Ruppendorf

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Ruppendorf
Gemeinde Klingenberg
Koordinaten: 50° 54′ 26″ N, 13° 36′ 7″ O
Höhe: 378 m ü. NN
Fläche: 7,3 km²
Einwohner: 744 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1994
Eingemeindet nach: Höckendorf
Postleitzahl: 01774
Vorwahl: 035055
Ruppendorf (Sachsen)
Ruppendorf

Lage von Ruppendorf in Sachsen

Ruppendorf ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Klingenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Es befindet sich ca. 26 km südwestlich von Dresden im Osterzgebirge.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turm der ehemaligen Wasserburg Ruppendorf
Dorfkirche Ruppendorf

Das von seiner Siedlungsform her als Waldhufendorf zu bezeichnende Dorf wird 1350 erstmals urkundlich als Ropotendorf erwähnt. Noch heute ist in Ruppendorf der Turm einer Wasserburg erhalten, die als westliche Grenzburg der Burggrafschaft von Dohna gesehen wird.[2]

Erst 1445 taucht erstmals die heutige Bezeichnung „Rup(p)endorf“ auf, als ein Rittergut und ein Vorwerk, verwaltungsmäßig zur Pflege Freiberg gehörig, amtskundig wird.

Die Grundherrschaft liegt 1548 jedoch beim Rittergut Dippoldiswalde, 1569 wird Ruppendorf als Amtsdorf bezeichnet und gehört seitdem zum Amt Dippoldiswalde. 1552 leben in Ruppendorf 36 besessene Mann, 33 Inwohner mit 2314 Hufen.

1875 wurde die Gemeinde Ruppendorf ein Teil der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde, 1952 Teil des Kreises Dippoldiswalde (später Landkreis). Am 1. Juli 1950 wurde Paulshain in die Gemeinde Ruppendorf eingegliedert. Am 1. März 1994 wurde diese nach Höckendorf eingemeindet,[3] seit dem 31. Dezember 2012 gehört Ruppendorf zur aus der Fusion mit Pretzschendorf entstandenen Gemeinde Klingenberg.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1834: 0564[4]
  • 1871: 0738
  • 1890: 0741
  • 1910: 0773
  • 1925: 0850
  • 1939: 0934
  • 1946: 1206
  • 1950: 1285
  • 1964: 1063
  • 1990: 0938
  • 1993: 0929
  • 2007: 0800
  • 2011: 0760
  • 2013: 0740
  • 2014: 0736
  • 2015: 0738
  • 2016: 0744

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wasserburg Ruppendorf (nur der Turm mit 6 Metern Durchmesser und 12 Metern Höhe ist erhalten geblieben)
  • Ruppendorfer Kirche mit geschnitztem Altar (um 1520) aus der „Freiberger Werkstatt des Apostelmeisters oder seiner Nachfolge“[5] und Taufstein mit eingemeißelter Gravur (Paul Speck zugeschrieben, von 1529)
  • Betsäule vom Heiligen Weg am Ortseingang Ruppendorf (um 1400)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Samuel Göbel (* 23. August 1762 in Ruppendorf; † 17. Oktober 1798 in Dresden) war kursächsischer Finanzsekretär und Historiker.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Steche: Ruppendorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 72.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ruppendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Einwohnermeldeamt 2016. In: gemeinde-klingenberg.de. Gemeindeverwaltung Klingenberg, abgerufen am 5. November 2018.
  2. Vincenz Kaiser: Zur Kolonisation und Herrschaftsbildung der Burggrafen von Dohna im Weißeritzgebiet, noch unveröffentlichtes Manuskript, Dresden 2007.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  4. Ruppendorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  5. I. Sandner: Spätmittelalterliche Tafelmalerei in Sachsen, Verlag der Kunst 1993