Rufisque

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Rufisque
Rufisque (Senegal)
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Koordinaten 14° 43′ N, 17° 16′ WKoordinaten: 14° 43′ N, 17° 16′ W
Basisdaten
Staat Senegal

Region

Dakar
Département Rufisque
Höhe 27 m
Einwohner 221.066 (2013)
Jardin Public de Rufisque
Jardin Public de Rufisque
Straßenszene in Rufisque, 2006.

Rufisque [ryˈfisk] ist eine Stadt an der Grenze zur Hauptstadt Dakar im Westzipfel von Senegal, und vom Zentrum von Dakar etwa 25 Kilometer entfernt. Ihre Einwohnerzahl liegt bei über 220.000. In der Vergangenheit hatte die Stadt eine große Bedeutung als eigener Hafen und Handelsplatz, heute gilt Rufisque als Vorstadt von Dakar. Alle überregionalen Landverbindungen zwischen der Metropole und dem Rest des Landes führen durch das Stadtgebiet, auch die autobahnähnliche mautpflichtige Verbindungsstraße Dakar-Diamniadio. Rufisque liegt am Nordende des Küstenabschnittes La Petite Côte. Dieser gilt auch als Costa Brava Westafrikas, hat aber hier in der Stadt keine große Bedeutung für einreisende Touristen.

Rufisque ist die Hauptstadt des Department Rufisque innerhalb der Region Dakar. Das Departement ist in die drei Arrondissements Nord, Ost und West eingeteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich wurde die Region um das Fischerdorf Tenguedj (in der Wolof-Sprache Tëngéej) von der Ethnie der Lébou besiedelt. Im 16. Jahrhundert wurde Rufisque wichtig als Haupthafen im Königreich der Cayor. Mit Beginn der Kolonialisierung wurde Rufisque ein wichtiger Stützpunkt der Portugiesen. Diese nannten den Ort „Rio Fresco“ (in etwa Frischwasserfluss), was die Wichtigkeit für die Seefahrer unterstreicht. Hier siedelten holländische, französische und englische Händler, die bald zu einer euro-afrikanischen (Kreolen) oder auch Mestizen-Gesellschaft hier herangewachsener Mischlingskinder wurde. Es bestand ein enger Austausch ähnlicher Gemeinschaften in Saint-Louis, Gorée und weiteren Orten entlang der Petite Côte.

Rufisque, Bahnhof um 1910.

Im Jahre 1840 wurde von einer Gruppe von Geschäftsleuten aus Saint Louis, kurz darauf auch aus Gorée, ein Warenhaus unmittelbar am Ufer gebaut, um Erdnüsse zu lagern. Ab 1848 gehörte Rufisque zu den Quatre Communes im Senegal mit vollem französischem Bürgerrecht. Die Geschäfte florierten und man konnte mehrfach expandieren. Als die französischen Besatzer im Jahre 1859 ein Fort bauten, wurde Rufisque kurzerhand an die Kolonie Französisch-Westafrika angeschlossen. 1862 wurde Rufisque selbständige Gemeinde, 1885 wurde sein Hafen an die Bahnstrecke Dakar–Niger angeschlossen. 1909 wurde Galandou Diouf († 1941) als Repräsentant aus Rufisque in das Parlament der Kolonie in Saint Louis gewählt. Er war damit der erste Afrikaner in dieser Position.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Volkszählungen ergaben für die Stadt jeweils folgende Einwohnerzahlen:

Jahr Einwohner
1988 142.340
2002 143.281
2013 221.066

Der Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im frühen 20. Jahrhundert wuchs der benachbarte, technisch besser ausgestattete Hafen von Dakar derart, dass die Bedeutung des Hafens von Rufisque erheblich zurückging. Dadurch verminderte sich auch die industrielle Aktivität. Von den vier historischen Gemeinden ist Rufisque heute die wohl am stärksten vernachlässigte Gemeinde ohne nennenswerten Tourismus und mit chronischem Mangel an öffentlichen Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen.

Städtekooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rufisque – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien