Rosensteintunnel (B 10)

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Rosensteintunnel
Rosensteintunnel
Ostportal des Rosensteintunnels
Nutzung Straßentunnel
Verkehrsverbindung B 10
Ort Stuttgart
Länge 1300 mdep1
Anzahl der Röhren 2
Bau
Bauherr Stadt Stuttgart
Baukosten 456,05 Millionen €
Baubeginn 25. April 2015
Fertigstellung Ende 2024
Betrieb
Freigabe 26. März 2022
Karte
Rosensteintunnel Planung.svg
Schematische Ansicht der Bauprojekte rund um den B10-Rosensteintunnel
Lage
Rosensteintunnel (B 10) (Baden-Württemberg)
Koordinaten
Nordportal an der Pragstraße 48° 48′ 23,6″ N, 9° 11′ 55,8″ O
Südportal an der Neckartalstraße 48° 48′ 9,1″ N, 9° 12′ 23,9″ O

Der Rosensteintunnel ist ein Straßentunnel in Stuttgart und Teil der Bundesstraße 10.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer Gesamtlänge von rund 1.300 Meter unterquert der Rosensteintunnel den Rosensteinpark und Teile der Wilhelma. Der Verkehr wird jeweils zweispurig direkt zwischen dem Pragsattel und dem Knoten am Leuze geführt.

Entlang des bisherigen Verlaufs der B 10, auf der Prag- und der Neckartalstraße, wurden Straßenabschnitte in Grünflächen umgewandelt. Zudem wurde durch die Verlegung der Stadtbahnhaltestelle Wilhelma der Zugang zum gleichnamigen zoologischen Garten erleichtert.

Neben dem Rosensteintunnel wird eine dritte Röhre im Bereich des Mineralbads Leuze gebaut. Dadurch soll der Verkehrsstrom der Bundesstraßen 10 und 14 entflochten werden. Ein neuer Kurztunnel ersetzt den heutigen B14-Wender, wodurch eine planfreie Verbindung zur B 14 Richtung Innenstadt ermöglicht wird. Eine zusätzliche Rampe ermöglicht dem B10-Verkehr aus Richtung Pragsattel eine direkte Verbindung über die König-Karls-Brücke nach Bad Cannstatt.

Mit dem Neubau des Straßentunnels der B 10 werden auch der Berger Tunnel und der Schwanenplatztunnel umgebaut.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Mai 2010 stimmte der Stuttgarter Gemeinderat dem 193,5 Millionen Euro teuren Bauprojekt zu. Im Oktober 2012 genehmigte der Stuttgarter Gemeinderat schließlich den Bebauungsplan dieses Projektes; am 8. November stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für den Bau des Tunnels.[2][3] Das Stuttgarter Unternehmen Wolff & Müller und die Marti Tunnelbau AG erhielten den Auftrag zum Bau der beiden Röhren des Autotunnels unter dem Rosensteinpark, deren Kosten sich auf 115,3 Millionen Euro belaufen werden.[4] Erste Arbeiten in Vorbereitung des Tunnelbaus vermeldete die Regionalpresse im Januar 2014.[5]

Im Vorfeld der Bauarbeiten wurde das Gebiet entlang des Verlaufs des geplanten Tunnels nach möglichen Blindgängern abgesucht, Luftaufnahmen der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg legten diese Vermutung nahe, welche durch Funde bestätigt wurde. Ein Teil des Parks sowie die Wilhelma wurden am 28. November 2010 für die Öffentlichkeit gesperrt, um die gefundenen Blindgänger zu entschärfen.[6]

Im Sommer 2014 wurden der sogenannte „Elefantensteg“ über die B 10 sowie der Teil des Leuzestegs, der über die Stadtbahngleise führt, für das Vorhaben abgerissen.[7] Im Bereich dieses „Elefantenstegs“ (benannt nach seiner Bemalung, die auf die nahe Wilhelma hinwies) begannen die Arbeiten für die Errichtung des Tunnel-Nordportals.[8] Am 25. April 2015 war offizieller Baubeginn, dabei waren zwei Tunnelpatinnen zugegen. Der Vortrieb sollte bis Frühjahr 2016 laufen, anschließend ist der Innenausbau geplant. Die Inbetriebnahme war für 2020 vorgesehen. Von den nunmehr auf mehr als 230 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten übernehmen Bund und Land insgesamt 112 Millionen Euro.[8]

Laut einem Pressebericht von Mitte Mai 2015 sind die erwarteten Kosten, einschließlich des Umbaus des Leuze-Knotens, um rund 40 auf mehr als 270 Millionen Euro gestiegen. Die Mehrkosten müssen durch die Landeshauptstadt finanziert werden. Bund und Land tragen weiterhin zusammen 112 Millionen Euro.[9] Die Verwaltung bezifferte im Sommer 2019 die Kosten auf 329 Millionen. Als Gründe nannte sie auch Bauverzögerungen und rechtliche Streitigkeiten mit der Baufirma, die 2017 in einer Kündigung mündeten. Das Unternehmen bestritt die Vorwürfe und machte die Stadt für Verzögerungen bei den Bauarbeiten durch Planungsänderungen verantwortlich. Ein folgender Rechtsstreit wurde im Februar 2021 durch Verzicht auf die wechselseitigen Ansprüche gütlich beigelegt.[10][11]

Am 20. Juni 2016 erfolgte der Durchschlag der Südröhre, und am 11. Juli 2016 in der Nordröhre, die offizielle Durchschlagsfeier fand am 16. September 2016 statt.[12]

Am 20. Februar 2021 erfolgte mit der Teilinbetriebnahme des Kurztunnels B 10/14 sowie des B-14-Wenders die Freigabe des ersten Abschnitts des Gesamtprojekts.[13]

Am 26. März 2022 wurde der Rosensteintunnel für den Verkehr freigegeben.[14]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Rosensteintunnel sollen 2015 die ersten Autos rollen (Memento vom 10. Juli 2009 im Internet Archive), Stuttgarter Zeitung vom 26. Mai 2008
  2. Gemeinderat Stuttgart beschließt Bebauungsplan vom 25. Oktober 2012, abgerufen am 27. Oktober 2012
  3. Gemeinderat votiert für den Bau des Rosensteintunnels Stuttgarter Zeitung, 8. November 2012.
  4. ks: Rosensteintunnel: Großauftrag für Wolff & Müller - Stuttgart - Stuttgarter Nachrichten. Stuttgarter Nachrichten, 6. Februar 2014, abgerufen am 10. August 2021.
  5. Bäume fallen für den Rosensteintunnel. Abgerufen am 10. Februar 2014.
  6. Blindgänger im Rosensteinpark gefunden, Landeshauptstadt Stuttgart, Abt. Presse und Kommunikation, 10. November 2010. – @1@2Vorlage:Toter Link/wesenewsroom.stuttgart.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven.)
  7. Elefantensteg in Bad Cannstatt (...) entfernt StZ (online) 15. Juli 2014.
  8. a b Erik Raidt: Im Rosensteintunnel geht es voran. In: Stuttgarter Zeitung. 27. April 2015, S. 15 (online).
  9. Wolfgang Schulz-Braunschmidt: Kostenexplosion beim Rosensteintunnel. In: Stuttgarter Zeitung. Nr. 114, 20. Mai 2015, S. 19 (online).
  10. Thomas Braun: Rosensteintunnel in Stuttgart: Das sind die Gründe für die Kostenexplosion. Stuttgarter Nachrichten, 3. April 2019, abgerufen am 12. Februar 2020.
  11. Bauvorhaben Leuze: Rechtsstreit endet gütlich, rosensteintunnel.stuttgart.de, Landeshauptstadt Stuttgart, 2021
  12. Thomas Braun: Kommunalpolitiker glänzen durch Abwesenheit. In: Stuttgarter Zeitung. Band 72, 17. September 2016, S. 22 (unter anderem Titel online).
  13. Kurztunnel ab sofort in Betrieb Landeshauptstadt Stuttgart, Pressemitteilung, 20. Februar 2021
  14. Rosensteintunnel für den Verkehr freigegeben Pressemitteilung der Stadt Stuttgart, 26. März 2022