Samarium(III)-chlorid

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Kristallstruktur
Strukturformel von Samarium(III)-chlorid
__ Sm3+     __ Cl
Kristallsystem

hexagonal

Raumgruppe

P63/mVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ

Koordinationszahlen

Sm[9], Cl[3]

Allgemeines
Name Samarium(III)-chlorid
Andere Namen

Samariumtrichlorid

Verhältnisformel SmCl3
CAS-Nummer
  • 10361-82-7
  • 13465-55-9 (Hexahydrat)
PubChem 61508
Kurzbeschreibung

weißes bis gelbliches hygroskopisches Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 256,72 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte
  • 4,46 g·cm−3[2]
  • 2,383 g·cm−3 (Hexahydrat)[3]
Schmelzpunkt

686 °C[2]

Löslichkeit

löslich in Wasser[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315
P: keine P-Sätze [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [5][2]
Reizend
Reizend
(Xi)
R- und S-Sätze R: 38
S: 36
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Samarium(III)-chlorid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chloride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Samarium(III)-chlorid kann als Lösung durch Reaktion von Samarium oder Samarium(III)-carbonat mit Salzsäure gewonnen werden. Bei Reaktion mit Chlorwasserstoff entsteht die wasserfreie Form.[6][7]

\mathrm{2 \ Sm + 3 \ HCl \longrightarrow 2 \ SmCl_3 + 3 \ H_2}
\mathrm{Sm_2(CO_3)_3 + 6 \ HCl \longrightarrow 2 \ SmCl_3 + 3 \ CO_2 + 3 \ H_2O}

Es kann auch direkt aus den Elementen synthetisiert werden.[6][7]

\mathrm{2 \ Sm + 3 \ Cl_2 \longrightarrow 2 \ SmCl_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Samarium(III)-chlorid ist ein weißes bis gelbliches hygroskopisches Pulver. Es besitzt eine hexagonale Kristallstruktur mit der Raumgruppe P63/mVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ. Das Hexahydrat bildet topasgelbe Tafeln und besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P2/nVorlage:Raumgruppe/Unbekannter Anzeige-Typ. Bei 110 °C gibt es Kristallwasser ab.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Samarium(III)-chlorid wird häufig als Ausgangsmaterial zur Herstellung von reinem Samarium durch Elektrolyse einer geschmolzenen Mischung mit Natriumchlorid und Calciumchlorid verwendet.[8] Es kann auch in der organischen Chemie zum Beispiel für Cyclisierungen verwendet werden.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 2007, ISBN 978-3-540-60035-0, S. 634 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d e f Datenblatt Samarium(III) chloride, anhydrous, powder, 99.9% bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 26. April 2012 (PDF).
  3. Datenblatt Samarium(III) chloride hexahydrate, ≥99.99% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 26. April 2012 (PDF).
  4. americanelements: Samarium Chloride
  5. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist nur noch auf Altbeständen zu finden und von rein historischem Interesse.
  6. a b L. F. Druding, J. D. Corbett: Lower Oxidation States of the Lanthanides. Neodymium(II) Chloride and Iodide. In: J. Am. Chem. Soc.. 83, Nr. 11, 1961, S. 2462. doi:10.1021/ja01472a010.
  7. a b J. D. Corbett: ?. In: Rev. Chim. Minerale. 10, 1973, S. 239.
  8. Rareearthproducts: Samarium
  9.  Michael Schmittel, Marc Strittmatter: Cyclization of carbonyl substituted enyne-allenes: C2-C6-cyclization induced by heat or by addition of samarium(II) iodide, samarium(III) chloride, or boron trifluoride. In: Tetrahedron. 54, Nr. 45, 1998, S. 13751–13760, doi:10.1016/S0040-4020(98)00847-3.