Sayaguesa

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Sayaguesa-Kuh im Naturschutzgebiet Lippeaue
Sayaguesa-Kuh in den Niederlanden

Sayaguesa, auch Zamorana genannt, ist eine ursprüngliche spanische Hausrinderrasse aus der Comarca de Sayago in der Provinz Zamora, welche noch einige deutliche Merkmale des ausgerotteten Auerochsen aufweist.[1]

Aussehen und Beschreibung[Bearbeiten]

Die Tiere sind sehr groß, ausgewachsene Kühe wiegen zwischen 650 und 700 kg, Bullen zwischen 1000 und 1100 kg. Die Bullen sind schwarz und haben oft einen hellen Aalstrich. Die Kühe sind oft nur unwesentlich heller als die Bullen, jedoch sind noch einige wenige Sayaguesa-Kühe wildfarben-braun. Auch weisen die das hell umrandete Flotzmaul auf. Die Hörner sind Auerochsen-artig und insbesondere bei Bullen nach vorne geschwungen. Sayaguesa ist eine hochbeinige Rasse, welche darüber hinaus über eine oft geschwungene Rückenlinie, welche ihre Statur an die des Auerochsen erinnern lässt, verfügen. Weiters haben Sayaguesas, wie einige andere Primitivrinderrassen, nicht das kurze „Kälbchengesicht“ welches viele andere Hausrinder haben.

Die Rasse gilt als langlebig, robust und genügsam und lebt daher bei den meisten Haltern ganzjährig frei und benötigt keinen Stall oder Unterstand.[2]

Vorkommen[Bearbeiten]

Traditionell werden diese kräftigen Rinder als Arbeits- und Zugtiere verwendet. Es gibt nur noch rund 640 Exemplare und die Rasse gilt seit 1997 als gefährdet. Es ist die geringe Wirtschaftlichkeit der Primitivrassen, welche viele Bauern veranlasst, von diesen auf produktivere Rassen umzusteigen oder sie mit solchen zu kreuzen.

Aufgrund seiner Auerochsen-artigkeit erfreut sich Sayaguesa jedoch in einer Reihe von Renaturierungsprojekten. So werden Sayaguesas etwa von der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest verwendet.[1] Auch die Stichting Taurus verwendet diese Rasse, wo sie in das TaurOs Project integriert ist. Dieses versucht, durch Kreuzungs- und Selektionszucht einiger auerochsenartiger Rassen wie weiters Pajuna, Maremmana primitivo oder Tudanca ein Rind zu erhalten, welches dem Wildrind phänotypisch, genotypisch und ökologisch möglichst gleichen soll.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Margret Bunzel-Drüke, Carsten Böhm, Peter Finck, Gerd Kämmer, Rainer Luick, Edgar Reisinger, Uwe Riecken, Johannes Riedl, Matthias Scharf, Olaf Zimball: „Wilde Weiden“. Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung. 2. Auflage. Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz im Kreis Soest, Bad Sassendorf-Lohne 2009, ISBN 978-3-00-024385-1.
  2. Informationen zum Sayaguesa. Abgerufen am 18. August 2013 (spanisch).
  3. Stichting Taurus

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sayaguesa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien