Sankt-Pauli-Museum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ehemaliger Standort des Sankt Pauli Museums (bis 2020): Ecke Davidstraße / Friedrichstraße
Fassadengestaltung zur Davidstraße

Das Sankt Pauli Museum (Eigenschreibweise) ist ein privates Museum im Hamburger Stadtteil St. Pauli.

Es erhält, sammelt und ergänzt Exponate zur Geschichte des Stadtteils. Der Gesamtfundus besteht aus mehreren Millionen Fotos, Erinnerungsstücken, Behördenunterlagen und anderen Dokumenten, die in der Dauerausstellung sowie wechselnden Sonderausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ziel des Trägervereins St. Pauli Museum e.V. ist die Darstellung der „Geschichte von unten“ gegen das Vergessen des vielfältigen Lebens in diesem Stadtteil und der Einsatz für eine demokratische, multikulturelle und umweltfreundliche Gesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde 1988 von dem Hamburger Buchautor und Journalisten Günter Zint gegründet. Der 1988 gegründete Trägerverein „Kultur für Sankt Pauli e. V.“ eröffnete 1991 zum 100. Geburtstag von Hans Albers die ersten Ausstellungsräume im Haus des Schmidt’s Tivoli am Spielbudenplatz. 1993 zog das Museum auf den Spielbudenplatz gegenüber vom Panoptikum Hamburg, mit dem das Sankt-Pauli-Museum eng verbunden ist.

Wegen der Neugestaltung des Spielbudenplatzes musste das Museum 1996 umziehen. Nach drei provisorischen Adressen fand das Museum 2010 endlich neue Räume direkt neben der Davidwache in der Davidstraße 17. Der Umbau des ehemaligen McDonald’s-Gebäudes wurde von dem Round Table auf St. Pauli (vertreten durch Andreas Zimmermann), Vereinsmitgliedern, Hayo Färber (Panoptikum), Hartmut Roderfeld (Bürgerverein St. Pauli), Anwohnern und Sponsoren unterstützt. Auch die Stadt Hamburg half mit einem Zuschuss.

Seit 2005 wird das Museum vom Trägerverein St. Pauli Museum e. V. betrieben. Das Museum hat drei Ehrenpräsidenten: Ernst Bader, Willi Bartels und Günter Zint.

Ende 2019 wurde bekannt, dass das Museum seine Räumlichkeiten in der Davidstraße nach einer drastischen Mieterhöhung aufgeben muss. Zwar bot die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte kurzfristig eine Summe von 20.000 Euro auf, um die Mehrkosten aufzufangen.[1] Da der Verein den Mietvertrag jedoch bereits vorsorglich gekündigt hatte, müssen nun neue Räumlichkeiten gefunden werden. Zudem hat der Verein bislang rund 67.000 € Schulden erwirtschaftet.[2]

Im Sommer 2020 zog das Museum von der Davidstraße in die Straße Nobistor. Aufgrund der Corona-Auflagen sank jedoch die Besucherzahl und es wurde die Schließung des Museums zum 31. Oktober 2020 bekanntgegeben.[3] Nach der Insolvenz des bisherigen Trägervereins soll nun mit finanzieller Unterstützung des Rockmusikers Udo Lindenberg und anderer Prominenter eine Günter-Zint-Stiftung gegründet werden, die ab Mitte 2021 das Museum weiter betreiben soll.[4] Ab November 2021 ist das Museum vorläufig im Exil. Der Schwedenspeicher im Museum Stade hat vorübergehend eine Etage für das Sankt Pauli Museum bereitgestellt.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 53° 32′ 54,3″ N, 9° 57′ 44,7″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hamburger Sankt Pauli Museum gerettet, NDR vom 30. Dezember 2019, abgerufen am 8. Februar 2020
  2. Wohin mit dem Sankt Pauli Museum?, NDR vom 28. Januar 2020, abgerufen am 8. Februar 2020
  3. Sankt Pauli Museum muss Ende Oktober schließen. In: Ndr.de. 13. Oktober 2020, abgerufen am 15. Oktober 2020.
  4. Olaf Wunder: Erleichterung! Tolle Neuigkeiten vom „Sankt-Pauli-Museum“. In: Hamburger Morgenpost. 6. Dezember 2020, abgerufen am 7. Januar 2021.
  5. Hamburg: Sankt Pauli Museum im Winterquartier in Stade. In: Hamburger Morgenpost. 18. November 2021, abgerufen am 19. November 2021.