Runningback

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Die Position der Runningbacks in der I-Formation, vorne Full-, hinten Halfback
Runningback der Air Force.

Der Runningback (RB) ist eine Spielposition in der Offense beim American Football. Zwei verschiedene Typen des Runningbacks sind der Fullback und der Halfback. Der Halfback wurde in der Vergangenheit häufig auch als Tailback bezeichnet.

Der Runningback ist der primär für das Laufspiel verantwortliche Spieler. Im Gegensatz zum Quarterback, der hauptsächlich versucht mit Pässen seine Mannschaft nach vorne zu treiben, nimmt der Runningback den Ball in die Hand und versucht sich einen Weg durch die gegnerische Defense zu schlagen. Nach dem Snap des Centers zum Quarterback übergibt dieser den Ball an den Runningback, der in der Ausgangsstellung der am weitesten hinten stehende Spieler der Offense ist. Nun muss der Runningback zunächst versuchen, an der Defensive Line vorbeizukommen. Dabei hilft ihm seine Offensive Line (Center, Guards, Tackles und Tight End(s)), die ihm den Weg frei blocken soll. Danach muss der Runningback den Linebackern und Safeties ausweichen. Gelingt ihm dies, schafft er es ins offene Feld und läuft in die Endzone, um einen Touchdown zu erzielen. Neben dem Laufspiel werden Runningbacks auch gelegentlich als Passempfänger eingesetzt.

Ein guter Runningback zeichnet sich zunächst durch seine Schnelligkeit aus, die Körpergröße ist indes nicht entscheidend. Kleinere Spieler haben eher die Stärke, schneller ausweichen zu können, und können vom Gegner nicht so leicht getackelt werden, aufgrund geringerer Angriffsfläche. Große Runningbacks haben dagegen den Vorteil, dass sie durch ihre Masse am Ende eines Laufes oftmals noch ein oder zwei Extra-Yards erzielen können, indem sie sich kraftvoll nach vorne werfen. Außerdem sind sie meistens nur schwer zu Boden zu bringen. Von einem guten Laufversuch spricht man, wenn er etwa vier Yards Raumgewinn einbringt. Mit vier Yards Gewinn pro Versuch braucht der Runningback nämlich nicht mehr als die zur Verfügung stehenden drei Versuche und erreicht so einen neuen First Down. Mit Regelmäßigkeit sind aber auch Läufe zu beobachten, die 20 oder mehr Yards Raumgewinn einbringen. In einem sehr guten Spiel bekommt der Runningback den Ball im Durchschnitt zwischen 20- und 30-mal und erläuft über 100 Yards.

Das Schlimmste, was einem Runningback geschehen kann, ist, dass er fumbelt. Das bedeutet er verliert den Ball, bevor mindestens eines seiner Knie oder einer seiner Ellenbogen den Boden berührt hat. Die Mannschaft, die den Ball aufnimmt, hat an dieser Stelle dann Angriffsrecht. Ganz selten darf der Runningback auch einen Pass werfen. Bei solchen Trickspielzügen versucht man den Gegner auf eine falsche Fährte zu locken. Ein solcher Pass nach vorne darf jedoch nur hinter der Line of Scrimmage erfolgen, genau wie beim Quarterback.

Runningbacks unterteilt man meist in Halfbacks und Fullbacks. Der Halfback ist typischerweise agiler und wendiger, der schwerere, kräftigere Fullback kann auch als Vorblocker eingesetzt werden. Einen Spezialfall stellen die sogenannten „third down backs“ dar, die eingesetzt werden, wenn im dritten Down eher ein Pass- als als Laufspielzug zu empfehlen ist (z.B. wenn die Distanz zum neuen ersten Down vier oder mehr Yards beträgt): Diese Runningbacks sind spezialisiert, den gegnerischen pass rush gegen den Quarterback aufzufangen, und im dichten Gedränge einen Wurf zum neuen ersten Down zu fangen.

Bekannte Runningbacks in der Pro Football Hall of Fame sind u.a. Marcus Allen, Jim Brown, Earl Campbell, Larry Csonka, Eric Dickerson, Tony Dorsett, Marshall Faulk, Franco Harris, Curtis Martin, Walter Payton, Joe Perry, John Riggins, Barry Sanders, Gale Sayers, O.J. Simpson, Emmitt Smith und Thurman Thomas.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

American Football. Die offiziellen Regeln. Wissenswertes von A - Z, Falken-Verlag 2000, ISBN 3-8068-1673-5