Rudolf Pleissner

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Rudolf Pleissner (* 10. Dezember 1889 in Chemnitz; † 26. April 1977 in Karl-Marx-Stadt) war ein deutscher Maler.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pleissner war der Sohn eines Chemnitzer Volksschullehrers. Seine Schwester war Marie Pleissner. Er machte eine Maurerlehre und studierte ab 1909 bei Hugo von Habermann an der Akademie der Bildenden Künste München.[1] 1913 war er auf der Frühjahrsausstellung der Münchner Secession vertreten.[2] Von 1914 bis 1918 war Pleissner als Offizier im Weltkrieg, wobei er schwer verwundet wurde. Ab 1919 arbeitete er in Chemnitz als freischaffender Maler und Grafiker mit Verbindung zur Kunsthütte Chemnitz und bemühte sich darum, als Buchillustrator Fuß zu fassen. Er unternahm Studienreisen nach Italien, vor allem Florenz, Spanien und Frankreich. Pleissner trat der SPD bei und gehörte ab 1924 der Künstlergruppe Chemnitz an. 1929 entwarf er ein Wahlplakat für die Deutsche Demokratische Partei[3],deren Vorstand seine Schwester angehörte. Pleissner floh angeblich nach dem Machtantritt der Nazis und versteckte sich für über zehn Jahre in den Böhmischen Wäldern. Erstaunlich scheint, dass 1940 und 1941 in der nun klar nazistisch ausgerichteten Kunsthütte Chemnitz Bücher mit Illustrationen Pleissners erscheinen konnten und er 1941 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München vertreten war.

Nach 1945 betätigt sich Pleissner neben seiner Arbeit als freier Künstler kulturpolitisch. U.a. wurde er Mitglied, später Ehrenmitglied und erster Vorsitzender des Verbands Bildender Künstler der DDR im Bezirk Chemnitz. Ab 1955 lebte und arbeitete er in Berlin. Er fertigte u. a. als Auftragsarbeiten Porträts von Persönlichkeiten, die in der DDR politisch relevant waren, u. a. Otto Grotewohl, Adolf Hennecke, und Hermann Schlimme.

Werke Pleissners befinden sich u. a. im Bestand der Dresdener Galerie Neue Meister, der Kunstsammlungen am Theaterplatz Chemnitz, des Bergbaumuseums Oelsnitz und des Kunstarchivs Beeskow.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malerei und Grafik (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • München Karlsplatz (Tafelbild, Öl, 1920er Jahre)[4]
  • Ansicht vom Potsdamer Platz bei Nacht (Tafelbild, Öl; 1920er Jahre)[5]
  • Frauenporträt (Radierung, 1920er Jahre)[6]
  • Böhmisches Sommeridyll (Tafelbild, Öl, 1940)[7]
  • Bildnis des Schauspielers Weinig als Oberst Kottwitz (Tafelbild, Öl; ausgestellt 1941 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München)[8]
  • Rübenernte (Tafelbild, Öl; im Bestand der Galerie Neue Meister, Dresden)[9]
  • Bildnis Otto Grotewohl (Tafelbild, Öl; ausgestellt 1953 auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)[10]
  • Generalintendant Otto Kessler (Tafelbild, Öl; ausgestellt 1953 auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)[11]
  • Dr. Martin Fröhlich (Tafelbild, Öl; ausgestellt 1953 auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)[12]

Buchillustrationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Conrad Ferdinand Meyer: Die Hochzeit des Mönchs. Kunsthütte zu Chemnitz., Chemnitz, 1940 (Auf Veranlassung des Kulturrates Waldemar Ballerstedt neu gedruckt)[13]
  • Conrad Ferdinand Meyer Gustav Adolfs Page. Kunsthütte zu Chemnitz., Chemnitz, 1940
  • Wilhelm Raabe: Die schwarze Galeere. Kunsthütte zu Chemnitz., Chemnitz, 1941 (mit Nachwort von Waldemar Ballerstedt)

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1921 Chemnitz, Kunsthütte
  • 1965 Chemnitz, Städtische Kunstsammlung (mit Carl Lange)

Ausstellungsbeteiligungen in der DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1949 und 1953: Dresden, 2. und Dritte Deutsche Kunstausstellung
  • 1958: Berlin, Bezirkskunstausstellung
  • 1984/1985 Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz
  • („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“)
  • 1987: Berlin, Ephraim-Palais („Das Bild der Stadt Berlin von 1945 bis zur Gegenwart“)
  • 1989: Berlin, Akademie-Galerie im Marstall („Bauleute und ihre Werke. Widerspiegelungen in der bildenden Kunst der DDR“)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matrikeldatenbank - Akademie der Bildenden Künste München (adbk.de)
  2. Rudolf Pleissner | Database of Modern Exhibitions (DoME) | European Paintings and Drawings 1905–1915 (univie.ac.at)
  3. https://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/grundrechte/katalog/36-37.pdf
  4. https://www.neumeister.com/kunstwerksuche/kunstdatenbank/ergebnis/411-210/Rudolf-Pleissner/ (abgerufen am 14. Mai 2021)
  5. https://bassenge.com/lots/114/74260#mz-expanded-view-276555472654 (abgerufen 14.05.2021)
  6. https://www.abebooks.com/signed/Original-Radierung-Motiv-Frauenportr%C3%A4t-Plei%C3%9Fner-Karl-Rudolf/17261417939/bd (abgerufen am 14. Mai 2021)
  7. https://www.lot-tissimo.com/de-de/auction-catalogues/auktionshaus-mehlis/catalogue-id-srauktio10022/lot-b6c10bd5-1991-4a74-83da-aa3b016e9e74 (abgerufen am 14. Mai 2021)
  8. http://www.gdk-research.de/r
  9. https://skd-online-collection.skd.museum/Details/Index/186116
  10. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30122461/df_hauptkatalog_0211374_035
  11. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30122462/df_hauptkatalog_0211308_018
  12. http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/30122460/df_hauptkatalog_0211308_011
  13. zur Person Ballerstedt: https://www.translatetheweb.com/?from=en&to=de&ref=SERP&dl=de&rr=UC&a=https%3a%2f%2flettersfromomi.blogspot.com%2f2021%2f01%2frepressions-holocaust-and-labor-camp_23.html#