Rosa Winkel

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Dieser Artikel behandelt ein Kennzeichen für NS-Häftlinge. Zum danach benannten Verlag siehe Verlag Rosa Winkel, für das Kölner Mahnmal „Rosa Winkel“ siehe Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus in Köln.
Rosa Winkel (5. Spalte)
Winkelförmige Gedenktafeln aus rotem Granit mit der Inschrift „Totgeschlagen, totgeschwiegen“ wurden an verschiedenen Gedenkorten angebracht, hier am U-Bahnhof Nollendorfplatz in Berlin.

Der Rosa Winkel diente während der Zeit des Nationalsozialismus der Kennzeichnung von Häftlingen in den Konzentrationslagern, sofern sie aufgrund ihrer Homosexualität dorthin verschleppt worden waren (siehe auch Homosexualität in der Zeit des Nationalsozialismus). Die Stoffaufnäher mussten an der KZ-Häftlingskleidung auf der linken Brust getragen werden.

Häftlinge mit dem Rosa Winkel[Bearbeiten]

Die Gesamtzahl der schwulen Männer, die in den Konzentrationslagern gequält und ermordet wurden, wurde von der historischen Forschung erst ab den 1970er Jahren seriös in den Blick genommen. Es konnten bis heute nur Schätzungen vorgelegt werden: Rüdiger Lautmann veranschlagte die Zahl der als Homosexuelle Verschleppten mit 10.000 bis 15.000 bei einer Todesrate von 50 bis 60 Prozent.

Die Anzahl homosexueller Opfer insgesamt – also auch homosexueller Juden, Sinti und Roma, Kommunisten, Zeugen Jehovas usw. – entzieht sich der genauen Kenntnis.

Nach 1945 blieb Homosexualität in den meisten europäischen Ländern strafbar, in der Bundesrepublik Deutschland galt sogar der von den Nationalsozialisten verschärfte § 175 StGB bis 1969. Erst 2002 hob der Bundestag die NS-Urteile gegen Homosexuelle auf. Eine finanzielle Entschädigung schwuler NS-Opfer fand nie statt.

Der US-amerikanische Dokumentarfilm Paragraph 175 ließ im Jahr 2000 Überlebende zu Wort kommen. Rudolf Brazda, gestorben 2011, galt als letzter überlebender Häftling mit dem Rosa Winkel.

Personen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Der Rosa Winkel als Symbol der Schwulenbewegung[Bearbeiten]

Pink triangle.svg

Der Rosa Winkel entwickelte sich seit den 1970er Jahren zu einem internationalen Symbol der Schwulenbewegung. Der 1975 gegründete deutsche Verlag Rosa Winkel kam so zu seinem Namen. Holger Mischwitzky ließ sich zu seinem Künstlernamen Rosa von Praunheim anregen.

Das Amsterdamer Homomonument von 1987 nahm seine Form auf, ebenso das Kölner Mahnmal für die schwulen und lesbischen NS-Opfer und viele andere Gedenkorte.

In den USA fand er v.a. als Zeichen der HIV/AIDS-Aktivismusgruppe Act Up mit ihrem Spruch „Silence = Death“ Verbreitung. Dort war er um 180 Grad gedreht, um die Hoffnung auf einen besseren Umgang mit AIDS in naher Zukunft auszudrücken. Die 1978 in den USA entworfene Regenbogenfahne setzte sich in Europa ab den 1990er Jahren durch und hat den Rosa Winkel als bevorzugtes Symbol der LGBT/LSBTTIQ-Bewegung abgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rosa Winkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien