Scheibengipfeltunnel

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Scheibengipfeltunnel
Scheibengipfeltunnel
Scheibengipfeltunnel Südeingang
Nutzung Straßentunnel
Verkehrsverbindung Bundesstraße 312
Ort Reutlingen
Länge 1910 m
Fahrzeuge pro Tag etwa 20.000 (Prognose 2020)
Anzahl der Röhren 1 (und 1 Rettungsstollen)
Größte Überdeckung 98 m
Bau
Baukosten 83 Mio. €[1]
Baubeginn Oktober 2012
Fertigstellung 27. Oktober 2017
Lage
Scheibengipfeltunnel (Baden-Württemberg)
Red pog.svg
Red pog.svg
Koordinaten
Nordportal 48° 30′ 6″ N, 9° 14′ 9″ O
Südportal 48° 29′ 6″ N, 9° 14′ 2″ O
Stand der Bauarbeiten im April 2010 im Süden ...
... und im Norden
Scheibengipfeltunnel, Nordeingang

Der Scheibengipfeltunnel ist ein zweispuriger Straßentunnel am Rande von Reutlingen in Baden-Württemberg. Der 1910 Meter lange Tunnel erlaubt es, den Scheibengipfel zwischen dem Stadtteil Sondelfingen und dem ehemaligen Südbahnhof an der Gemarkungsgrenze zu Eningen unterqueren.

Der erste Spatenstich zum Bau der zuführenden Straßen erfolgte am 18. August 2009[2], der Tunnel selbst wurde von Oktober 2012 bis Oktober 2017 gebaut.[3] Der Durchbruch am Haupttunnel wurde am 27. Januar 2014 geschafft.[4] Von den 1910 Metern entstehen 1620 Meter in bergmännischer, der Rest in offener Bauweise.[1]

Die Planungen für den Tunnel reichen bis in das Jahr 1967 zurück. Bevor er in den Fünf-Jahres-Plan zur Mittelvergabe für den Bundesstraßenbau aufgenommen wurde, war kritisch vorgebracht worden, dass die zu erwartende Entlastungswirkung für Reutlingens Innenstadt gering sei und der Neubau der Zufahrtsstraßen das Naherholungsgebiet an der Achalm zerschneide.[5]

Mit seiner am 27. Oktober 2017 erfolgten Inbetriebnahme[6] ersetzt er den bisherigen Verlauf der Bundesstraßen B 312 und B 313.[7][8] Der Tunnel verringert den Verkehr durch die Reutlinger Innenstadt um geschätzte 20.000 Fahrzeuge täglich.[9] Das Verkehrsaufkommen liegt dort derzeit bei 65.000 Fahrzeugen pro Tag.[10] Die Kosten für die gesamte Ortsumgehung werden voraussichtlich rund 130 bis 135 Mio. Euro[8] betragen, wovon etwa 83 Mio. Euro auf den Tunnelbau entfallen.[1] Die Begleitmaßnahmen, die erforderlich sind, damit der Scheibengipfeltunnel seine Entlastungswirkung für Reutlingens Innenstadt, besonders an der stark belasteten Lederstraße entfaltet, sind größtenteils noch nicht geplant oder umgesetzt.[11]

Eine besondere Bedeutung für den Verkehr zwischen Stuttgart und der Schwäbischen Alb würde der Scheibengipfeltunnel in nördlicher Verlängerung durch die Realisierung der Dietwegtrasse erlangen, womit dieser zwischen Nord und Südost vollständig an Reutlingen vorbeigeführt werden würde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Projektdaten auf der Website des Regierungspräsidiums Tübingen
  2. Scheibengipfeltunnel: 2016 soll die Röhre fertig sein. In: Reutlinger General-Anzeiger. 18. August 2009, abgerufen am 6. Januar 2011.
  3. Ralph Bausinger: Scheibengipfeltunnel: Die 1000-Meter-Marke ist geschafft Südwest Presse, 21. August 2013.
  4. Der Durchbruch ist geschafft Südwest Presse, 27. Januar 2014.
  5. Reutlinger Generalanzeiger 4.10.2005: Keine Entlastung. Abgerufen am 30. Oktober 2017 (dt).
  6. Scheibengipfeltunnel feierlich eröffnet; Artikel des Reutlinger Generalanzeigers vom 28. Oktober 2017
  7. Reutlinger General-Anzeiger: Scheibengipfeltunnel im September 2017 fertig. In: www.gea.de. Abgerufen am 6. Juli 2016.
  8. a b Reutlinger General-Anzeiger: Besuch auf der Baustelle des Scheibengipfeltunnels. Abgerufen am 22. Juni 2017.
  9. Tiefer Blick in die Röhre In: Reutlinger Nachrichten, 5. Oktober 2015.
  10. 40 Jahre hats gedauert In: Alb-Bote, 14. August 2009.
  11. Andrea Glitz im Reutlinger Generalanzeiger 24.10.2017: Scheibengipfeltunnel: Was sich mit der Eröffnung ändert. Abgerufen am 30. Oktober 2017 (dt).