Ron Johnson (Politiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ron Johnson (2020)

Ronald Harold „Ron“ Johnson (* 8. April 1955 in Mankato, Minnesota) ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Politiker der Republikanischen Partei und steht der Tea-Party-Bewegung nahe. Seit Januar 2011 vertritt er den Bundesstaat Wisconsin im US-Senat.

Familie, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ron Johnson ist väterlicherseits norwegischer Herkunft, seine Mutter ist deutscher Herkunft. Er studierte an der University of Minnesota Wirtschaftswissenschaften. Nach dem Studium heiratete er die Tochter des Geschäftsmanns Howard Curler, Mitgründer von Curwod Industries, die heute der Bemis Company gehört. Sein Schwager Jeff Curler ist Vorstandsvorsitzender und Aufsichtsratsvorsitzender von Bemis.[1] Vor seinem Einstieg in der Politik war Johnson in der Privatwirtschaft tätig.

Johnson lebt mit seiner Frau in Oshkosh, Wisconsin. Sie haben drei Kinder.

Im Oktober 2020 wurde Johnson positiv auf das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 getestet.[2]

Politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johnson trat bei der Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten 2010 im Bundesstaat Wisconsin gegen den demokratischen Mandatsinhaber Russ Feingold an.[3] In einem generell für die Republikaner günstigen Klima gewann Johnson gegen Feingold und übernahm dessen Sitz am 3. Januar 2011.[4] Bei der Senatswahl 2016 trat erneut Feingold gegen Johnson an. Entgegen den Erwartungen vieler politischer Beobachter, die Johnson als einen der am stärksten gefährdeten Senatoren bei dieser Wahl angesehen hatten,[5] wurde er in seinem Mandat bestätigt, das bis zum 3. Januar 2023 läuft.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johnson bestreitet den wissenschaftlichen Forschungsstand zur menschengemachten globalen Erwärmung. Er lehnt die Einführung einer allgemeinen öffentlichen Krankenversicherung ab.[6] Johnson lehnt Abtreibung ab (Pro Life), außer bei Vergewaltigungen, Inzest oder Gefährdung der Gesundheit der Mutter.[7] Er lehnt Stammzellenforschung ab.

Er unterstützt das Recht, Waffen zu tragen.[8]

Im Herbst 2017 setzte sich Johnson vehement für eine Änderung der geplanten Steuerreform der Republikaner ein. Die bisherigen Pläne entlasten seiner Ansicht nach kleinere Unternehmen gegenüber großen Konzernen unverhältnismäßig wenig. Die Washington Post führt Johnsons Ablehnung darauf zurück, dass er 2016 während seines Senatswahlkampfs bereits als aussichtslos gegolten hatte und von der Bundespartei keine Mittel mehr erhalten hatte, weshalb er dieser keine Loyalität mehr schulde.[9]

Die Anhörungen beim ersten Amtsenthebungs-Verfahren gegen Präsident Trump brachten hervor, dass Johnson zum engen Kreis derjenigen gehört, die den ukrainischen Präsidenten unter Druck setzen sollten.[10]

Im August 2020 sandte Johnson gemeinsam mit den Senatoren Tom Cotton und Ted Cruz an die Geschäftsführer der Mukran Port Fährhafen Sassnitz GmbH einen Brief, in denen ihnen massive Sanktionen aufgrund des Projekts Nord Stream 2 angedroht wurden.[11]

Im Februar 2021 bestätigte die Biden-Regierung die unter Trump eingeführten Sanktionen gegen russische Nordstream 2-Akteure, verschonte aber weiterhin die beteiligten deutschen Firmen, was Johnson kritisierte.

Nach dem Sturm auf das Kapitol suchte Johnson die Verantwortung bei Demokraten wie Nancy Pelosi[12] und gab in der Senatsdebatte einen Augenzeugenbericht zu Protokoll, der suggerierte, es habe sich bei den Angreifern nicht um Trump-Anhänger gehandelt.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ron Johnson – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Howard Curler and Robert Woods. University of Wisconsin–Madison, 24. November 2008 (englisch).
  2. Sen. Ron Johnson tests positive for coronavirus. In: The Hill, 3. Oktober 2020. Abgerufen am 3. Oktober 2020.
  3. Wisconsin Senate – Feingold vs. Johnson. In: Real Clear Politics, 2011 (englisch).
  4. Election results in Wisconsin. In: The New York Times (englisch).
  5. Burgess Everett, Kevin Robillard, Seung Min Kim: How Democrats blew the Senate majority they knew was theirs. In: Politico, 10. November 2016.
  6. Ron Johnson: ObamaCare and Carey's Heart. In: The Wall Street Journal, 23. März 2011. 
  7. Ron Johnson – The Jerry Bader Show – WTAQ News Talk 97.5FM and 1360AM. Wtaq.com. 7. Juni 2010. Archiviert vom Original am 5. April 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wtaq.com Abgerufen am 1. November 2011.
  8. U.S. Senate Roll Call Votes 113th Congress – 1st Session. In: Legislation & Records. United States Senate. Abgerufen am 30. Juli 2013.
  9. Erica Werner: No feeling of party loyalty for Johnson, a key Senate holdout for the GOP tax bill. In: The Washington Post, 28. November 2017 (englisch).
  10. https://www.thenation.com/article/ron-johnson-recuse-impeachment/
  11. Daniel Wetzel: USA drohen deutschem Nord-Stream-2-Hafen mit wirtschaftlicher Vernichtung. welt.de 5. August 2020, abgerufen am 8. August 2020. (Faksimile des Briefes)
  12. Johnson: American People Deserve Answers About Capitol Security Breach. In: hsgac.senate.gov. 22. Januar 2021, abgerufen am 25. Februar 2021 (englisch).
  13. J. Michael Waller: I Saw Provocateurs At The Capitol Riot On Jan. 6. In: thefederalist.com. 14. Januar 2021, abgerufen am 25. Februar 2021 (englisch).