Rudolf Ulrich

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Rudolf Ulrich (* 3. Januar 1922 in Halle (Saale); † 4. April 1997 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher, der in den späten 1950er und 1960er Jahren einer der meistbeschäftigten Darsteller in der DDR wurde. Er spielte in etwa 180 Kino- und Fernsehfilmen der DEFA und des Fernsehens der DDR mit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er zuvor Schauspielunterricht bei Müller-Rochel nahm, debütierte Ulrich 1947 an einem Theater in seiner Heimatstadt Halle. Es folgten das Landestheater Altenburg und ab 1950 das Berliner Theater der Freundschaft, (heute Theater an der Parkaue). 1950 zog er zusammen mit seiner Frau Hanna nach Berlin. Dort kam 1953 seine Tochter Bettina Rosié (geb. Ulrich) zur Welt. Seit diesem Jahr gehörte der Darsteller auch zum Schauspielensemble der DEFA, wo er in unzähligen Kino- und Filmproduktionen eingesetzt wurde.

Seinen Durchbruch als Schauspieler feierte Ulrich 1957 in Jung-Alsens Franz Fühmann-Literaturadaption Betrogen bis zum jüngsten Tag, wo er in der Filmrolle des Wehrmachtsobergefreiten Wagner, der sich hier von einem Mitläufer zu einem Mittäter entwickelt, internationale Bekanntheit erlangte. Der Film, welcher 1957 für die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes nominiert wurde, bescherte ihm lukrative Filmangebote aus dem Ausland und ließ ihn in der Folgezeit zu einem der meistbeschäftigten Darsteller der DDR werden. Er avancierte zu einem sehr wandlungsfähigen Schauspieler, der in sämtlichen Filmgenres beschäftigt werden konnte.

Sein Stern begann Mitte der 1970er-Jahre zu sinken, als er in mehreren jugoslawischen Filmen mitspielte, die seinerzeit nicht vom Ministerium für Kultur genehmigt worden waren. Als Repression wurden ihm nur noch kleinere Filmrollen in nationalen Produktionen der DEFA und des DFF angeboten, wie beispielsweise in der Fernsehserie Zur See oder der Fernsehreihe Polizeiruf 110.

Die letzte Ruhe fand er auf einem Pankower Friedhof.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]