Romberger Hof

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Der Romberger Hof war ein klassizistisches Adelspalais in Münster in der Neubrückenstraße 64. Er war ein repräsentatives Gebäude der Stadt und beherbergte unter anderem ein Theater und eine Musikhochschule. Abgesehen von der Fassadenruine des Mittelrisalits ist es im Zweiten Weltkrieg zerstört worden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst war die Liegenschaft in Besitzung der Erbmänner-Familie Drolshagen, die es als Haus Lütkenbeck Mitte des 14. Jahrhunderts erhalten hat. Dieses kam, nach dem Aussterben der Familie in den Besitz von Droste zu Vischering. 1720 wurden zwischen Vossgasse und der Dechanei St. Martin vier Häuserkataster gezählt: Becker Clemens (Ecke Vossgasse), Haus von Lütkenbeck, Droste von Bevern, Lutterbeck. Seit 1760 war die Besitzung unbewohnt – 1764 wird ein Bedienter Havestadt erwähnt – und führe den Namen bis 1767 in den Katastern. 26. Oktober 1778 wird das Haus "in jüngeren Jahren als Stallunng gebraucht", was beim Lütkenbeckschen Hof schon 1774 der Fall zu sein scheint; der Beversche Hof sei dagegen niedergefallen. Der Freiherr Friedrich Wilhelm von Herreman van Zuydwyk, Herr zu Oudegyn war Besitzer der Häuser des Metzgers Bartholomäus Lutterbeck, des Lütkenbeckschen Hofes, des Hauses des Schneiders Johann Bernhard Scherbrock, des Stuhlmachers Becker, des Schusters Böhmer, des Beckers Westarp, bat den Rat der Stadt, diese Dienste einziehen zu dürfen, was ihm auch gegen Bezahlung von 1000 Reichstalern gestattet wurde. Das Fundament des Hauses wird am 17. März 1779 gelegt. Da Heereman den Kleinen Schmisinger Hof bewohnte, den er 1782 urkundlich verließ, scheint es plausible, das er sein neues Domizil bezogen hat. Aber schon am 20. März 1798 verkauft er das Haus an den Namensgeber, Giesbert Freiherr von Romberg.

In den Napoleonischen Kriegen bezog neben anderen auch Generalfeldmarschall Blücher hier Quartier. Ende Oktober 1895 mietete die Gesellschaft des Civilklubs das Haus, die nach wenigen Jahren in die 1900 gegründeten Saalbaugesellschaft überging. Der Pferdestall (aus Sandstein) ist bei der Eröffnung des Lorzing-Theaters als Vorbau genutzt worden. Am 19. Juni 1906 erwarb die Stadt den Romberger Hof, wobei zunächst das Mietverhältnis unberührt blieb. Doch die Saalbaugesellschaft erwarb am 23. November 1919 das Haus Stienen in der Syndikatsgasse und siedelten im Folgejahr dorthin über. In den Räumen des führen Hotels Renne eröffnete am 15. Oktober 1919 die Westfälische Hochschule für Musik ihre Tätigkeit. Der bauliche Zustand wurde durch das Denkmalamt wiederhergestellt. 1920 wurde der Neubau der Stadthalle, deren Südteil hinter dem Romberger Hof lag, durch eine hochgelegene Terrasse verbunden.

Beim Luftangriff auf Münster am 10. Oktober 1943 wurde auch der Romberger Hof schwer getroffen. Nach dem Krieg erwog man den Abriss der Ruinen, um somit Platz für das Theater Münster zu schaffen. Der Mittelrisalit der Hinterfront blieb jedoch auf einer Länge von ca. 12,4m mit seinen vorgelagerten ionischen Kolossalsäulen als Mahnmal erhalten.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Urheberschaft des Architekten Wilhelm Ferdinand Lipper ist nicht durch eine Urkunde bezeugt, sondern durch Überlieferung, die Zugehörigkeit der Zeichnungen zur Sammlung Crone sowie durch die bekannte Handschrift des Architekten auf vielen Blättern. Der Grundriss des aus Baumberger Sandstein gefertigten Gebäudes war 41,2 × 16 m. Der klassische Dreiflügelbau wurde hierbei aufgegeben. So wurden beim Ankauf des Gebäudes durch die musikliebende Familie Romberg noch zahlreiche Veränderungen vorgenommen.

Romberger Hof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Romberger Hof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Rave, Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 41, Die Stadt Münster, Vierter Teil, Münster 1935.

Koordinaten: 51° 57′ 53″ N, 7° 37′ 44″ O