Saarstahl

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Saarstahl AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1989
Sitz Völklingen, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 6.591 [1]
Umsatz 2,16 Mrd. EUR [1]
Branche Stahlindustrie
Website www.saarstahl.com
Stand: 31. Dezember 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Die Saarstahl AG existiert seit 1989, hat jedoch in ihren einzelnen Betriebsteilen eine deutliche längere Firmentradition.

Hervorgegangen ist die Gesellschaft aus den Montanunternehmen in Völklingen (Völklinger Eisenwerk der Gebrüder Röchling, gegründet 1881) und Neunkirchen (Neunkircher Eisenwerk vormals Gebrüder Stumm, gegründet 1806) und der Saarbrücker Eisenhüttengesellschaft (gegründet 1856). 1971 schlossen sich die Werke in Völklingen und Burbach zur Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH zusammen, welche 1982 mit dem Neunkircher Eisenwerk zur Arbed Saarstahl GmbH unter Führung der Arbed fusionierte. Daraus entstand 1986 die Saarstahl Völklingen GmbH und 1989 die Saarstahl AG.

Basisdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Saarstahl Konzern beschäftigte am 31. Dezember 2015 insgesamt 6.591 Mitarbeiter. Die Stahlproduktion des Jahres 2015 betrug 2,78 Mio. t Rohstahl. Der Konzernumsatz für das Jahr 2015 belief sich auf 2,16 Milliarden Euro.[1]

Die Saarstahl AG ist eines der größten saarländischen Unternehmen und mit 243 Auszubildenden ein bedeutendes Ausbildungsunternehmen im Saarland.[1]

74,9 % der Aktien gehören der SHS – Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA (vormals SHS – Struktur-Holding-Stahl GmbH & Co. KGaA). und 25,1 % AG der Dillinger Hütte.

Mit der Dillinger Hütte besteht eine wechselseitige Verflechtung, da Saarstahl wiederum 33,75 % daran besitzt. Die Dillinger Hütte und Saarstahl halten je 50 % Anteile der ROGESA Roheisengesellschaft Saar, deren auf dem Werksgelände der Dillinger Hütte befindliche Hochöfen das für die Stahlproduktion beider Unternehmen erforderliche Roheisen erzeugen. Diese wiederum besitzt Anteile an der ebenfalls auf dem Werksgelände befindlichen Zentralkokerei Saar. Dillingen ist der einzige Standort im Saarland, an dem Roheisen hergestellt wird. Zusammen mit der Dillinger Hütte wird auch die Einkaufsgesellschaft der Dillinger Hütte und Saarstahl mbH betrieben.

Zentrale Aufgaben wie Personalwesen, Finanzwesen und allgemeine Verwaltung werden durch die SHS – Stahl-Holding-Saar übernommen. Wesentliche Kernprozesse wie Produktion und Vertrieb werden durch die Schwestergesellschaften Saarstahl und Dillinger Hütte jeweils eigenverantwortlich durchgeführt.

Tätigkeitsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt sowie über Tochtergesellschaften betreibt die Saarstahl AG diverse Betriebe der Stahlerzeugung und -verarbeitung. Das in der ROGESA Roheisengesellschaft Saar in Dillingen erzeugte Roheisen wird mittels Torpedowagen in das Blasstahlwerk am Standort Völklingen transportiert und dort zu Stahl verarbeitet. Zudem besteht dort ein Elektrostahlwerk sowie ein Walzwerk. An den Standorten Burbach und Neunkirchen werden mehrere Drahtstraßen betrieben.

Kalk für den Eigenbedarf im Verhüttungsprozess wird in einer eigenen Kalksteingrube in Auersmacher gefördert.

Wesentliche produzierende Tochtergesellschaften sind Saar-Blankstahl GmbH in Homburg/Saar, Saarschmiede GmbH in Völklingen, Drahtwerk St. Ingbert GmbH in St. Ingbert, Drahtwerk Köln GmbH in Köln, Drahtwerk Luisenthal GmbH in Völklingen Luisenthal und Saar-Bandstahl GmbH in Völklingen. Hinzu kommen weitere produzierende Tochtergesellschaften in Frankreich sowie verschiedene Tochtergesellschaften, die Dienstleistungen für den Konzern erbringen. Eigene Vertriebsgesellschaften bestehen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz, den USA, Belgien und Italien.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarstahl AG entstand durch den Zusammenschluss mehrerer schon deutlich länger existierender saarländischer Hüttenwerke. 1971 schlossen sich die im Besitz der Industriellenfamilie Röchling befindlichen Röchling'schen Eisen- und Stahlwerke, die die Völklinger Hütte betrieben, mit der im Besitz des luxemburgischen Stahlkonzerns Arbed befindlichen Burbacher Hütte zur Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH zusammen. 1982 kam als drittes Hüttenwerk die vormals im Besitz der Industriellenfamilie Stumm befindliche Neunkircher Eisenwerk AG hinzu. Aus diesem Zusammenschluß entstand die Arbed Saarstahl GmbH[2].

Als Auswirkung der Stahlkrise kam es zu verschiedenen Eigentümerwechseln, in deren Folge die Arbed Saarstahl GmbH zur Saarstahl AG umfirmierte. 1993 waren die Eigentümer der französische Stahlkonzern Usinor-Sacilor mit 70,0 %, die saarländische Landesregierung mit 27,5 % und die Arbed mit 2,5 %. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens bestanden umfangreiche Bürgschaften der Bundesrepublik Deutschland sowie des Saarlandes. Das Unternehmen fuhr 1993 täglich einen Verlust von rund 1 Mio. DM ein, weshalb sich die Unternehmensführung unter Roland de Bonneville und Guy Dollé entschloss, ein Konkursverfahren eröffnen zu lassen. Die Eröffnung des Verfahrens fand am 31. Juli 1993 statt[3].

Bis 2001 dauerte das Konkursverfahren an, seitdem ist die Saarstahl AG wieder unter eigener Verantwortung aktiv. Im Zuge des Konkursverfahrens kam es wiederum zu Wechseln in der Eigentümerstruktur. Im Rahmen der sog. "Hüttenlösung", mit der für die beiden verbleibenden Saarhütten (neben der Saarstahl AG noch die Dillinger Hütte) eine regionale Eigentümerstruktur unter dem Dach der SHS - Stahl-Holding-Saar GmbH & Co. KGaA die heutigen Besitzverhältnisse entstanden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Saarland befinden sich drei Standorte der Saarstahl AG:

Hinzu kommen mehrere Standorte diverser Tochtergesellschaften.

Völklinger Hütte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Saarstahl bzw. den Vorgängerunternehmen gehörte auch eine Hochofenanlage mitsamt einer Gebläsehalle auf dem Werksareal in Völklingen. Dieses 1986 endgültig stillgelegte Ensemble, welches mit einer Fläche von rund 10 Hektar nur einen Bruchteil der Völklinger Saarstahl-Werksanlagen mit insgesamt rund 260 Hektar umfasst, bildet heute das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Saarschmiede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saarschmiede GmbH in Völklingen schmiedet wesentliche Komponenten für den Kraftwerksbau und die Luft- und Raumfahrtindustrie. Bekannte Halbzeuge sind die Boosterringe für die Ariane 5 Rakete.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Kennzahlen 2015, abgerufen am 4. August 2016
  2. Historie des Konzerns, abgerufen am 1. Mai 2016
  3. Vor 20 Jahren wurde über die Saarstahl AG das Konkursverfahren eröffnet, Saarbrücker Zeitung vom 31. Juli 2013, abgerufen am 1. Mai 2016