Rudolf Signer

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Rudolf Signer (* 17. März 1903 in Herisau; † 1. Dezember 1990 in Gümligen) war ein Schweizer Chemiker.

Signer war der Sohn des Textilchemikers Jakob Signer und von Dorothea Agnes Scherrer. Er besuchte die Kantonsschule in St. Gallen und studierte ab 1921 Chemie an der ETH Zürich, um Lehrer zu werden. 1927 wurde er dort bei Hermann Staudinger promoviert. 1926 wurde er Assistent an der Universität Freiburg, an der er sich 1930 habilitierte. 1932/33 war er als Rockefeller-Stipendiat in Uppsala und Manchester. 1935 wurde er außerordentlicher und 1939 ordentlicher Professor für allgemeine und anorganische Chemie an der Universität Bern. Er war dort Direktor des chemischen Instituts und wurde 1972 emeritiert.

Er befasste sich mit makromolekularer Chemie, besonders in Naturstoffen. 1938 vermass und beschrieb er die DNA, deren fadenförmige Struktur er erkannte. 1950 brachte er 15 g außergewöhnlicher reiner DNA nach London, wo er sie an interessierte Wissenschaftler verschenkte, darunter Maurice Wilkins. Die Röntgenstrukturanalysen in Wilkins Labor ermöglichten bald darauf James Watson und Francis Crick die Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA. Reste der DNA, die Signer aus dem Thymus von Kälbern gewann, sind heute am King´s College in London[1]. Signer verfasste über 250 wissenschaftliche Publikationen und wurde mit der Lavoisier-Medaille ausgezeichnet.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Signer´s DNA, King´s College London