Sakartwelos Rkinigsa

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Ölzug der Sakartwelos Rkinigsa in Sestaponi (2009)

Sakartwelos Rkinigsa (georgisch საქართველოს რკინიგზა; Georgische Eisenbahn) ist die nationale georgische Eisenbahngesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist aus dem sowjetischen Eisenbahnsystem hervorgegangen, als dieses sich in Folge des Zerfalls der Sowjetunion ebenfalls auflöste.

Bis 2004 litt die Eisenbahn in Georgien unter Korruption. Generaldirektor Akaki Tschchaidse wurde 2004 verhaftet und verbrachte mehrere Monate in Untersuchungshaft, bevor er sich für drei Millionen US-Dollar freikaufte. Die Eisenbahngesellschaft wurde noch im gleichen Jahr umstrukturiert, der Generaldirektor einem Aufsichtsrat unterstellt. Von Juni 2004 bis Oktober 2005 war David Onoprischwili, ein früherer Finanzminister und Professor an der Vanderbilt University in Nashville, Generaldirektor. Er reformierte die Unternehmensführung und beauftragte die US-Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, die auch für die Deutsche Bahn arbeitet, mit einem Organisationsgutachten.

Neubau des Bahnhofs in Kobuleti (2006)

Um die Modernisierung voranzutreiben, wurden 2445 Mitarbeiter entlassen, die Löhne zugleich um 17 % angehoben. Die Tarife für den Gütertransport wurden gesenkt, im Reiseverkehr modernisierte klimatisierte Wagen und Express-Linien in Betrieb genommen. 2006 wurde ein Programm zur Renovierung und zum Neubau von Bahnhöfen aufgelegt.

In überkommener sowjetischer Tradition war die Eisenbahn eine Staatsbahn. 2007 entschied die georgische Regierung, die Gesellschaft zu privatisieren. Zwar sollte die Bahn weiterhin in Staatsbesitz bleiben, die Betreiberrechte sollten jedoch in Privathand gegeben werden. Verhandlungen mit dem britischen Unternehmen Parkfield Investment Ltd. dazu scheiterten jedoch im Oktober 2007.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft befindet sich in Staatsbesitz und hat die Rechtsform einer GmbH nach georgischem Recht. Sie arbeitet so formal unabhängig.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft betreibt ein überwiegend in der russischen Breitspur errichtetes Eisenbahnnetz sowie mit der Bahnstrecke Borschomi–Bakuriani noch eine Schmalspurbahn (Spurweite 900 mm, 37 km Länge, elektrifiziert).[1]

Die Gesellschaft hat Verträge mit den Eisenbahnen von Aserbaidschan und Armenien über den Transit und den Verkehrsaustausch geschlossen. Seit Mai 2006 beteiligt sie sich an der Gründung einer Schwarzmeer-Eisenbahn-Aktiengesellschaft, die die Bahnverbindungen zwischen den Ländern des Südkaukasus und Russland entlang der Schwarzmeerküste wiederherstellen soll.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markus Rabanser: Georgien. In: Fern-Express 1/2016, S. 20–27.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rabanser, S. 25.