Rotuto

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Rotuto
Der Suco Rotuto liegt im Westen des Verwaltungsamts Same.
Daten
Fläche 12,70 km²[1]
Einwohnerzahl 848 (2015)[1]
Chefe de Suco Alarico dos Santos
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Bere-Teni 168
Foe-Hei 313
Hatu-Hei 120
Leo-Fat 28
Sabou 219
Rotuto (Osttimor)
Rotuto
Rotuto
Koordinaten: 9° 0′ S, 125° 36′ O

Rotuto ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Same (Gemeinde Manufahi).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Rotuto eine Fläche von 2,34 km².[2] Nun sind es 12,70 km².[1] Der Suco liegt im Westen des Verwaltungsamts Same. Nördlich liegt der Suco Letefoho, östlich der Suco Dai-Sua und südlich der Suco Grotu. Im Westen grenzt Rotuto an die Gemeinde Ainaro mit ihren Sucos Mauchiga (Verwaltungsamt Hatu-Builico) und Leolima (Verwaltungsamt Hato-Udo). Durch Rotuto fließt der Moussamau, ein Quellfluss des Caraulun.[3]

Es gibt keine zusammenhängende Ortschaften im Suco,[4] dafür aber eine Grundschule, die Escola Primaria Sabou.[5] Der Suco ist verkehrstechnisch schlecht an die Außenwelt angeschlossen. Für die Parlamentswahlen in Osttimor 2007 mussten die Wahlurnen mit Pferden und Trägern zum Wahllokal gebracht und wieder abgeholt werden.[5]

Im Suco befinden sich die fünf Aldeias Bere-Teni, Foe-Hei, Hatu-Hei, Leo-Fat und Sabou.[6]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 lebten nur 33 Personen in Rotuto,[7] doch möglicherweise durch die Rückkehr von Flüchtlingen stieg die Einwohnerzahl in den folgenden Jahren deutlich an, so dass 2010 wieder 866 Menschen im Suco lebten.[8] 2015 zählte man 848 Einwohner (2015), davon sind 413 Männer und 435 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 66,8 Einwohner/km². Im Suco gibt es 173 Haushalte.[1] Knapp 59 % der Einwohner geben Mambai als ihre Muttersprache an. 40 % sprechen Tetum Prasa und eine kleine Minderheit Habun.[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. August 1982 griffen FALINTIL-Kämpfer die die indonesische Hansip (Zivilverteidigung) in Rotuto an. Dies war Teil des Cabalaki-Aufstands, bei dem mehrere indonesische Stützpunkte in der Region gleichzeitig attackiert wurden. Die Indonesier schickten sofort Truppen in die Region. Häuser wurden niedergebrannt, Schulen geschlossen und Frauen und Kinder dazu gezwungen Wache in Militärposten zu halten. Außerdem kam es zu Zwangsumsiedlungen, Brandschatzung, Plünderungen und Vergewaltigungen. FALINTIL-Kämpfer und ein Großteil der Bevölkerung flohen aus dem Gebiet.[10][11][12]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 zerstörten Stürme und Erdrutsche in Rotuto die Felder. Ohnehin gelten die Böden der Region nicht als sehr ertragreich, weswegen es immer wieder zu Nahrungsmittelmangel kommt.[13]

Am 20. Dezember 2010 wurde bei einem Pilotprojekt durch den koreanischen YMCA eine Photovoltaikanlage eingeweiht, die den Suco mit Strom versorgen soll. Jede der 350 Familien im Suco erhielt zudem eine 6-Watt-Lampe und einen wiederaufladbaren Akku.[14]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Alarico dos Santos zum Chefe de Suco gewählt[15] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  3. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  4. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 523 kB)
  5. a b Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  6. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  7. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  8. Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Rotuto (tetum; PDF; 8,0 MB)
  10. „Chapter 7.4 Arbitrary detention, torture and ill-treatment“ (PDF; 2,0 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch).
  11. Chapter 6.4 Mauchiga case study: a quantitative analysis of violations experienced during counter-Resistance operations (PDF; 456 kB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch).
  12. Chapter 7.7: Sexual Violence (PDF; 1,2 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch).
  13. Radio Timor-Leste, 23. April 2010, Four villages Residents of Same sub district run short of food
  14. Government of Timor-Leste, 4. Januar 2011, Secretary of State for Energy Policy inaugurates photovoltaic central in Rotuto, Same
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  16. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google