SHW Casting Technologies

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von SHW Casting Technologies GmbH)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
SHW Casting Technologies
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 2002
Sitz Aalen, Deutschland
Leitung Marcus Katholing
Mitarbeiterzahl 330
Branche Maschinenbau, Gießerei
Website www.shw-ct.de

Die SHW Casting Technologies GmbH & Co. KG ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Aalen-Wasseralfingen. Die Firma entstand aus dem Gießerei-Segment der ehemaligen Schwäbischen Hüttenwerke. Heute besteht die SHW Casting Technologies aus den Werken in Aalen-Wasseralfingen und Königsbronn. Neben der Herstellung von Großmotorengehäusen und Walzen unter anderem für die Papierindustrie, werden auch Komponenten für die Energieerzeugung gefertigt. Am 1. Oktober 2017 wurde über das Vermögen der Kommanditgesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet.

Geschichte der Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsbronn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk Königsbronn geht im Ursprung auf eine Urkunde Kaiser Karls IV. aus dem Jahre 1365 zurück, in der dem Grafen Ulrich d. J. von Helfenstein das Lehen auf „alles eysenwerk “in dessen Herrschaftsgebiet erteilt wird, verbunden mit dem Recht Mühlen und Hämmer an Brenz und Kocher anzulegen. Ein Jahr später wurde dies wieder eingeschränkt, indem Karl dieses Privileg für den Zahnberg bei Königsbronn dem dortigen Zisterzienserkloster bestätigt, das auf ein älteres Recht gepocht hatte. Die Zisterziensermönche waren es dann auch, die in der Folge eine vor-industrielle Eisenbearbeitung und später -gewinnung aufgezogen haben.[1] Ist dies auch erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erfolgt, so lässt sich die Praktizierung dieser Technologien im Brenztal viel früher nachweisen. Daher rührt der Anspruch des Werkes der älteste Industriebetrieb in Deutschland zu sein.

In 1557 führte Herzog Christoph von Württemberg alle Hütten seines Herrschaftsgebietes zusammen. 1582 wurden die „Eisenwerke“ in Königsbronn und Itzelberg an die Brenztaler Werke verpachtet. Im Jahr 1598 zahlte Herzog Friedrich I. seine Mitgesellschafter aus. Damit wurden alle Hütten im Brenz- und Kochertal in herzoglichem Besitz und unter einheitlicher Leitung zusammengeführt.

Der erste Kokillenguss ist auf das Jahr 1665 datiert. In Kokillen gegossene Walzen werden in Königsbronn seit 1832 gefertigt, nur drei Jahre später wurde die erste Papierkalanderwalze ausgeliefert. Seither hat sich das Königsbronner Werk auf dieses Produkt spezialisiert. Mehr als 75 000 Walzen wurden seit 1835 im Kokillenguss produziert.

Wasseralfingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk Wasseralfingen

Im Jahre 1671 entstand am Fuße des Braunenberges wegen des dortigen Erzreichtums der Hochofen in Wasseralfingen. Im folgenden Jahrhundert waren in Wasseralfingen bis zu 2.000 Menschen in der Hüttenindustrie beschäftigt. 1803 fiel das Schmelzwerk Wasseralfingen durch Säkularisation der fürstpröbstlich-ellwangerischen Gebiete an den württembergischen Staat. Drei Jahre später übernahm das württembergische Königshaus die Eisenwerke, die fortan den Titel „Königlich württembergische Hüttenwerke“ trugen. Davon ist auch die Krone auf dem Logo der SHW Casting Technologies GmbH abgeleitet. 1841 wurde in Wasseralfingen die erste Dampfmaschine aufgestellt, 1876 folgte die erste Grubenbahn im Land. Bedeutende Bauwerke, wie der Stuttgarter Pavillon am Schlossplatz, wurden in Wasseralfingen gefertigt.

Im Jahre 1921 wurden die königlich württembergischen Hüttenwerke von der Gutehoffnungshütte Oberhausen (heute MAN AG) übernommen und in Schwäbischen Hüttenwerke umbenannt. Bis 2005 hielten die MAN AG sowie die Landesstiftung Baden-Württemberg je 50 % der Firmenanteile.

Zusammenlegung der Werke und Insolvenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde die SHW Casting Technologies GmbH gegründet, welches die traditionsreichen Gießereien Königsbronn und Wasseralfingen sowie das Werk in Torrington umfassten. In 2005 kam es zu einem Management-Buy-Out, woraus die CT Gruppe entstand. In 2006 wurden die Heidenheimer Gießerei und die Caterpillar Gießerei in Kiel als weitere Unternehmen in die Gruppe mit aufgenommen.

Die SHW Casting Technologies GmbH musste im April 2013 Insolvenz anmelden. Im Zuge der Insolvenz ist die Gießerei in Kiel im August 2013 an seinen vorherigen Eigentümer Caterpillar zurückgegangen. Die Heidenheimer Gießerei wurde zum Jahresende 2013 geschlossen. Das Werk in Torrington (USA) wurde Mitte 2016 verkauft.

Im Juli 2015 wurde die SHW Casting Technologies in eine GmbH & Co. KG umgewandelt und gehört seitdem der Restart GmbH & Co. KG aus Bad Kreuznach, einer Gesellschaft des nach eigenen Angaben auf Sanierungen im Mittelstandssegment spezialisierten Geschäftsmanns Markus Hüter. Die 2015 eröffnete Insolvenz wurde somit beendet. Die Produktion wird in den Werken Wasseralfingen, Königsbronn fortgesetzt. Das Werk in Torrington (USA) wurde Mitte 2016 verkauft.

Am 1. Oktober 2017 hat das Amtsgericht Aalen - Insolvenzgericht - erneut das Insolvenzverfahren über die Gesellschaft eröffnet. Der neue Geschäftsführer Marcus Katholing, der bereits kurz vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens in die Geschäftsführung berufen wurde, ist Partner der auf Krisenfälle spezialisierten PLUTA Management GmbH. Der vom Insolvenzgericht bestellte Sachwalter Martin Hörmann ist Partner der ebenfalls auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei anchor Rechtsanwälte. Die Insolvenz wird bislang in Eigenverwaltung geführt. Allerdings ist der ursprüngliche Geschäftsführer Markus Hüter im Verlauf des Insolvenzverfahrens ausgeschieden. Vorausgegangen war ein sog. Schutzschirmverfahren, das auf die Erstellung eines Insolvenzplans abzielt. In den ersten zwei Monaten nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens konnte noch kein Investor gefunden werden, so dass bislang kein Insolvenzplan zur Abstimmung vorgelegt wurde.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Thier: Geschichte der Schwäbischen Hüttenwerke, 1365 – 1802, Verlag: Heimat und Wirtschaft, Aalen und Stuttgart 1965, S. 1 ff.
  2. Ein Verkauf ist noch nicht spruchreif, Gmünder Tagespost, 23.11.2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]