San Giovanni in Bragora

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San Giovanni in Bragora.
San giovanni in bragora, interno 01.JPG

San Giovanni in Bragora ist eine Kirche am Campo Bandiera e Moro (auch Campo San Giovanni in Bragora) im Sestiere Castello in Venedig.

Die Herkunft der Bezeichnung in Bragora ist nicht geklärt, möglicherweise ist das griechische Wort agora (= Versammlungsplatz) oder das venezianische brugolare (= in der Fischerei tätig sein) enthalten.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Legende geht die Gründung der Kirche in das 7. Jahrhundert zurück. 629 floh Magnus von Oderzo, Bischof von Oderzo, nach der endgültigen Eroberung seiner Stadt durch die Langobarden nach Venedig. Im Traum erhielt er den göttlichen Auftrag, in Venedig acht Kirchen zu bauen, darunter auch San Giovanni in Bragora.

Im 10. Jahrhundert, unter dem Dogen Pietro II. Candiano, wurde die Kirche neu erbaut, um dort die Reliquien Johannes des Täufers, des Patrons der Kirche, aufzubewahren.

Die Kirche wurde nochmals zwischen 1475 und 1505 umfassend erneuert. Der spätere Papst Paul II. war hier getauft worden und finanzierte San Giovanni in Bragora mit großzügigen Spenden. Baumeister war der Schweizer Sebastiano Mariani, der den alten basilikalen Aufriss beibehielt, dem Bau aber eine strenge dreiteilige Ziegelfassade im venezianisch-gotischen Stil vorgelegt hat.

Bei der Flut von 1966 erlitt die Kirche große Schäden, finanziert wurde die Renovierung und die Restauration des Altarbildes vom WMF.[2]

Architektur[Bearbeiten]

Der Campanile[Bearbeiten]

Der Campanile aus dem 9. Jahrhundert wurde wegen Bauschäden mehrmals renoviert und umgebaut. Eine grundlegende Erneuerung des baufälligen Turms fand während der rund dreißigjährigen Bauzeit der gotischen Basilika statt, 1568 wurde der Turm nach dem Geschmack der Zeit modernisiert, 1708 durch Blitzschlag beschädigt und 1826 ein letztes mal umgestaltet. Auf dem Turm erhebt sich heute eine Renaissance-Ädikula mit Dreiecksgiebel und drei Rundbogenöffnungen, in denen die Glocken aufgehängt sind.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Reclams Kunstführer, Oberitalien Ost. 1965. S. 882.
  2. WMF

Literatur[Bearbeiten]

  • Marcello Brusegan:Le chiese di Venezia. Newton Compton 2008. ISBN 88-541-0819-7.
  • Reclams Kunstführer, Oberitalien Ost. Stuttgart 1965. S. 882- 884.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: San Giovanni in Bragora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

45.43439712.347Koordinaten: 45° 26′ 4″ N, 12° 20′ 49″ O