Sarbsk

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Sarbsk
Sin escudo.svg
Sarbsk (Polen)
Sarbsk (54° 45′ 6″ N, 17° 40′ 4″O)
Sarbsk
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Lęborski
Gmina: Wicko
Geographische Lage: 54° 45′ N, 17° 40′ OKoordinaten: 54° 45′ 6″ N, 17° 40′ 4″ O
Höhe: 37 m n.p.m.
Einwohner: 202 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 84 352
Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GLE



Sarbsk (deutsch Sarbske, 1938–1945 Sarsen; kaschubisch Sôrbsk) ist ein Dorf in der Gemeinde Wicko (Vietzig) im Powiat Lęborski (Powiat Lauenburg in Pommern) der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in Hinterpommern, in der Nähe der Ostseeküste an der Straße von Leba nach Danzig, etwa 24 Kilometer nordnordwestlich von Lębork (Lauenburg in Pommern) und etwa 1,5 Kilometer südlich des Sarbsker Sees, auf einer Höhe von etwa 37 Metern über dem Meeresspiegel.

Das Verwaltungszentrum der Gemeinde liegt in Wicko, etwa zehn Kilometer in südwestlicher Richtung von Sarbsk entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sarbske nordöstlich von Lauenburg in Hinterpommern, ostsüdöstlich von Leba und südlich des Sarbsker Sees auf einer Landkarte von 1910.
Dorfstraße

Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1377. Im 15. Jahrhundert lautete der slawische Ortsname dieses Gutsbezirks Sarbsk (1427) oder Serbsk (1437); die Panenfamilie, die sich laut Lehnbriefen 1423, 1493, 1605 und 1608 im Besitz des Guts befand, nannte sich Sarbski, früher auch Sarbske, Zarbski, Szarbski und Zerbtiken.[2][3] Die Namensvariante Serbske verbindet man zwar mit den Serben, der einheimische kaschubische Name Sôrbsk lässt aber die Sorben anklingen, die auf Niedersorbisch Serby heißen, und steht mit der Herkunft der Slawen an diesem Ort in Zusammenhang.[4]

Im Jahr 1756 saß laut Vasallen-Tabelle die Witwe des Hauptmanns v. Sarbski auf Sarbske.[5] Um 1784 gab es in der Ortschaft vier Vorwerke, drei Kossäten, eine Gaststätte, eine evangelische Kirche mit einem Küster und insgesamt 20 Feuerstellen (Haushaltungen).[6] Die Besitzer der vier Vorwerke waren zum damaligen Zeitpunkt:[6] 1) die drei Gebrüder George Wilhelm, Franz Thomas und Johann Ferdinand v. Sarbski, Lieutenants bei preußischen Regimentern, 2) die Erben der Hauptmanns-Witwe Anna Florentina v. Sarbski, geb. v. Schwichow, 3) die Ehefrau des Hauptmanns Johann Ernst v. Bartsch, Christina Eleonora, geb. v. Sarbski und 4) die Erben der Landrätin Köhn genannt v. Jaski, geb. v. Dargolewski. Die Familie Sarbski war auch noch im 19. Jahrhundert in Sarbske begütert.

Sarbske wurde 1937 in Sarsen umbenannt.

Sarsen gehörte 1945 zum Amtsbezirk Neuhof im Landkreis Lauenburg i. Pom., Regierungsbezirk Köslin, der Provinz Pommern des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region Anfang März 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald darauf wurde das Kreisgebiet zusammen mit ganz Hinterpommern unter polnische Verwaltung gestellt. Es begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten. Als Ortsname wurde Sarbsk eingeführt. Soweit die Alteinwohner nicht zuvor geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit aus Sarsen vertrieben.

Die Ortschaft ist heute Teil der Gmina Wicko (Landgemeinde Viwtzig) im Powiat Lęborski (Lauenburger Distrikt) der Woiwodschaft Pommern (1975–1998 der Woiwodschaft Danzig). Haupteinnahmequellen des Dorfs sind Tourismus und Landwirtschaft.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1818 154 davon 148 im Kirchdorf und sechs auf dem Vorwerk[7]
1867 62 [8]
1871 51 sämtlich evangelischer Konfession[8]
1910 106 [9]
1925 232 ausnahmslos Evangelische[10]
1933 211 [11]
1939 184 [11]
2006 212

Persönlichkeiten: Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Wetzel (1888–1964), deutscher Offizier, zuletzt General der Infanterie im Zweiten Weltkrieg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1079, Absatz (76).
  • Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. Lauenburg i. Pom. 1912 (E-Kopie).
  • Heinrich Koops: Heimatbuch Lauenburg/Pom. 1967.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 26. Juni 2017
  2. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 8, Leipzig 1868, S. 47–48.
  3. Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. Lauenburg i. Pom. 1912, S. 36.
  4. Johann Ludwig Quandt: Herkunft der baltischen Wenden: In: Baltische Studien, Band 24, Stettin 1872, S. 1–64, insbesondere S. 42.
  5. Karl Robert Klempin und Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichniss der pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 393, Nr. 167.
  6. a b Ludwig Wilhelm Brüggemann Ausfühhrliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1079, Absatz (76).
  7. Alexander August Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preussischen Staats. Band 4, Halle 1823, S. 212, Nr. 588 und 589.
  8. a b Preußisches Statistischen Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung (Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern). Berlin 1873, S. 166–167, Nr. 48.
  9. http://wiki-de.genealogy.net/GOV:Object_325994@1@2Vorlage:Toter Link/wiki-de.genealogy.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Sarbske im ehemaligen Kreis Lauenburg in Pommern (2011).
  11. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. lauenburg_p.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).