Rundschlinge

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Rundschlinge an einem Haken

Eine Rundschlinge ist ein Anschlagmittel, das bis zu 400 Tonnen tragen kann. Hergestellt wird sie aus hochfestem, licht,- und wärmestabilisiertem PES-Multifilament, das endlos gewickelt wird. Die fertige Rundschlinge ist dadurch sehr flexibel, sodass sie sich mühelos an die Konturen jeder Last anpasst.

Material[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textile Anschlagmittel müssen aus hochfesten Multifilamentgarnen gefertigt sein, aus Polyester (PES), Polyamid (PA) oder Polypropylen (PP). Rundschlingen dürfen jeweils nur aus einem einzigen Material bestehen. Bei der Auswahl der richtigen Anschlagmittel müssen alle Umgebungseinflüsse berücksichtigt werden: Extreme Temperaturen oder aggressive Substanzen – wie Säuren oder Laugen – können die Haltbarkeit der Textilbänder verringern oder den Einsatz unmöglich machen.

Schutz gegen Verschleiß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingewebter Textildraht

Durch den täglichen Einsatz sind Rundschlingen großer Belastung ausgesetzt. Deshalb wurden einige Schutzmaßnahmen entwickelt wie z. B. ein Schutzschlauch mit speziellen Rippen aus Hochleistungs-Polyester, die den Verschleiß deutlich mindern. Gegen Risse ist bei vielen Rundschlingen zur Verstärkung ein Textildraht eingewebt. Beides zusammen bewirkt eine höhere Lebensdauer.

Das richtige Anschlagmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welche Form textiler Anschlagmittel die richtige ist, hängt vom Einsatz ab, z. B. ob die Last kompakt oder großvolumig ist, feste Anschlagpunkte hat, die Oberflächen empfindlich sind oder ob die Last scharfe Kanten hat. Mit Rundschlingen können Lasten gehoben werden, die keine festen Anschlagpunkte besitzen. Sie haben eine Tragfähigkeit von bis zu 400 Tonnen. Extra-abriebfeste Oberfläche und eingewebte Textildraht-Verstärkung machen viele Schlingen besonders robust. Gegen starken Verschleiß werden beschichtete Schutzschläuche verwendet.

Tragfähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Auswahl der passenden Rundschlinge zu erleichtern, verwenden manche Hersteller Kennzeichnungen mit Farbcode und Etikett. Die Farbcodierung der Bänder nach EN 1492-2[1] zeigt, ob die Tragfähigkeit im geraden Zug für die jeweiligen Lasten ausreichend ist. Diese Nenntragfähigkeit (WLL) verändert sich mit den verschiedenen Anschlagarten. So können unter Umständen auch größere Lasten gehoben werden. Zusätzlich zur Nenntragfähigkeit kann auch die Tragfähigkeit in den häufigsten Anwendungen auf dem Etikett abgelesen werden.

Normen und Vorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nennwert nach EN 1492-2

In Deutschland gibt es einige Regelungen für das Heben von Lasten, die zusätzlich zum europäischen Recht beachtet werden müssen. Grundsätzlich gelten die folgenden Bestimmungen für textile Anschlagmittel:

In Europa:

  • Maschinenrichtlinie 2006/42/EG
  • EN 1492-1[2]
  • EN 1492-2[3]

In Deutschland zusätzlich

  • Betriebssicherheitsverordnung
  • BGR 500 Kap. 2.8
  • ZH 1/324
  • Werksnormen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EN 1492-2
  2. EN 1492-1
  3. EN 1492-2