Ted Cruz

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Ted Cruz (2013)

Rafael Edward „Ted“ Cruz (* 22. Dezember 1970 in Calgary, Alberta, Kanada) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Seit dem 3. Januar 2013 ist Cruz Senator im Senat der Vereinigten Staaten für den Bundesstaat Texas.

Leben[Bearbeiten]

Jugend, Studium und berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Ted Cruz wurde 1970 in Calgary in der kanadischen Provinz Alberta als Sohn eines Kubaners und einer US-Amerikanerin geboren. Sein Vater war politischer Gefangener unter Fulgencio Batista und floh 1957 in die Vereinigten Staaten, wo er sich in Texas niederließ.[1] Cruz Eltern hatten in Kanada ein kleines Unternehmen gegründet, das sich auf reflexionsseismischen Messungen für die Erkundung von Erdöllagerstätten spezialisiert hatte.[2][3] Als Ted Cruz drei Jahre alt war, trennten sich seine Eltern. Bald darauf kehrten sie in die Vereinigten Staaten zurück und ließen sich jeweils in Houston, Texas nieder.

Cruz besuchte die Faith West Academy in Katy, Texas, sowie die Second Baptist High School in Houston.[4] Nach seinem Abschluss an letzterer studierte er an der Woodrow Wilson School of Public and International Affairs der Princeton University, wo er 1992 einen Bachelor of Arts cum laude[5] erhielt.[6] Anschließend studierte er Law School an der Harvard University und erhielt dort 1995 seinen Juris Doctor magna cum laude.[5] Während seines Studiums an der Harvard Law School war Cruz einer der Herausgeber des Harvard Law Review.[6]

Nach dem Studium arbeitete er als Rechtsreferendar (law clerk) erst 1995 für Bundesrichter J. Michael Luttig und 1996 dann für den Obersten Richter am United States Supreme Court, William H. Rehnquist.[5] Später arbeitete er als Rechtsanwalt. Zum Zeitpunkt seiner Wahl in den Senat der Vereinigten Staaten 2012 war er Partner in der Anwaltskanzlei Morgan, Lewis & Bockius in Houston.[6]

Von 2001 bis 2003 war Cruz Direktor des Office of Policy Planning der Federal Trade Commission.[5] Von 2003 bis 2008 war er Generalstaatsanwalt (Solicitor General) für Texas. Als solcher war er der erste Hispanicstämmige Generalstaatsanwalt von Texas, sowie zum Zeitpunkt seiner Ernennung der jüngste Generalstaatsanwalt in einem US-amerikanischen Bundesstaat.[6] Des Weiteren war er von 2004 bis 2009 Adjunct Professor an der Law School der University of Texas.[6]

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Cruz auf dem Values Voters Summit im Oktober 2011

Cruz steht der Tea-Party-Bewegung nahe und wurde von ihr bei der Senatswahl 2012 unterstützt. Nachdem die bisherige republikanische Senatorin Kay Bailey Hutchison im Januar 2011 bekanntgegeben hatte, auf eine Wiederwahl zu verzichten, erklärte Cruz seine Kandidatur. Dabei setzte er sich in der parteiinternen Vorwahl gegen den texanischen Vizegouverneur David Dewhurst durch und siegte bei der Senatswahl am 6. November 2012 gegen den demokratischen Herausforderer Paul Sadler mit 56,6 Prozent. Er ist der erste Hispanic, der den Bundesstaat Texas im Senat der Vereinigten Staaten vertritt.

Im Frühjahr 2013 erfuhr er durch Zeitungsrecherchen, dass er entgegen der Annahme seiner Eltern durch seine Geburt in Kanada neben der amerikanischen auch die kanadische Staatsbürgerschaft besaß. Auf diese verzichtete er, da er der Meinung war „Nothing against Canada, but I’m an American by birth and as a U.S. senator, I believe I should be only an American“ (Nichts gegen Kanada, aber ich bin Amerikaner von Geburt, und als US-Senator glaube ich, ich sollte nur Amerikaner sein). Sein Verzicht auf die kanadische Staatsbürgerschaft wurde im Mai 2014 rechtskräftig.[7]

Am 23. März 2015 kündigte Ted Cruz an, dass er für die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 als Kandidat der Republikaner antreten wolle.[8] Nach George W. Romney, der 1968 Richard Nixon den Vortritt als republikanischer Bewerber für das Präsidentenamt ließ, ist er erst der zweite Kandidat für die Präsidentschaft, der eindeutig außerhalb der USA geboren wurde. Eines der Erfordernisse für die Wählbarkeit zum Präsidenten ist die Eigenschaft, ein Natural born citizen (geborener Staatsbürger) zu sein. Dies wird von manchen, insbesondere den sogenannten Birthers, so ausgelegt, dass der Kandidat innerhalb der USA geboren sein muss. Nach herrschender Meinung reicht es aber, von Geburt an US-Bürger zu sein. Da bisher keine Entscheidung des Oberstens Gerichtshofes in dieser Sache vorliegt, bleibt eine gewisse Unsicherheit.[9]

Politische Positionen[Bearbeiten]

Cruz sprach sich gegen die Ernennung John Kerrys als Außenminister aus.[10] Er ist der Meinung, dass die USA niemanden im Bürgerkrieg in Syrien unterstützen sollten.[11] Er ist ein entschiedener Verteidiger des von der amerikanischen Verfassung garantierten Rechts auf Waffenbesitz.[12] Cruz lehnt Abtreibungen ab, sofern durch die Schwangerschaft das Leben der Mutter nicht gefährdet wird.[13] Er befürwortet eine bundesgesetzliche Definition des Ehebegriffs und lehnt die gleichgeschlechtliche Ehe ab.[14]

In der Einwanderungspolitik versucht Cruz eine mittlere Position einzunehmen. So lehnte er den überparteilich ausgearbeiteten Kompromissvorschlag zur Reform der Einwanderungsgesetzgebung ab. Einerseits wendet er sich gegen die unter anderem in diesem Vorschlag vorgesehene Vergabe der Staatsbürgerschaft an illegale Einwanderer und fordert eine stärkere Bewachung der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko. Andererseits lehnt er auch eine Ausweisung der illegalen Einwanderer ab, möchte für diese Einwandererklientel Möglichkeiten zum legalen Aufenthalt ohne Staatsbürgerschaft schaffen und fordert darüber hinaus eine Liberalisierung der legalen Einwanderung durch unter anderem eine Erhöhung der jährlich vergebenen Greencards.[15]

Cruz ist ein Gegner der Anhebung des Schuldenlimits. Seiner ablehnenden Haltung blieb er auch treu, nachdem sich der Senat infolge des Etatstreits im Oktober 2013 auf einen Kompromiss geeinigt hatte.[16] Am 25. September 2013 hielt er eine 21-stündige Dauerrede im Senat (Filibuster) mit dem Ziel, die Abstimmung über die von ihm abgelehnte Gesundheitsreform von Präsident Obama zu verzögern.[17] Bei der Conservative Political Action Conference im Februar 2015 erklärte Cruz, er werde, sollte er Präsident werden, die Steuern auf Bundesebene ebenso abschaffen wie die allgemeine Krankenversicherung (Obamacare). Die Aufgaben und Befugnisse der Umweltschutzbehörden wolle er stark einschränken.[18]

Familie[Bearbeiten]

Ted Cruz lernte seine aus Kalifornien stammende Ehefrau im Jahre 2000 auf einer Wahlkampagne für George W. Bush kennen und heiratete sie 2001.[19] Das Paar bekam zwei Töchter.[20][21]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ted Cruz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikiquote: Ted Cruz – Zitate (Englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://frontpagemag.com/2013/frontpagemag-com/senator-ted-cruz-confronting-the-threat-of-radical-islam/
  2. National Review 28. August 2013: The Rise of Rafael Cruz
  3. Ted Cruz / Senator / Homepage / About Senator Cruz
  4. Here’s what we know about the faith of Sen. Cruz, who’s set to announce his 2016 bid at Liberty University, 22. März 2015, The Washington Post
  5. a b c d [1]
  6. a b c d e Ted Cruz '92 Sworn-in as U.S. Senator from Texas, 3. Januar 2013, Internetseite der Woodrow Wilson School of Public and International Affairs
  7. No, Canada: Sen. Ted Cruz has formally shed his dual citizenship, The Dallas Morning News, 10. Juni 2014, abgerufen am 10. Juni 2015
  8. Ted Cruz will ins Weiße Haus, Die Welt vom 23. März 2015.
  9. What the Supreme Court Could Say About Ted Cruz’s Canadian Past, Time, 23. Mai 2015, abgerufen 10. Juni 2015
  10. Kerry’s doctrinaire liberal foreign policy, The National Review. 8. Oktober 2004. Abgerufen am 9. Oktober 2013. 
  11. http://www.economist.com/news/united-states/21585011-president-makes-case-pulling-trigger-bomb-or-not-bomb America and Syria: To bomb, or not to bomb?
  12. Ted Cruz: My GOP Senate colleagues yelled at me for wanting to filibuster gun control. In: Hot Air, 29. April 2013. Abgerufen am 17. August 2013. 
  13. Barnhart, Melissa. 27. Juni 2013. Pro-Life Sen. Ted Cruz of Texas to Speak at National Right to Life Convention in Dallas. The Christian Post. Abgerufen: 25. September 2013.
  14. Ted Cruz on Civil Rights. On The Issues. Abgerufen am 27. Juli 2013.
  15. Jay Root, Julian Aguliar. Cruz Tries to Claim the Middle Ground on Immigration. In: The New York Times: 13 September 2013.
  16. Jonathan Weisman, Ashley Parker. Republicans Back Down, Ending Crisis Over Shutdown and Debt Limit. In: The New York Times. 16. September 2013
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTina Hassel: Republikaner spricht im US-Senat: Dauerrede gegen Obamacare. tagesschau.de, abgerufen am 26. September 2013.
  18. Leistungsschau der Konservativsten, 27. Februar 2015, Frankfurter Allgemeine Zeitung
  19. CHRON 15. Oktober 2012: Cruz's life defies simplification
  20. Ted Cruz in der Notable Names Database (englisch)
  21. The Dallas Morning News 1. August 2012: Senate candidate Ted Cruz aims to pick up mantle of Reagan