Saidnaya

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arabisch ‏صيدنايا‎, DMG Ṣaidnāyā
Saidnaya
Saidnaya (Syrien)
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Koordinaten 33° 42′ N, 36° 22′ O33.69666666666736.373333333333Koordinaten: 33° 42′ N, 36° 22′ O
Basisdaten
Staat Syrien

Gouvernement

Rif Dimaschq
Höhe 1340 m
Webauftritt www.saydnaya.com/ (Arabisch)
Blick auf die Stadt
Blick auf die Stadt
Liebfrauenkloster Saidnaya

Die syrische Stadt Saidnaya, auch Sednaya, Seidnaya, Sardeneye, Maʿarrat Saydnaya, syrisch-aramäisch ܣܝܕܢܝܐ, arabisch ‏صيدنايا‎, DMG Ṣaidnāyā, liegt ca. 1500 Meter über dem Meeresspiegel, 20 bis 30 Kilometer nördlich von Damaskus im Qalamun-Gebirge im Regierungsbezirk Muḥāfaẓat im Gouvernement Rif Dimaschq.

Bauwerke und Klöster[Bearbeiten]

In Saidnaya befinden sich zahlreiche Klöster und Kirchen verschiedener christlichen Denominationen. Dazu gehören altchristliche Heiligtümer wie die Eliasgrotte und das Ephraimkloster (Mor-Aphram-Kloster). Letzteres ist eines der ältesten Klöster der Welt und heute Sitz des Patriarchen von Antiochia, des Oberhauptes der Syrisch-orthodoxen Kirche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bewohner der Stadt sind Orthdoxoe Christen die immer noch einen Dialekt der Aramäischen Sprache sprechen, die Sprache Jesu Christi. Die Stadt wird in der Bibel an mehreren Stellen erwähnt und gilt als das "Herz des Syrischen Christentums".[1]

Wallfahrtskirche St. Maria[Bearbeiten]

Sehr bekannt ist Saidnaya für die Wallfahrtskirche St. Maria. Der Legende nach war der byzantinische Kaiser Justinian I. (482–565) nördlich von Damaskus auf der Jagd. Eine Gazelle, der er nachjagte, verwandelte sich plötzlich in eine Erscheinung der Gottesmutter Maria und befahl Justinian, an dieser Stelle ein Kloster zu bauen. Er begann sofort mit dem Bau; die ersten Vorgängerbauten des heute dort stehenden Klosters werden auf 547 n. Chr. datiert. Das heute dort stehende Kloster entstand überwiegend in der Moderne. Die ca. 30 Nonnen, die derzeit das Kloster bewohnen und bewirtschaften, bezeichnen es als das älteste ohne Unterbrechung bewohnte christliche Kloster. Im Kloster wird eine in viele Tücher eingewickelte Ikone mit dem Bild der Gottesmutter verwahrt, die der Evangelist Lukas gemalt haben soll. Aufgrund ihrer Heiligkeit wird sie nicht enthüllt. Am Fest Mariä Geburt (8. September) ist das Kloster jedes Jahr praktisch überfüllt. An diesem christlichen Wallfahrtsort, der nach Jerusalem und neben Damaskus und Maalula einer der wichtigsten sein soll, sollen schon viele Menschen von ihren Leiden geheilt worden sein. Einige dieser Geschichten kann man auch im Kloster selbst nachlesen.

Der Cherubim[Bearbeiten]

Auf dem Gipfel des höchsten Berges der Gegend, dem 2000 Meter hohen Cherubim-Berg, benannt nach der Engelart der Cherubim, liegt ebenfalls ein Kloster. Hier findet man Überreste sakraler Bauten. Es gibt eine Kirche aus byzantinischer Zeit und den großen Neubau eines Klosters auf dem Gipfel. Man hat von dort aus eine außergewöhnliche Aussicht über das Land.

Literatur[Bearbeiten]

Frank Rainer Scheck, Johannes Odenthal: Syrien. Hochkulturen zwischen Mittelmeer und Arabischer Wüste. 4. Auflage, DuMont, Ostfildern 2009, S. 174. ISBN 978-3-7701-3978-1

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Saidnaya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.pravoslavie.ru/english/64560.htm

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