Klingenberg (Klingenberg)

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Klingenberg
Gemeinde Klingenberg
Wappen der bis 1998 bestehenden Gemeinde Klingenberg
Koordinaten: 50° 55′ 0″ N, 13° 32′ 0″ O
Höhe: 373 m ü. NHN
Fläche: 5,73 km²
Einwohner: 1004 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 175 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Eingemeindet nach: Pretzschendorf
Postleitzahl: 01774
Vorwahl: 035202
Klingenberg (Sachsen)
Klingenberg

Lage von Klingenberg in Sachsen

Klingenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Klingenberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen, jedoch nicht deren Verwaltungszentrum.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort befindet sich im Erzgebirgsvorland südlich des Tharandter Waldes. Klingenberg erstreckt sich im Tal des Dorfbaches bis an die Wilde Weißeritz. Südwestlich erhebt sich die Neuklingenberger Höhe (476 m), im Nordosten der Gückelsberg (412 m). Westlich entspringt am Pfarrbusch der Seerenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1350 wurde das Waldhufendorf als Clingendorf erstmals erwähnt. Es scheint, dass daneben der Name Klingenberg ebenfalls existierte, der 1378 als Klynginberg auftaucht, während 1489 wieder von Clingendorff geschrieben wird. Verwaltungsmäßig gehörte das Dorf 1378 zum castrum Tharandt, um 1445 zur Pflege Freiberg, ab 1460 zur Pflege bzw. zum Amt Dresden. Um 1500 befindet sich in Klingenberg eine Filialkirche von Dorfhain.

Der Grundbesitz mit 37 besessenen Mann und 28 Inwohnern gehört 1552 dem Rittergut Höckendorf, um 1606 dem Rittergut Potschappel. Ab 1696 ist ein Rittergut Klingenberg erwähnt, welches im Besitz der Adelsfamilie Reichbrod von Schrenkendorff war, die auch auf Potschappel saßen. 1764 zählte der Ort 22 besessene Mann, 38 Häusler sowie eine Gemarkung von 28 Hufen je 18 Scheffel. 1875 wurde Klingenberg Teil der Amtshauptmannschaft Dresden. 1898 wurde die evangelische Kirchgemeinde von Klingenberg selbständig.

Mit der DDR-Kreisreform 1952 kam die Landgemeinde zum Kreis Freital. Innerhalb des Weißeritzkreis bildete Klingenberg ab 1. August 1994 mit Colmnitz und Dorfhain den Verwaltungsverband An der Talsperre Klingenberg (bestand bis 30. Dezember 1998). Zum 1. Januar 1999 wurde Klingenberg gemeinsam mit der Nachbargemeinde Colmnitz Ortsteil der Gemeinde Pretzschendorf, die sich zum 31. Dezember 2012 mit der Nachbargemeinde Höckendorf zur neuen Gemeinde Klingenberg vereinigte. Der Gemeindename wurde unter anderem wegen der zentralen Lage des Ortsteils übernommen, der Gemeindesitz ist jedoch in Höckendorf.

Heute gibt es Klingenberg noch eine Oberschule.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[2]
1834 0733
1871 0878
1890 0971
1910 1223
1925 1201
1939 1251
1946 1484
Jahr Einwohnerzahl
1950 1405
1964 1160
1990 1383
1998 1480
2013 1029
2014 1033
2015 1004

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Klingenberg führte von 1995 bis 1998 und als Ortsteil noch bis 2002 ein eigenes Wappen. Blasonierung: „In Blau auf goldenem Berg fünf goldene Glockenblumen, darüber aus dem oberen Schildrand hervorbrechende goldene strahlende Sonne“. Das Wappen wurde vom Weißeritzkreis im Februar 1995 genehmigt. Seit 2002 wird das Wappen der Gemeinde Pretzschendorf verwendet.[3]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Klingenberg-Colmnitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 2009 eröffnete Übergangsstelle auf dem früheren Bahnhofsgelände: im Hintergrund das ehemalige Empfangsgebäude, links die Bahnstrecke Dresden–Werdau, rechts die früher von der Schmalspurbahn genutzten Flächen

1862 wurde Klingenberg an die Bahnstrecke von Dresden nach Freiberg angeschlossen, ab 1869 war mit Fortführung der Strecke über Freiberg hinaus auch die Verbindung nach Chemnitz und Westsachsen gegeben. Dieser Punkt bildet mit 435 m ü. NN den Endpunkt der Steilstrecke vom Bahnhof Tharandt, der für eine Hauptbahn eine äußerst ungewöhnliche Steigung von 1:40, teils sogar 1:39 aufweist und als eine der steilsten Normalspurbahnstrecken Europas gilt. In Zeiten des Dampflok-Betriebs bis zur Elektrifizierung Mitte der 1960er Jahre wurde diese Steigung nur mittels Schiebelokomotive bewältigt, was bei überlangen Güterzügen auch danach noch der Fall war. Im Bahnhof Klingenberg-Colmnitz ist nach 11,6 Kilometern die 228 Meter hohe Höhendifferenz ins Erzgebirge überwunden.

Mit Errichtung der Schmalspurbahn Klingenberg-Colmnitz–Frauenstein 1898 wurde der Haltepunkt zum Bahnhof Klingenberg-Colmnitz erweitert, nachdem er auf der Gemarkung der beiden Dörfer Klingenberg/Sa. und Colmnitz errichtet wurde. Zum regionalen Bahnknotenpunkt wurde der Bahnhof spätestens nach 1921 als die Schmalspurbahn Klingenberg-Colmnitz–Oberdittmannsdorf eröffnet wurde (beide bis 1971 in Betrieb), die die Verbindung zum Wilsdruffer Netz schuf.

In diesem Zusammenhang entstand die Eisenbahnsiedlung Am Sachsenhof bzw. Kolonie Sachsenhof (zu Klingenberg) und Am Bahnhof (zu Colmnitz), die neben Neuklingenberg den dritten Siedlungskörper der Gemarkung bildet.

Im Jahr 2009 wurde eine neue Übergangsstelle zwischen Bus und Bahn auf dem Bahnhofsgelände eingeweiht.

Der Bahnhof wurde in Modelleisenbahnkreisen bekannt, da er als Vorbild für Modelle in den Spurweiten TT und H0 dient.

Talsperre Klingenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talsperre Klingenberg mit Staumauer
Hauptartikel: Talsperre Klingenberg

Die Talsperre südlich des Dorfes im Flusslauf der Wilden Weißeritz wurde von 1908 bis 1914 nach einem architektonischen Entwurf von Hans Poelzig und nach dem Intze-Prinzip erbaut. Sie hieß zunächst Friedrich-August-Talsperre, heute Talsperre Klingenberg. Sie dient, zusammen mit der Talsperre Lehnmühle sowie einer Verbindung zur Talsperre Lichtenberg, der Trinkwasserversorgung von Dresden und großen Teilen des ehemaligen Weißeritzkreises, dem Hochwasserschutz, und, mit den durch einen Trinkwasser-Freispiegelstollen zum Wasserwerk Dresden-Coschütz verbundenen Wasserkraftwerken Klingenberg, Dorfhain und Tharandt, auch der Stromerzeugung.

Das Wasserwerk Klingenberg befindet sich unterhalb der Staumauer und ist, wie die Talsperre und das Kraftwerk, Bestandteil des ENSO-Energie-Erlebnispfades am Hans-Poelzig-Rundweg.

Streichholzbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Streichholzbrücke

In den Jahren 1910 bis 1911 wurde vom Bahnhof Klingenberg-Colmnitz eine schmalspurige Werkbahn zur Talsperrenbaustelle errichtet, die den Langen Grund auf einer hölzernen Brückenkonstruktion überquerte. 1914 wurde der Betrieb auf der Talsperrenbahn eingestellt. Im Zuge der Baus einer Straße auf der alten Bahntrasse wurde die hölzerne Eisenbahnbrücke durch eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt. Zur Streichholzbrücke führt eine Ahornallee.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grabstätte und Gedenkstein auf dem Friedhof für einen unbekannten französischen Häftling eines Todesmarsches

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Klingenberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 46.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik 2015 (Memento des Originals vom 14. Mai 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeinde-klingenberg.de auf der Website von Klingenberg
  2. Klingenberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Wappen der ehemaligen Gemeinde Klingenberg (Memento des Originals vom 22. April 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gemeinde-klingenberg.de auf der Klingenberger Website