Rudolf Doernach

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Rudolf Doernach (* 17. August 1929 in Stuttgart)[1] ist ein deutscher Architekt, Bioarchitekt und Landwirt in Wildberg (Schwarzwald).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Architekturstudium in Stuttgart war er in den USA tätig, mit leichten Schalenkonstruktionen und schwimmenden Kunststoffhäusern auch als Projektpartner von Buckminster Fuller. Zurückgekehrt nach Deutschland war er seit 1974 in Forschungskontakt mit Frei Otto und dem Institut für Leichte Flächentragwerke IL in Stuttgart, dort speziell bei dem Forschungsprojekt SFB 230 Natürliche Konstruktionen seit 1988. Parallel dazu gründete er als Biotekt die Bioversität als Forschungsinstitut und Volkshochschule in Wildberg/Schwarzwald. Dort wurden seit 1975 mehrere Prototypen von Geodätischen Kuppeln und Gitterschalen mit Pflanzenhaut errichtet. Er hatte zahlreiche Vorträge und Seminare auch gemeinsam mit Hans A. Pestalozzi und Friedensreich Hundertwasser. Doernach arbeitete mehrere Jahre im Beirat für Bauforschung in Bonn.[2]

Leistung, Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er schuf den bisher nicht ins Fachvokabular eingegangenen Begriff der Biotektur als Bauen mit lebenden Baustoffen, Pflanzen als Traggerüste und bioklimatische Haut, zugleich als Wand, Dach, Energieerzeugung und Dämmung. In seinem Forschungsinstitut Biodiversität wurden seit 1975 mehrere Prototypen von Geodätischen Kuppeln und Gitterschalen mit Pflanzenhaut realisiert. Bei dem interdisziplinären Forschungsprojekt SFB 230 Natürliche Konstruktionen [3] wurde angeblich der Begriff Bionik entwickelt.

Mit dem Doppelband „Handbuch für bessere Zeiten“ wurde Dörnach einem breiten Publikum aus der Öko-Szene bekannt. Die praktischen Beschreibungen und Anleitungen zu alten handwerklichen Techniken aus den Bereichen Bauen und Wohnen, Kleidung, Heimwerk, Wasser, Nahrung, Tiere und Energie wurden in vielen alternativen Wohnprojekten in der Stadt und auf dem Land umgesetzt. Weitere Themen sind Lehmbau, Permakultur, Pflanzenkläranlage, Haus- und Dachbegrünung.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Doernach: Pflanzenfassaden Pflanzenklima Biotektur. In: Ökojournal. Nr.4, Bächli Verlag, Hemberg/Schweiz 1978.
  • Rudolf Doernach: Bauklimatologie Biotektur. In: db. Nr.12 1974, Deutsche Bauzeitung Verlag, Leinfelden 1974, ISSN 0721-1902.
  • Rudolf Doernach: Biohaus für Dorf und Stadt. Wohngemeinschaft zwischen Pflanzen, Tier u. Mensch. Fischer Verlag, Frankfurt 1981, ISBN 3-596-24055-7. (Reihe fischer alternativ)
  • Rudolf Doernach: Süddeutsche Bauernhäuser. Umschau Verlag, Frankfurt 1986, ISBN 3-524-63038-3.
  • Rudolf Doernach: Handbuch für bessere Zeiten. Klett Verlag, Stuttgart 1983.
  • Rudolf Doernach: Archi-Bio: Biosophie-Archaitektur. C. F. Müller Verlag, Karlsruhe 1985, ISBN 3-7880-7282-2.
  • Rudolf Doernach: Naturwerkstatt. Wolfgang Krüger Verlag, Frankfurt 1985, ISBN 3-8105-0421-1.
  • Rudolf Doernach: Biotektur Naturbau. In: Subjective Standpoints. Mitteilungen des Institut für Leichte Flächentragwerke IL Nr. 36, Karl Krämer Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-7828-2036-3.
  • Rudolf Doernach: Green is Beautiful Biotecture. Biohaus Verlag, Wildberg 1979.
  • Rudolf Doernach: Entwurfsprozesse in Natur und Architektur. In: Natürliche Konstruktionen. Konzepthefte Nr. 10 des SFB 230, Universität Stuttgart, 1988.
  • Rudolf Doernach, Vortragsreihe bei den Goldegger Dialogen, Goldegg 1985.
  • Rudolf Doernach, Aufsatz in Natürliche Konstruktionen Mitteilungen des SFB 230, Universität Stuttgart, 1988, ISBN 3-927078-00-X.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Doernach. In: archINFORM.
  2. http://www.fsk-vsv.de/presse-bilder-berichte/fsk-ehrenmedaillen/singlenews/article/der-fsk-ehrt-professor-dipl-arch-rudolf-doernach-fuer-seine-arbeit.html
  3. Beiträge zum 1. Internationalen Symposium des SFB 230. Natürliche Konstruktionen - Leichtbau in Architektur und Natur. Tl.2