Rosensteintunnel (B 10)

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Rosensteintunnel
Nutzung Straßentunnel
Verkehrsverbindung B 10
Ort Stuttgart
Länge 1300 mdep1
Anzahl der Röhren 2
Bau
Bauherr Stadt Stuttgart
Baukosten 456,05 Millionen €
Baubeginn 25. April 2015
Fertigstellung Ende 2024
Betrieb
Freigabe Ende 2024
Karte
Rosensteintunnel Planung.svg
Schematische Ansicht der Bauprojekte rund um den B10-Rosensteintunnel
Lage
Rosensteintunnel (B 10) (Baden-Württemberg)
(48° 48′ 23,56″ N, 9° 11′ 55,77″O)
(48° 48′ 9,12″ N, 9° 12′ 23,94″O)
Koordinaten
Nordportal an der Pragstraße 48° 48′ 24″ N, 9° 11′ 56″ O
Südportal an der Neckartalstraße 48° 48′ 9″ N, 9° 12′ 24″ O
Ostportal im Juni 2018
Westportal im Januar 2015
Westportal im November 2015, nun überdeckelt
Einfahrt am Westportal im April 2020

Der Rosensteintunnel ist ein im Bau befindlicher Straßentunnel in Stuttgart. Er ist neben Stuttgart 21 das größte Infrastrukturprojekt der Stadt. Das zentrale Bauwerk bildet der B10-Rosensteintunnel. Mit einer Gesamtlänge von rund 1.300 Meter unterquert dieser den Rosensteinpark und Teile der Wilhelma. Der Verkehr wird jeweils zweispurig direkt zwischen dem Pragsattel und dem Knoten am Leuze geführt. Außerdem werden Straßenabschnitte in der Prag- sowie der Neckartalstraße durch Grünflächen ersetzt oder auch durch eine Verlegung der Zugang zur Stadtbahn an der Wilhelma erleichtert.

Eine dritte Röhre wird im Bereich Leuze gebaut. Sie soll die Verkehrsströme der B10 und B14 entflechten. Ein neuer Kurztunnel ersetzt den heutigen B14-Wender, somit können Autofahrer direkt in die Innenstadt abbiegen. Eine zusätzliche Rampe ermöglicht dem B10-Verkehr aus Richtung Pragsattel eine direkte Verbindung über die König-Karls Brücke nach Bad Cannstatt.

Am 20. Mai 2010 stimmte der Stuttgarter Gemeinderat dem 193,5 Millionen Euro teuren Bauprojekt zu. Im Oktober 2012 genehmigte der Stuttgarter Gemeinderat schließlich den Bebauungsplan dieses Projektes; am 8. November stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für den Bau des Tunnels.[1][2] Die Stuttgarter Unternehmen Wolff & Müller und die Marti Tunnelbau AG erhielten den Auftrag zum Bau der beiden Röhren des Autotunnels unter dem Rosensteinpark, deren Kosten sich auf 115,3 Millionen Euro belaufen werden.[3] Erste Arbeiten in Vorbereitung des Tunnelbaus vermeldete die Regionalpresse im Januar 2014.[4]

Im Vorfeld der Bauarbeiten wurde das Gebiet entlang des Verlaufs des geplanten Tunnels nach möglichen Blindgängern abgesucht. Luftaufnahmen der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg legten diese Vermutung nahe. Diese Vermutung wurde durch Funde bestätigt. Ein Teil des Parks sowie die Wilhelma wurden am 28. November 2010 für die Öffentlichkeit gesperrt, um die gefundenen Blindgänger zu entschärfen.[5]

Im Sommer 2014 wurde der so genannte Elefantensteg (über die B 10) sowie der Teil des Leuzestegs, der über die Stadtbahngleise führt, für das Vorhaben abgerissen.[6] Im Bereich dieses „Elefantenstegs“ (benannt nach seiner Bemalung, die auf die nahe Wilhelma hinwies) begannen die Arbeiten für die Errichtung des Tunnel-Nordportals.[7] Am 25. April 2015 war offizieller Baubeginn. Dabei waren zwei Tunnelpatinnen zugegen. Der Vortrieb sollte bis Frühjahr 2016 laufen, anschließend ist der Innenausbau geplant. Die Inbetriebnahme ist für 2020 vorgesehen. Von den nunmehr auf mehr als 230 Millionen Euro geschätzten Gesamtkosten übernehmen Bund und Land insgesamt 112 Millionen Euro.[7] Laut einem Pressebericht von Mitte Mai 2015 sind die erwarteten Kosten, einschließlich des Umbaus des Leuze-Knotens, um rund 40 auf mehr als 270 Millionen Euro gestiegen. Die Mehrkosten müssen durch die Landeshauptstadt finanziert werden. Bund und Land tragen weiterhin zusammen 112 Millionen Euro.[8] Die Verwaltung bezifferte im Sommer 2019 die Kosten auf 329 Millionen. Als Gründe nannte sie auch Bauverzögerungen und rechtliche Streitigkeiten mit der Baufirma, die 2017 in einer Kündigung mündeten. Das Unternehmen bestritt die Vorwürfe und machte die Stadt für Verzögerungen bei den Bauarbeiten durch Planungsänderungen verantwortlich. Ein folgender Rechtsstreit wurde im Februar 2021 durch Verzicht auf die wechselseitigen Ansprüche gütlich beigelegt.[9][10]

Am 20. Juni 2016 erfolgte der Durchschlag der Südröhre, und am 11. Juli 2016 in der Nordröhre. Die offizielle Durchschlagsfeier fand am 16. September 2016 statt.[11]

Mit dem Neubau des Straßentunnels der B 10 werden auch der Berger Tunnel und der Schwanenplatztunnel umgebaut.[12]

Am 20. Februar 2021 erfolgte mit der Teilinbetriebnahme des Kurztunnels B 10/14 sowie des B-14-Wenders die Freigabe des ersten Abschnitts des Gesamtprojekts.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeinderat Stuttgart beschließt Bebauungsplan vom 25. Oktober 2012, abgerufen am 27. Oktober 2012
  2. Gemeinderat votiert für den Bau des Rosensteintunnels Stuttgarter Zeitung, 8. November 2012.
  3. ks: Rosensteintunnel: Großauftrag für Wolff & Müller - Stuttgart - Stuttgarter Nachrichten. Stuttgarter Nachrichten, 6. Februar 2014, abgerufen am 10. August 2021.
  4. Bäume fallen für den Rosensteintunnel. Abgerufen am 10. Februar 2014.
  5. Blindgänger im Rosensteinpark gefunden@1@2Vorlage:Toter Link/newsroom.stuttgart.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. . Landeshauptstadt Stuttgart, Abt. Presse und Kommunikation, 10. November 2010.
  6. Elefantensteg in Bad Cannstatt (...) entfernt StZ (online) 15. Juli 2014.
  7. a b Erik Raidt: Im Rosensteintunnel geht es voran. In: Stuttgarter Zeitung. 27. April 2015, S. 15 (online).
  8. Wolfgang Schulz-Braunschmidt: Kostenexplosion beim Rosensteintunnel. In: Stuttgarter Zeitung. Nr. 114, 20. Mai 2015, S. 19 (online).
  9. Thomas Braun: Rosensteintunnel in Stuttgart: Das sind die Gründe für die Kostenexplosion. Stuttgarter Nachrichten, 3. April 2019, abgerufen am 12. Februar 2020.
  10. Bauvorhaben Leuze: Rechtsstreit endet gütlich, rosensteintunnel.stuttgart.de, Landeshauptstadt Stuttgart, 2021
  11. Thomas Braun: Kommunalpolitiker glänzen durch Abwesenheit. In: Stuttgarter Zeitung. Band 72, 17. September 2016, S. 22 (unter anderem Titel online).
  12. Im Rosensteintunnel sollen 2015 die ersten Autos rollen (Memento vom 10. Juli 2009 im Internet Archive), Stuttgarter Zeitung vom 26. Mai 2008
  13. Kurztunnel ab sofort in Betrieb Landeshauptstadt Stuttgart, Pressemitteilung, 20. Februar 2021