Rotbach (Rhein)

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Vennbach / Ebersbach / Rotbach
Rotbachsee

Rotbachsee

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2774
Lage Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle Bei Königshardt als Vennbach
51° 32′ 48″ N, 6° 52′ 18″ O
Quellhöhe 64 m ü. NN[1]
Mündung Südlich von Möllen in den RheinKoordinaten: 51° 34′ 21″ N, 6° 41′ 13″ O
51° 34′ 21″ N, 6° 41′ 13″ O
Mündungshöhe 19 m ü. NN[1]
Höhenunterschied 45 m
Länge 21,9 km[2]
Einzugsgebiet 51,564 km²[2]

Der Rotbach ist ein 21,9 km langer, orografisch rechter Nebenfluss des Rheins im nördlichen Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bach entspringt als Vennbach östlich von Königshardt auf einer Höhe von 64 m ü. NN. Von hier aus fließt der Bach zunächst in nördliche Richtung. Der Reinersbach fließt nach 400 m in Richtung Süden ab. Mit Erreichen des Stadtgebiets von Bottrop wird der Bach Ebersbach genannt. Unterhalb der Mündung des Pötteringsbachs wendet sich der Lauf nach Westen. Ab hier wird der Bach nun Rotbach genannt. Auf seinem weiteren Verlauf durchfließt der Bach Dinslaken, bevor er südlich von Möllen auf 19 m ü. NN in den Rhein mündet.

Der Rotbach überwindet auf seinem 21,9 km langen Weg einen Höhenunterschied von 45 m, was einem mittleren Sohlgefälle von 2,1 ‰ entspricht. Er entwässert ein 51,564 km² großes Einzugsgebiet im Bereich der Städte Voerde, Dinslaken, Bottrop und Oberhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rotbach wird auf älteren Karten auch Munne, Münne oder Minne genannt.

Es sind fünf Wassermühlen am Rotbach bekannt:

  • Grafenmühle (nicht mehr vorhanden)
  • Wassermühle am Haus Hiesfeld
  • Dörnemann-Mühle nahe der Dorfkirche Hiesfeld (nicht mehr vorhanden)
  • Altstadt-Mühle am Altmarkt Dinslaken (nicht mehr vorhanden)
  • Wassermühle am Haus Wohnung nahe dem Rhein

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rotbach ist auf weiten Strecken Bergsenkungen ausgesetzt, die vom untertägigen Steinkohleabbau des Bergwerks Lohberg-Osterfeld herrühren. Am 5. Mai 1991 kam es um 7:20 Uhr nördlich des Rotbachs, westlich der Autobahnanschlussstelle Dinslaken-Nord infolge einer Bergsenkung zu einem Leck der Rhein-Main-Pipeline. Etwa 280 m³ Benzin flossen in das Erdreich und den Rotbach. Ein Fischsterben wurde ausgelöst, aber auch viele andere Tiere wurden dadurch getötet. Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen trat bei Teilen der Bevölkerung und den Hilfskräften auf. Etwa 5.000 m³ kontaminierter Boden musste abgetragen und 300–400 Bäume gerodet werden.[3]

Um Überschwemmungen des durch Bergsenkungen in seiner Vorflut gestörten Baches zu verhindern, wurden in den 1990er Jahren umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich, in deren Rahmen auch eine Renaturierung des Bachlaufes angestrebt wurde. Zuerst wurde unterhalb des Rotbachsees der Bachlauf modifiziert und eine Pumpstation gebaut. Um den in besiedeltes Gebiet integrierten alten Bachlauf nicht austrocknen zu lassen, fließt ein Teil des gepumpten Wassers nun entgegen der bisherigen Richtung. Eine spätere Baumaßnahme umfasste den Bau von umfangreichen Deichanlagen oberhalb des Rotbachsees.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zum Rotbach liegt der Radweg Rotbach-Route.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marzin, Gisela: Geschichte(n) vom Rotbach, in: Jahrbuch des Kreises Wesel, 24. 2003 (2002), S. 113-121
  • Wulf, Michael: Derœ Rotbach soll wieder leben - der Rotbach im Kreis Wesel ist durch Bergsenkungen stark beeinträchtigt; ein neues Konzept für die naturnahe Umgestaltung zwischen dem Zusammenfluss Rotbach/Schwarzbach und dem Rückhaltebecken Rotbachsee in Dinslaken soll ihm wieder ein natürliches Gesicht zurückgeben, in: Natur-Spiegel, (2002) 2 = 46, S. 14-15

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Deutsche Grundkarte 1:5000
  2. a b Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  3. Dieter Hesel, Hartmut Kopp und Uwe Roller, Seite 88: Erfahrungen aus Abwehrmaßnahmen bei chemischen Unfällen – Kapitel 5.3.12 in „Zivilschutz-Forschung Band 29“, herausgegeben vom Bundesamt für Zivilschutz, ISSN 0343-5164