter 0.73 RM, Kriegsgefangene 0.49 RM. Die sogenannten "KZ-Hilfsarbeiter" (tatsächlich waren sie Arbeitssklaven der SS) erhielten keinen Arbeitslohn ausgezahlt. Stattdessen zahlten die Firmen 4,50 RM pro Tagewerk eines "KZ-Hilfsarbeiters"[27] an die SS-Lagerleitungen. Durch das Verleihen der KZ-Gefangenen erzielte die SS beträchtliche Einnahmen, die größtenteils[28] an die übergeordnete KZ-Verwaltung und letztlich an das SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (SS-WVHA) flossen. Vor Ort verwendeten die Lagerleitungen für Verpflegung, Bewachung, Unterbringung etc,. der Häftlinge nur etwa 1/3 der Einnahmen. Täglich wurde den Gefangenen und den Bediensteten des Lagers 0.70 RM als Kostgeld abgezogen und vom KZ als Einnahme verbucht, siehe Abbildung.

Nicht nur die Großunternehmen, auch lokale Handwerker und Geschäftsleute profitierten von den Großbaustellen und den Zwangsarbeitern, u. a. die Firmen Sünkenberg (Lebensmittelhandel), Haesloop (Bäckerei), Krominga (Milchlieferant),[29] Chantelau (Eisenwaren). Einige Einwohner fanden Arbeit in den Büros und den Küchen der Arbeiter- und Gefangenenlager.

Alliierte Angriffe und Kriegsende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farge ist siebenmal bombardiert worden, und zwar während des 9., 32., 73., 96., 142., 163. und 165. Luftangriffs auf Bremen am 28. Juni 1940, 16.-17. November 1940, 4. August 1941, 20. Juli 1942, und am 9. Februar, 27. und 30. März 1945. Ziele waren Bahnhof, Wifo Tanklager (4 Tote, 13 Verletzte 1942), und 1945 U-Bootbunker Valentin (am 27. März gab es auf der Baustelle dort 45 Tote, 31 Verletzte und Sachschaden in Millionenhöhe. Zahlreiche Häuser im Ort wurden ebenfalls getroffen). Die britischen und amerikanischen Großangriffe am 27. und 30. März 1945 (am 30. März waren zugleich auch Wilhelmshaven[30] und andere Ziele in Norddeutschland bombardiert worden) signalisierten den Zwangsarbeitern wie der Bevölkerung das nahe Ende der NS-Herrschaft.

Die SS zwang am 10. April die entkräfteten Häftlinge des KZ Farge in Richtung Neuengamme zu marschieren („Todesmarsch“), um möglichst viele Zeugen ihrer Verbrechen zu beseitigen. Die Bevölkerung hat auch später noch dazu geschwiegen, verglichen mit der Anteilnahme, die sie den seit Anfang 1945 in Farge eintreffenden Flüchtlingstrecks entgegenbrachte. In Bremen-Mitte hatte am 26. April 1945 die NS-Wehrmacht vor den britischen Truppen kapituliert. Seit dem 27. April 1945 um 18.00 Uhr galten in Bremen die neuen Gesetze der britischen Militärregierung (siehe Hauptartikel: Bremen zur Zeit des Nationalsozialismus). Farge und Umgebung war erst etwa 10 Tage später befreit. Die SS-Leute waren geflohen und auch der Oberbauleiter des U-Bootbunkers Valentin, Marineoberbaudirektor Edo Meiners, hatte am 20. April 1945 die Baustelle bereits verlassen.[31] Dass sich Einwohner - in diesen Tagen zwischen dem Ende der alten und dem Beginn der neuen Herrschaft- von der NS- Kriegsführung abgewendet, eine friedliche Übergabe angestrebt[32] oder sich um die verbliebenen Zwangsarbeiter und ihre Leiden gekümmert hätten, ist nicht bekannt.

Farge nach dem Ende des NS-Regimes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. April 1945 rückten englische bzw. kanadische Soldaten in Blumenthal ein. Wenige Tage später folgten ihnen amerikanische Soldaten. Am 7. Mai 1945 besetzten britische Truppen Bremerhaven, auch hier folgten amerikanische Soldaten unmittelbar. Denn bereits 1944 war zwischen den beiden Alliierten vereinbart worden, dass den USA Bremen und Bremerhaven als amerikanisch besetzte Enklave in der britischen Besatzungszone zugeteilt würde (um eigene Häfen für die Versorgung der US-Truppen in der amerikanischen Besatzungszone zu erhalten). Am 20. Mai 1945 wird Farge als Teil der Enklave Bremen in der britischen Zone Teil der amerikanischen Besatzungszone und untersteht der amerikanischen Militärregierung. Diese amtierte bis zum 21. Januar 1947, als das selbständige Land Bremen proklamiert wurde (Proklamation Nr. 3 der US-Militärregierung, unterzeichnet von General Joseph T. McNarney).[33]

Als Bezirksbürgermeister bzw. Leiter des für Farge zuständigen Ortsamtes Blumenthal wird Willy Ahrens 1945 zunächst von der amerikanischen Militärregierung eingesetzt und bald darauf regulär ins Amt gewählt. Er unterstützte den "Öffentlichen Kläger der Spruchkammer" bei Entnazifizierungsverfahren, z. B. im Fall des früheren NSDAP-Ortsgruppenleiters Kühlke, und bemühte sich um Beschaffung von Lebensmitteln, Wohnraum und Arbeitsplätzen für die notleidende Bevölkerung. Die US-Armee übernimmt im Mai 1945 das von Luftangriffen weitgehend verschonte Tanklager Farge und betreibt es sofort weiter (mit Teilen der alten Belegschaft). Uniformierte US-Soldaten waren daher bis in die 1960er Jahre ständig im Ort präsent. Unter anderem bewachten sie die Ölpier, an der immer wieder Übersee-Tanker der US-Armee ankamen und Treibstoffe brachten. Die drei unterirdischen Rohrleitungen, die in teilweise mannshohen Betontunneln von der Ölpier am Weserufer bis zu den Treibstoffbehältern unter dem Ort hindurchführen, wurden jahrzehntelang weiter genutzt. Die Abwicklung der Baustelle des U-Bootbunkers Valentin und die Verwaltung und Bewirtschaftung von Wehrmachts-Eigentum in Farge gingen in die Zuständigkeit der Oberfinanzdirektion Bremen über. Die Abwicklungsstelle wurde am 15. September 1948 auf Anordnung des Oberfinanzpräsidenten aufgelöst.[34]

In Baracken, in denen zuvor Gefangene oder Soldaten untergebracht waren, wurden bis weit in die 1960er Jahre Flüchtlinge behelfsmäßig einquartiert. Noch 1958 lebten 416 Personen in Baracken. Ihre 107 Wohnungen befanden sich in 59 Baracken u. a. im ehemaligen Arbeitserziehungs- bzw. Konzentrationslager [Wohnlager] in der Lagerstraße, im ehemaligen Tesch-Lager im Wifo Gelände, in den Kögel-Baracken Unterm Berg.[35] Die 1958 fertiggestellte moderne Neubau-Siedlung Farger Feld mit 412 Wohneinheiten war ein erstes Großprojekt zur Linderung der allgemeinen Wohnungsnot. Die verwaltungsmäßige Erweiterung von Farge durch die Übernahme der Gemeinde Rekum 1923 blieb bis in die 1960er Jahre erhalten, als Anwohner und Straßen im heutigen Ortsteil Rekum im Adressbuch als zu Farge zugehörig ausgewiesen wurden (z. B. Rekumer Str.).[36] In der Bevölkerung ist jedoch die Ortsbezeichnung mit dem Doppel-Namen Farge-Rekum üblich, was sich z. B. in Eigennamen wie Heimatverein Farge-Rekum, TSV Farge-Rekum oder in der Presse zeigte.[37] Der SPD-Ortsverein Farge benannte sich 1981 in Ortsverein Farge-Rekum um. Die durch Verordnung bestimmte Stadtgliederung führt Farge und Rekum nach 1957 als getrennte Ortsteile auf.[38]

In den Gebäuden der ehemaligen Stuhlrohrfabrik am heutigen Bernhardt-Ring produzierte - nach dem Ende von Weser-Flug- u. a. die Firma Frisia Haushaltsgeräte aus Leichtmetall und F.W.G. Schiermeier von 1948 bis 1950 Spinnereimaschinen. Von 1951 bis 1979 produzierte u. a. die Firma Spinnbau G.m.b.H. mit maximal 1100 Beschäftigten Spinnereimaschinen, in neu errichteten 10.000 Quadratmeter großen Werkshallen. Diese waren 1952 im heutigen Industriegebiet am Bernhardt-Ring auf einer angrenzenden Ackerfläche gebaut worden, nachdem das Barackenlager für Zivil- und Zwangsarbeiter, das nach dem Krieg Flüchtlingsfamilien als Behelfsunterkunft diente, abgerissen worden war. [39] Die letzten Gebäude der Steingutfabrik Witteburg wurden 1965 beseitigt. Die Bundeswehr nutzte von 1960 bis 2010 Teile des U-Bootbunkers Valentin als Marinematerialdepot.

In den 1950er Jahren gründete Johann Arthur Krause eine Maschinenfabrik, die in den 1960er Jahren etwa 200 Beschäftigte zählte. Nach der Übernahme durch Thyssen-Industrie 1987 beschäftigte das Werk 2017 etwa 900 Personen. Am Kraftwerk Unterweser wurde ein neuer Kraftwerksblock von 1967 bis 1969 errichtet, das Altwerk wurde 1985–1990 abgebaut. Der aktuelle Betreiber GDF Suez/Engie erneuerte 2014 zentrale Anlagenteile für 20 Millionen Euro, um das Kraftwerk noch mindestens bis 2024 nutzen zu können.[40] Die derzeitige Leistung beträgt 350 Megawatt. Nach mehrjähriger Bauzeit wurde 1973 das Abwasser-Klärwerk am Weserufer südlich des Kraftwerks in Betrieb genommen. Nachfolgend wurde in Farge das Kanalisationsnetz ausgebaut.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1811: 195
  • 1910: 1209
  • 1919: 1297(312 Haushaltungen)

nach der Fusion mit Rekum

  • 1924: 2865 (Farge 1565, Rekum 1300)
  • 1925: 2788 (684 Haushaltungen, 446 Wohnstätten)
  • 1936: 3360 (85 % Industriearbeiter, 15 % Bauern und Gewerbetreibende)
  • 1955: ca. 6000
  • 2014: 2820 (ohne Rekum)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farge war der Umstiegs- und Umschlagsbahnhof zwischen der 1888 eröffneten Bahnstrecke der Farge-Vegesacker Eisenbahn und der Niederweserbahn. Daneben gab es erheblichen Güterumschlag durch das Kohlekraftwerk Farge und das (bis ca. 2010 genutzte) ehemalige Wifo-Tanklager sowie eine Anbindung zur Marinebahn mit dem Militärbahnhof in Schwanewede.

Seit dem 16. Dezember 2007 gibt es wieder Personenverkehr von Bremen-Vegesack nach Bremen-Farge. Die Verbindung ist seit dem 12. Dezember 2011 Bestandteil der im Dezember 2010 eingeführten Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen, die Strecke von Vegesack bis Farge ist dafür elektrifiziert worden.

Die Buslinie 90 der BSAG erschließt und verbindet Farge mit den Nachbarortsteilen Rekum und Rönnebeck sowie darüber hinaus mit Neuenkirchen, Blumenthal, Vegesack, Burg und Gröpelingen. Nachts verbindet die Nachtbuslinie N7 darüber hinaus Farge mit der Bremer Innenstadt. Beide Linien stellen an den Bahnhöfen bzw. Haltepunkten Farge, Blumenthal, Klinikum Bremen-Nord, Aumund, Vegesack, Schönebeck, Lesum und Burg Anschluss an die Bahn her.[41]

2009 wurde die Bundesautobahn 270 als Bundesstraße 74 bis Farge verlängert und zur Fährverbindung der Fähren Bremen–Stedingen nach Berne an die Bundesstraße 74 angebunden.

In Farge befinden sich am Kraftwerk Kaianlagen für die Hochsee- und Binnenschifffahrt zur Entladung von Kohlenschiffen sowie, wenige Hundert Meter stromabwärts gelegen, seit der Weserkorrektion 1887-1895 ein kleines nicht-öffentliches Hafenbecken für das derzeitige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (seinerzeit Tonnenhof der Wasser- und Schifffahrtsdirektion).[42] Das zum Tanklager Farge gehörende Ölverladeterminal (Ölpier) ist außer Betrieb und wird seit 2014 demontiert.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ThyssenKrupp System Engineering GmbH (ehemals ThyssenKrupp Krause), stellt Automations- und Verpackungstechnik u. a. für die Autoindustrie her.
  • Die Spinnbau GmbH, gegründet 1952, ist nach mehrfachem Eigentümerwechsel und starker Schrumpfung immer noch Weltmarktführer für Krempelmaschinen. Heute ist sie als DiloSpinnbau ein Zweig der auf Vliesmaschinen spezialisierten Dilo Maschinenfabrik in Eberbach.[43]
  • Bis Ende der 1980er Jahre gab es auf dem Spinnbau-Firmengelände am Bahnhof Farge ein Reparaturwerk für US-Panzer, die größtenteils per Bahn an- und abtransportiert wurden.
  • In Farge betreibt das Energieerzeugungsunternehmen Engie das 1967–1969 erbaute Steinkohlekraftwerk Farge mit einer Leistung von 350 Megawatt, mit dem das niedersächsische Umland versorgt wird. Dieses ersetzte die Vorgängerbetriebe aus den 1920er und 1950er Jahren.
  • Die zur australischen Macquarie Group gehörende TanQuid Betriebsführungsgesellschaft mbH betrieb im Auftrag der Bundeswehr von 1993 bis 2013 das 300 Hektar große Tanklager Farge, das sich zu zwei Dritteln auf bremischen Gebiet und zu einem Drittel im niedersächsischen Umland auf dem Gebiet der Gemeinde Schwanewede befindet. In dem unterirdischen Großtanklager mit einer Gesamtkapazität von 318.000 Kubikmetern, das ursprünglich in der Zeit des Nationalsozialismus von 1935 bis 1941 von der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (WiFo) errichtet worden war, wurden Mineralölprodukte für die Bundeswehr gelagert.[44] Im Zuge ihrer Umstrukturierung gab die Bundeswehr das Depot auf, das wegen massiver Grundwasserbelastungen nunmehr saniert werden muss.[45]
  • Von 1852 bis 1958 gab es die Steingutfabrik Witteburg, die ab 1919 eine Tochter der Norddeutschen Steingut war.[46]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951 gab es in Farge u. a. folgende Vereine: Kleingärtnerverein Einigkeit, Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Schifferverein Rekum und Umgegend von 1919, Wassersportverein Bremen-Farge[47], Schwimmverein "Weserstrand" Farge, Gesangverein "Orpheus", Schützenverein Farge, Verein der Naturfreunde, Verein der Sportfischer.[48] In Farge gab es 1963 sechs Vereine, die am damals neu erschienenen "Farger Heimat- und Vereinsblatt" beteiligt waren[49] und die fast alle 2018 noch existieren:

  • Heimatverein Farge[50]
  • Turn- und Sportvereinigung Farge-Rekum von 1890 e.V.[51]
  • Farger Schützengesellschaft von 1895 e.V.[52]
  • Kyffhäuser Kameradschaft Farge-Rekum e.V. 1890
  • Männergesangverein Orpheus[53]
  • Reisetaubenverein Condor 07173

Nach 1945 waren frühere NSDAP-Mitglieder, wie z. B. Johann Dietrich Trüper (1872-1962) [von 1940 bis 1941 Ortsgruppenleiter], Kurt Martin [von 1941 bis 1945 Ortsgruppenleiter] im Heimatverein[54], und Theodor Michelsen jun.(1891-1982) in der Farger Schützengesellschaft, maßgeblich am Farger Vereinswesen beteiligt und hoch angesehen.

Sehenswert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-reformierte Kirche Rönnebeck-Farge, Farger Str. 19, 1904/05 nach Plänen von August Abbehusen und Otto Blendermann erbaut
  • Rathaus Farge (1933), 1845 als Bauernhaus erbaut; heute Begegnungsstätte Eva-Seligmann-Haus der Arbeiterwohlfahrt.
  • Kahnschifferhaus, erbaut vor 1830, Unterm Berg 31, Heimat- und Schifferverein
  • Fährhaus Farge, nachweisbar seit 1776, früher Meyer Farge, Ausflugslokal direkt an der Fährverbindung Farge–Berne

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claus von Lübken, 1852 bis 1865 Gemeindevorsteher(Claus von Lübken-Straße)
  • Richard Taylor (1868–1953), Kupferstecher, 1917 bis 1937 Gemeindevorsteher, (Richard-Taylor-Straße)
  • Diedrich Schierholz, 1884 bis 1916 Gemeindevorsteher (Diedrich-Schierholz-Straße)
  • Erhard Eylmann (1860–1926), deutscher Ethnologe (Eylmann-Straße)
  • Hermann Boelmann (1896–1958), deutscher Politiker
  • Johann Kroog (1877–1947), Gemeindesekretär der Gemeinde Farge von 1926 bis 1933

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barbara Johr, Hartmut Roder: Der Bunker. Ein Beispiel nationalsozialistischen Wahns. Bremen-Farge 1943-45. Edition Temmen: Bremen 1989. ISBN 3-926958-24-3
  • Aufzeichnungen von Richard Taylor (19.12.1868- 25.1.1953) aus Farge-Rekum. Bürgermeister in Farge seit 1917, in Farge-Rekum von 1923-1937. Handschriftlicher Text. In Druckschrift transkribiert von Arend Wessels, Heimatverein Farge-Rekum e.V. 2004
  • Arend Wessels: Farge-Rekum, eine lange Geschichte. Hg. Heimatverein Farge-Rekum
  • Peter Michael Meiners. Rüstung und Zwangsarbeit. Ergebnisse einer Spurensuche. Farge-Rekum-Neuenkirchen-Schwanewede. Eigendruck im Selbstverlag, Ritterhude. 2017
  • Eva Determann. Zwangsarbeit in Bremen- ein Überblick. In: Verein Walerjan Wrobel Zwangsarbeit e.V.(Hg.) Vergessene Opfer. Kleine Schriften des Staatsarchivs Bremen Heft 40, 2007. ISBN 978-3-925729-54-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Vierte Verordnung über den Neuaufbau des Reichs vom 28. September 1939. In: www.verfassungen.de. Abgerufen am 18. August 2018.
  2. Vorher war Farge ein Teil des Landkreises Osterholz. 1939 wurde es aus dem Land Preußen (Provinz Hannover) aus- und nach Bremen eingegliedert.
  3. Statistisches Landesamt Bremen: Ausgabe 2015 (pdf,1,1 MB). S. 5-15, abgerufen am 27. März 2018.
  4. Richard Taylor: Aufzeichnungen von Richard Taylor (19.12.1868- 25.1.1953) aus Farge-Rekum. Bürgermeister in Farge seit 1917, in Farge-Rekum von 1923-1937. Handschriftlicher Text. In Druckschrift transkribiert von Arend Wessels, Heimatverein Farge-Rekum e.V. Bremen-Farge 2004, S. 5–6.
  5. Bezirksregierung Stade (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Stade. Jg. 1923. Stück 30, 28. Juli 1923, ZDB-ID 563938-4, S. 195 (Genehmigung der Eingemeindung der Landgemeinde Rekum in die Landgemeinde Farge).
  6. Heimatverein Farge-Rekum: Richard Taylor
  7. Walter Schörling: Heinrich Hillmann (1883-1968) aktives Mitglied der NSDAP und Bürgermeister von Aumund. Abgerufen am 5. März 2018.
  8. Inge Marßolek, Rene Ott: Bremen im 3. Reich. Anpassung-Widerstand-Verfolgung. 1. Auflage. Carl Schünemann, Bremen 1986, ISBN 3-7961-1765-1.
  9. Zehn Jahre NSDAP, Ortsgruppe Farge. In: Bremer Zeitung-Norddeutsche Volkszeitung. 10. Oktober 1941.
  10. Richard Taylor: Aufzeichnungen von Richard Taylor (19.12.1868- 25.1.1953) aus Farge-Rekum. Bürgermeister in Farge seit 1917, in Farge-Rekum von 1923-1937. Handschriftlicher Text. In Druckschrift transkribiert von Arend Wessels, Heimatverein Farge-Rekum e.V. Bremen-Farge 2004.
  11. Adressbuch des Landkreises Unterweser 1938. Verwahrt im Archiv der Heimatfreunde Neuenkirchen e.V., Sparte Gedenkstättenarbeit. Dokumentations- und Lernort Baracke Wilhelmine, Schwanewede, An der Kaserne 22. 1938.
  12. Gesetzblatt der Freien Hansestadt Bremen, März 1940, zitiert nach Nordwestdeutsche Landeszeitung vom 1. April 1940
  13. Staatsarchiv Bremen Sign. 4,64/6 – 379
  14. Weitere „Stürme“ der SA-Standarte 29 bestanden in Lesum, Vegesack, Grambke und Blumenthal Bremer Adressbuch 1942. Abgerufen am 4. September 2018.
  15. Chef der SA-Standarte 29, um 1940 aus der Standarte 411-Wesermünde hervorgegangen, war der SA-Hauptsturmführer und Bürgermeister von Lesum, Fritz Köster. Siehe auch Martha Goldberg, Adolph Goldberg
  16. Johr/Roder S.49-50
  17. Staatsarchiv Bremen Sign. 4,54 E- 2572
  18. Staatsarchiv Bremen Sign. 4,54 E-6126; 4,54 E-6127;4,54 E-6098;4,54 E-6086;4,54 E-6123
  19. Hermine Leßner (1913-1993) Die Geschichte der evangelisch-reformierten Kirche Rönnebeck 1905-1967. Typoskript.1986. Archiv des Heimatvereins Farge-Rekum. S. 30
  20. „Ein ausgesprochener Antisemit bin ich nie gewesen. Hier in Farge gab es keine Juden und so brauchte ich nie Anordnungen zu treffen, die sich gegen jüdische Geschäftsinhaber richteten.“ (Einlassung Kühlkes zur Anklage gegen ihn im Entnazifizierungsverfahren, Staatsarchiv Bremen Sign 4,66 -I.- 6171, Bl.18).
  21. Heinrich Garrn: Unterirdische Ölbunkeranlage mußte gesprengt werden. In: Heimatverein Farge-Rekum e.V. (Hrsg.): Heimat- und Vereinsblatt. Nr. 26. Bremen-Farge Juni 1967, S. 1–3 (heimatverein-farge-rekum.de [PDF; abgerufen am 22. März 2018]).
  22. Heinrich Garrn: U-Boot-Bunker 'Valentin', ein Wahrzeichen Rekums. In: Heimatverein Farge-Rekum e.V. (Hrsg.): Heimat- und Vereinsblatt. Nr. 19. Bremen-Farge April 1966, S. 1–4 (heimatverein-farge-rekum.de [PDF; abgerufen am 22. März 2018]).
  23. Geschäftsbeziehungen mit Außenlagern des KZ Neuengamme. Abgerufen am 24. Juli 2018.
  24. Arbeiterlager bei den Tanklagern in Bremen-Farge & Schwanewede. relikte.com, archiviert vom Original am 27. März 2010; abgerufen am 10. Oktober 2010.
  25. Heinrich Garrn: Arbeitserziehungs- und Konzentrationslager Farge. In: Heimatverein Farge-Rekum e.V. (Hrsg.): Heimat- und Vereinsblatt. Nr. 18. Bremen-Farge Februar 1966, S. 1–5 (heimatverein-farge-rekum.de [abgerufen am 22. März 2018]).
  26. Informationen zu den verschiedenen Lagern in Bremen-Farge und Schwanewede auf relikte.com
  27. Staatsarchiv Bremen Sign. 4,64/6-376
  28. z. B. monatlich 40.000 RM bei Einnahmen von 70.500 RM, die ein KZ mit "400 im Einsatz befindliche(n) KZ-Häftlinge(n) bei 10-stündiger Arbeitszeit a RM -.60 an 25 Tagen" erwirtschaftete (Kreisarchiv Osterholz, Archiv Meiners, Sign. J 26)
  29. Silke Betscher: Die Häftlingskolonnen im Ort: „Och, das war doch so gang und gäbe“. Bremen – Nord: die Nachbarschaft zwischen den Orten und den Lagern 1943 – 45. Magisterarbeit Kulturwissenschaften, Universität Bremen. Bremen 2004.
  30. Hans Drunkenmölle: Wilhelmshaven-letzter Bombenhagel gibt der Stadt den Rest. In: Nord-West-Zeitung. 8. März 2005, abgerufen am 25. Juli 2018.
  31. Peter Michael Meiners. Rüstung und Zwangsarbeit. Ergebnisse einer Spurensuche. Farge-Rekum-Neuenkirchen-Schwanewede. Eigendruck im Selbstverlag, Ritterhude. 2017
  32. wie dies In Vegesack der Fall war, siehe Der Zweite Weltkrieg endet im Bremer Norden erst am 8. Mai 1945. In: Weserkurier. 10. Mai 2015, abgerufen am 25. Juli 2018.
  33. Gabriele Brünings: [C:\Users\Praxis\AppData\Local\Microsoft\Windows\Temporary%20Internet%20Files\Content.IE5\XYUS88S1\061101_Bundesland_Bremen_Geschichte.pdf Bundesland Bremen: Bremens Eigenständigkeit wird wiederhergestellt.] Senat der Freien Hansestadt Bremen, Presse & Information, Oktober 2006, abgerufen am 25. Juli 2018.
  34. StAB Sign 4,64/6-377
  35. Archiv Peter-Michael Meiners, Sign W20, Kreisarchiv Osterholz
  36. Bremer Adressbuch von 1957. Abgerufen am 16. Mai 2018.
  37. Weser-Kurier vom 21.7.1955: „Farge-Rekum braucht Turnhalle.[...] Als Begründung wird angeführt, daß Farge-Rekum zur Zeit 6000 Einwohner, darunter 800 schulpflichtige Kinder, umfasse und der Ortsteil durch den Bau von etwa 500 Neubauwohnungen ständig wachse.“
  38. Verordnung über die Neuordnung der stadtbremischen Verwaltungsbezirke vom 23. Februar 1951. Fassung vom 25. April 2013. transparenz.bremen.de, abgerufen am 16. Mai 2018 (Die Trennung gilt spatestens seit 1977.).
  39. Ulf Buschmann: Ende für ein Stück Industriegeschichte, Weser-Kurier, 8. September 2013.
  40. Firma ENGIE: Chronik des ENGIE Kraftwerks Farge. Abgerufen am 15. März 2018.
  41. ÖPNV-Karte Bremen-Nord. In: bsag.de. Abgerufen am 25. Januar 2017.
  42. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt: Homepage. Abgerufen am 21. März 2018.
  43. Luftbild der DiloSpinnbau Textilmaschinen. Abgerufen am 17. April 2018.
  44. TanQid Standort Bremen-Farge (Memento des Originals vom 25. April 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tanquid.de
  45. Info des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen zu den Grundwasserbelastungen
  46. Steingutfabrik Witteburg. Porcelain Marks & More, abgerufen am 10. Oktober 2010.
  47. Wassersportverein Farge e.V.: Homepage. Abgerufen am 21. April 2018.
  48. Hans Lübsen: Erinnerung an den Heimat- und Erntedanktag 1951. In: Heimat- und Vereinsblatt. Nr. 34. Bremen-Farge Oktober 1968, S. 3–5 (heimatverein-farge-rekum.de [PDF; abgerufen am 22. März 2018]).
  49. Heimatverein Farge-Rekum: Heimat- und Vereinsblatt Nr. 1. Mai 1963, S. 2-8, abgerufen am 21. März 2018.
  50. Heimatverein Farge-Rekum e.V.: Homepage. Abgerufen am 21. März 2018.
  51. TSV Farge-Rekum: Homepage. Abgerufen am 21. März 2018.
  52. Farger Schützengesellschaft von 1895 e.V.: Homepage. Abgerufen am 21. März 2018.
  53. Weser-Kurier: MGV Orpheus wählt Vorstandmitglieder. Männergesangverein Orpheus von 1859 e.V. 14. Februar 2016, abgerufen am 21. März 2018.
  54. Heimatverein Farge-Rekum e.V.: 50 Jahre Heimatverein Farge-Rekum. Broschüre zur Jubiläumsfeier. Bremen-Farge 1984.

Koordinaten: 53° 12′ N, 8° 32′ O