Roni Horn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Roni Horn im Museum Fundació Joan Miró in Barcelona, 2013

Roni Horn (* 25. September 1955 in New York) ist eine amerikanische Künstlerin. Ihr Werk umfasst Zeichnungen, Skulpturen, fotografische Installationen, Texte und Künstlerbücher.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roni Horn nahm ihr Kunststudium an der Rhode Island School of Design auf, wo sie von 1972 bis 1975 einen Bachelor of Fine Arts absolvierte. 1976 wechselte sie an die Yale University in den Schwerpunkt Skulptur, wo sie 1978 mit dem Master of Fine Arts abschloss. Ein Reisestipendium (Alice Kimball Traveling Fellowship) ermöglichte Horn im Anschluss an ihr Studium eine mehrmonatige Reise mit dem Motorrad durch Island, wohin sie seither immer wieder zurückkehrt.[1] Die Erfahrungen und Eindrücke in Island beeinflussen Horns künstlerische Arbeit maßgeblich. Sie sind Ausgangspunkt vieler Werke, wie etwa der fortlaufenden Serie von Publikationen To Place, die Horn 1990 begann[2] sowie des 2007 entwickelten Langzeitprojekts Vatnasafn / Library of Water, das u. a. eine Installation von Glaszylindern enthält, in denen das Wasser von 24 isländischen Gletschern gespeichert ist.[3]

Horn versucht mit ihren Werken eine Androgynie bzw. Vielfalt im Wesen einer Person oder eines Gegenstandes aufzuzeigen und entwickelt dafür ein Konzept von Identität als etwas kontinuierlich Wandelbarem.[4] Eine künstlerische Strategie, die Horn nutzt, um dies zum Ausdruck zu bringen, ist die Paarung ähnlicher, jedoch nicht identischer fotografischer Bildmotive (z. B. Dead Owl, 1998) oder Skulpturen (z. B. Things that happen again, 1986 und Untitled (Flannery), 1996–97).[5] Zudem arbeitet sie mit Motiven wie Landschaft, Wetter oder Wasser (z. B. Still Water (The River Thames, for Example), 1999–2000) und mit Materialien wie Wasser oder Glas (z. B. Opposites of white, 2006–2007), die in ihrer Gestalt und ihrem Zustand per se veränderlich sind.[6]

Die konkrete Platzierung der Werke im Ausstellungsraum und die damit einhergehende Beeinflussung der Erfahrung der Betrachter spielt für Horn eine wichtige Rolle und betont ihre Vorstellung von Bewusstsein und Wahrnehmung als situativ und flüchtig.[7]

Ihre Werke sind unter anderem in der Yale University Art Gallery vertreten.[8] Sie nahm 1992 an der von Jan Hoet konzipierten Documenta IX in Kassel teil. Im Jahr 1998 erhielt sie den Alpert Award, 2013 den Joan-Miró-Preis.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yale University School of Art: Roni Horn. Abgerufen am 31. Mai 2018 (englisch).
  2. Tate: Roni Horn aka Roni Horn: explore the exhibition, themes, Iceland: Iceland | Tate. In: Tate. (org.uk [abgerufen am 31. Mai 2018]).
  3. West Iceland: Library of Water | Visit West Iceland. In: Visit West Iceland. (west.is [abgerufen am 31. Mai 2018]).
  4. «I'm not this, I'm not that» oder Gesucht wird: Roni Horn | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 26. März 2003, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 31. Mai 2018]).
  5. Nancy Spector: Roni Horn. Untitled (Flannery) und Dead Owl. In: Guggenheim Collection Online. Solomon R. Guggenheim Foundation, abgerufen am 31. Mai 2018 (englisch).
  6. Rahel Schrohe: Roni Horn. In: Artinside. Nr. 3. Basel 2016, S. 12–13 (artinside.ch [PDF]).
  7. Moving Water: The Flow of Roni Horn. Julie Ault in conversation with Roni Horn, 2013. In: Fundació Joan Miró und “la Caixa” Foundation (Hrsg.): Roni Horn. Everything was sleeping as if the universe were a mistake. Turner Publicaciones, Madrid 2014, ISBN 978-84-15832-52-2.
  8. Roni Horn. Yale University Art Gallery. Abgerufen am 21. September 2010.
  9. Roni Horn | Fondation Beyeler. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  10. Isabel Zürcher: Roni Horn bietet in der Fondation Beyeler kleine Geschenke an. In: bz Basellandschaftliche Zeitung. 12. Juli 2016 (basellandschaftlichezeitung.ch [abgerufen am 1. Juni 2018]).
  11. Roni Horn: “Butterfly to Oblivion” | Fondation Vincent van Gogh Arles. Abgerufen am 1. Juni 2018 (britisches Englisch).
  12. Roni Horn. Everything was sleeping as if the universe were a mistake | Fundació Joan Miró. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  13. Roni Horn. Portrait of an Image | Schirn Kunsthalle Frankfurt. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  14. Roni Horn | Hamburger Kunsthalle. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  15. Roni Horn. Well and Truly | Kunsthaus Bregenz. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  16. Roni Horn aka Roni Horn | Whitney Museum of American Art. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  17. Tate: Roni Horn aka Roni Horn – Exhibition at Tate Modern | Tate. Abgerufen am 1. Juni 2018 (britisches Englisch).
  18. Roni Horn, Dead Owl, 1998. In: Fondation Beyeler Sammlung Online. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  19. Roni Horn, Opposites of White, 2006–2007. In: Fondation Beyeler Sammlung Online. Abgerufen am 1. Juni 2018.
  20. Roni Horn, 'Pair Object' VIa, 1990. In: Museum of Contemporary Art Chicago Online Collection. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  21. Roni Horn. Bluff Life. 1982 | MoMA. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  22. Roni Horn. Still Water (The River Thames, for Example). 1999 | MoMA. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  23. Roni Horn. Clowndoubt (Joe). 2001 | MoMA. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  24. Roni Horn. Were 3. 2002 | MoMA. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  25. Roni Horn. Untitled (Aretha). 2002-04 | MoMA. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  26. Roni Horn, Gold Field, 1980–1982. In: Solomon R. Guggenheim Museum Online Collection. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  27. Roni Horn, Untitled (Flannery), 1996–1997. In: Solomon R. Guggenheim Museum Online Collection. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  28. Roni Horn, Pi, 1997–1998. In: Solomon R. Guggenheim Museum Online Collection. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  29. Roni Horn, Still Water (The River Thames, for Example), 1999. In: Tate Online Collection. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).
  30. Roni Horn, Pink Tons, 2009. In: Tate Online Collection. Abgerufen am 1. Juni 2018 (englisch).